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" Power "

Beitragvon TalonOne » Fr 30. Nov 2012, 11:50

Kortus' dröhnendes Gehirn brauchte einige Sekunden um festzustellen, dass seine Augen zwei sehr unterschiedliche Bilder wahrnahmen. Es dauerte einen weiteren Moment, bis er begriff, dass es kein gutes Zeichen war, wenn die Sonne durch eine Stelle schien, an der eigentlich das solide Ceramit seines Helmes sein sollte.
Seine Kampfinstinkte schalteten sich ein und überdeckten die Kopfschmerzen.
Vitalsystem. Leichte Gehirnerschütterung, sonst nicht beeinträchtigt.
Skelett. Keine Brüche. Stauchung im rechten Knöchel, geschient durch die Rüstung.
Sonstige. Einschnitt in Brust, verschorft, heilt bereits.
Körperhaltung. Auf dem Rücken liegend, ein Bein zur Seite verdreht.
Rüstung. Brustplatte und Helm durch einen Schlag schwer beschädigt.
Waffen. Unbekannt.
Umgebung. Zerstörte Hütte aus Lehmziegeln, keine Aktivität zu sehen oder zu hören.

Kortus richtete sich auf. Schutt polterte von seiner Rüstung und ein stechender Schmerz schoss durch seinen Kopf. Er erlaubte sich ein Stöhnen und blinzelte während seine zwei Herzen die schwarzen Ränder vertrieben, die sich in sein Gesichtsfeld schleichen wollten.
Eine seiner Helmlinsen war beschädigt, sodass die Anzeigen unbrauchbar waren. Die andere war einfach weg, zusammen mit dem Funkgerät. Ein mächtiger Hieb hatte den Helm gespalten und dann dem stolzen Adler auf seiner Brustplatte den Flügel gestutzt.

In diesem Zustand war der Helm eher Gefahr als Schutz, also zog Kortus ihn von seinem Kopf und legte ihn in den feinen Sand, der den Boden bedeckte. Dabei entdeckte er die vertraute Form seines Bolters unter den Trümmern und griff danach. Erinnerungen strömten in seinen Geist, als seine Finger die Waffe umfassten. Die Suche nach geeigneten Rekruten in einer Stadt mitten in der endlosen Wüste von Derenos III. Die wunderschöne Sonne. Dann plötzlich der Erzfeind. Nur Überläufer der Garde, mit denen er und die PVS gut zurechtkamen bis plötzlich ein Chaos Marine auftauchte. Und mit ihm das Schwert, das ihn beinahe seinen Kopf gekostet hatte.

Den Abschaum hatte Kortus mit seiner letzten Sprenggranate der Gnade des Imperators überlassen doch sein Bolter war im Ringkampf unter die Kämpfer geraten. Die nutzlos gewordene Waffe folgte dem Helm während Kortus seine Boltpistole zog. Der martialische Aquila auf der Oberseite präsentierte acht golden leuchtende Federn. Voll geladen.

Unter lautem Kirschen der Trümmer über seinen Beinen wuchtete sich der Marine auf seine Füße. Er ignorierte das Stechen im Knöchel und badete einen Moment in den warmen Sonnenstrahlen, die durch das Loch in der Wand fielen.
Dabei strengte er sein Lymansches Gehör an. Ein schwaches Knattern drang an sein Ohr. Möglicherweise ein schwerer Bolter, aber wegen dem Echo in den Gassen war die Richtung unmöglich zu bestimmen.

Doch da war noch etwas. Schritte, keine zwanzig Meter entfernt. Mit einer lautlosen Bewegung schmiegte sich Kortus neben das Fenster durch das er die Schritte gehört hatte.
Mehr Schritte, mindestens vier Individuen. Freund oder Feind?

Eine Stimme zischte einen Befehl, unverständlich durch eine Gasmaske, und Kortus hörte das vertraute Klicken als Autogewehre durchgeladen wurden.

Die Planetaren Verteidigungsstreitkräfte von Derenos III verwendeten ausschließlich Lasergewehre; die meisten Projektilwaffen waren im ewigen Sand zu unzuverlässig.
Er schloss die Augen um sich voll auf sein Gehör konzentrieren zu können. Er konnte die Schritte von fünf Personen unterscheiden. Eine ging voraus, der Rest schien in dichter Formation zu folgen.

Unter normalen Umständen wären selbst zehn Soldaten keine größere Herausforderung gewesen, aber ohne Helm stellte schon ein einzelnes Sturmgewehr eine ernste Gefahr dar. Und Imperator wusste, was die Ketzer noch mit sich führten.

Kortus halfterte seine Pistole und zog sein Kampfmesser aus der Scheide im Rückenmodul. Leichter Wind kam auf und der Marine nahm eine Spur Prometheum wahr.
Mobile Infanterie?
Nein, zu feiner Brennstoff für Rückstände eines Panzermotors. Ein Flammenwerfer.

Er rutschte ein Stück die Wand entlang bis er auf halber Höhe zwischen der Tür und der Hausecke war. Das Überraschungsmoment war in dieser Situation sein hilfreichster Verbündeter, und hier kam ihm die Gensaat der Blazing Angels zu Hilfe. Sie alle hatten ein enorm gesteigertes Wahrnehmungsvermögen für Wärmestrahlung.
Regungslos wartete er darauf, dass er durch die Wand eine kleine aber kräftige Wärmequelle spürte.

Er spannte sich an, machte seine flache Hand zur Dampframme und stieß glatt durch die kompakten Lehmziegel. Ein erschrockener Schrei folgte, als der orangene Panzerhandschuh zwischen den Ketzern aus der Wand brach.

Kortus bekam etwas zu fassen. Er krallte seine Finger mit voller Kraft zusammen und riss seinen Arm zurück, was mit einem schmerzerfüllten Schrei quittiert wurde. Etwas unförmiges, blutiges hing zwischen seinen Fingern, zusammen mit einem Stück verbogenem Metall.

Der Mann mit dem Flammenwerfer schwankte gefährlich und starrte durch seine Gasmaske auf die Stelle wo bis eben noch sein Arm gewesen war. Prometheum strömte aus dem zerfetzten Schlauch und vermischte sich zu seinen Füßen mit seinem Blut. Beißende Dämpfe erfüllten die Luft.
Wie in Zeitlupe sackte der Soldat zusammen während der Schock ihn übermannte.
Er war gerade erst auf die Knie gefallen als die Zündflamme das brisante Luft-Treibstoffgemisch entzündete.
Ein lodernder Fußball fegte durch die Gasse und verbrannte in einem Wimpernschlag die Lunge von einem der Ketzer zu Asche. Die drei anderen überlebten das Inferno, geschützt durch ihre Rüstungen und schieres Glück.
Trotzdem waren sie von dem Hitzestoß für einen Augenblick geblendet.
Mehr als genug Zeit für den Space Marine um zuzuschlagen.
Er brach mit einem simplen Schulterstoß einfach durch die massive Wand und rammte dem ersten Ketzer, den er wahrnahm, seinen Schulterpanzer gegen Oberkörper und Kopf. Der Soldat knickte unter dem Einschlag wie ein Strohhalm, dann wurde er zwischen der nächsten Wand und einer halben Tonne aus genetisch gestähltem Mensch und Rüstung zermalmt.

Kortus nahm am Rande wahr, dass er in einer Pfütze aus brennendem Treibstoff stand und Flammen über seine Unterschenkel strichen, doch statt sich darum zu kümmern, schlug er dem nächsten Feind sein Kampfmesser in die Brust.
Die verunstaltete Garderüstung hatte der Ceramitklinge nichts entgegenzusetzen und wurde glatt durchstoßen. Blut spritzte über getrockneten Lehm als die breite Klinge am Rücken wieder austrat.

Mit vor Angst verzerrtem Gesicht wich der letzte Ketzer vor dem flammenumrahmten Monstrum zurück und in seiner Panik verkrampfte er seinen Finger um den Abzug seines Automatikgewehres. Kortus ließ reflexartig sein Messer los und riss seine Arme hoch um sein Gesicht und die verletzte Brust zu schützen.
Kugeln prallten wirkungslos von Ceramit ab, nur eine fand den dünneren Handgelenksschutz aber blieb im Aramidgeflecht stecken. Einen Schlag seiner zwei Herzen später war dem Ketzer auch schon die Munition ausgegangen und Kortus ging zum Angriff über:
Er riss dem Soldaten das Gewehr aus den Händen und schlug damit nach dessen Kopf. Der wich instinktiv nach hinten aus und stolperte, wodurch der Gewehrkolben seinen Helm verfehlte. Stattdessen hämmerte er mit unheimlicher Wucht in die Rüstung.
Das Armaplast fing viel Energie auf; trotzdem zertrümmerte der Schlag dem Soldaten den Brustkorb und trieb die Luft aus seinen Lungen.
Er stürzte zu Boden und wand sich vor Schmerz, und in seiner Tarnhose breitete sich ein nasser Fleck aus.
Kortus machte einen Schritt nach vorn, sah den wimmernden Mann mitleidslos von oben an und hob seinen schweren Stiefel.
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"Solitude"

Beitragvon TalonOne » Mi 23. Apr 2014, 14:34

In einem tiefschwarzen Gewölbe aus grobem Stein steht eine mächtige Gestalt in undurchlässigen Roben.
Ein schmaler Sonnenstrahl schneidet wie eine Klinge aus Licht von einer Öffnung an der Decke durch einen klaren Kristall im Boden durch den Raum, in der staubfreien Luft unsichtbar für das menschliche Auge.

Doch der breitschulterige Mann ist schon lange nicht mehr ganz menschlich.
Sein Körper ist durch Operationen verändert, sein Genom zu großen Teilen umgeschrieben, alles um ihn für den Krieg zu stählen.
Eine biologische Waffe.
Der tödlichste Krieger, den die Menschheit erschaffen kann.
Hochintelligent, stark, schnell, beinahe unverwüstlich.
Er hat zwei Herzen, die einen Kreislauf antreiben, der fast alle Gifte unwirksam machen und Wunden in Sekunden verschließen kann.
Um seine Knochen zu brechen braucht es eine enorme Kraft.
Seine Haut ist so stabil, dass Klingen an ihr abgleiten können und offenes Feuer sie nicht verbrennt.

Und dennoch...

Er streift den schwarzen Stoff von seinem Arm und entblößt die weiße Haut darunter.
Der schwache Lichtstrahl streift die Porzellanhaut.

Und dennoch... Die Apothecarii hatten es ihm in allen Details erklärt. Ein Teil seiner neuen Gene hatte sich verzerrt, ein Fluch, der unter so jungen Brüdern eigentlich nie vorkam. Ein Fluch, der seinen ultimativen Körper völlig ungeschützt vor Sonnenlicht zurückgelassen hatte.

Die Haut verfärbt sich tiefrot als der Lichtstrahl sie streichelt. Uralte Instinkte schalten sich ein und drängen ihn, seine Hand aus dem sengenden Licht zu ziehen. Er hält eisern still.

Und dennoch hatte der Fluch etwas Gutes bewirkt: Demut hatte er lange nur als Wort gekannt. Seine gesamte Kindheit und Ausbildung über war er von seiner Überlegenheit überzeugt gewesen, hatte sogar die Meister seines Ordens in Frage gestellt.
Dass er von den sanftesten Lichtstrahlen einer Sonne verbrannt und höllisch entstellt werden konnte hatte ihm schnell seine Überlegenheit zerstört.

Wie Rauch steigen Hautschuppen auf, abgestoßen von angezüchteten Schutzmechanismen. Genetisch veränderte Talgdrüsen sondern automatisch eine Schutzmembran ab um gegen die Sonnenstrahlen zu schützen als wären sie ein Feuerstrahl.
Die klare Flüssigkeit ist völlig wirkungslos.

Und dennoch konnte ein Teil von ihm die Schwäche nicht akzeptieren. Konnte sich nicht damit zufrieden geben, dass banales Sonnenlicht ihn besiegen konnte.
Er führte eine Vendetta. Sein Wille gegen seinen eigenen Körper, und eines Tages würde er triumphieren.
Der stählerne Wille, der seine Schlachtgebete befeuerte.
Der seine geliebten Brüder in Form von bloßen Worten zu noch größeren Leistungen beflügeln konnte als sie als Astartes ohnehin vermochten.

Aber nicht heute.
Der Berg von einem Mann zieht den Arm zurück, dessen Haut dunkelrot pulsiert. Seine Gesichtszüge sind entschlossen versteinert, doch seine Augen glänzen vor Schmerz und Zorn.
Zorn über ihn selbst.
Zorn über seinen so mächtigen Körper.
Zorn über seinen so schwachen Geist.
Zorn, den Ordenspriester Tyrael schon bald wieder seine Brüder hören und die Feinde der Menschheit spüren lassen wird.
Denn in der Schwärze seiner Einsamkeit sind die Flammen des Krieges das Einzige, das die Seele des mächtigen Champions der Menschheit zu erwärmen vermag.
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"Heimat"

Beitragvon TalonOne » Do 20. Nov 2014, 15:22

Der Wachmann an den dutzenden Kameramonitoren brauchte fast eine Viertelstunde um den Eindringling das erste Mal wahrzunehmen. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits bis in den dritten Verteidigungsring vorgedrungen und hätte eigentlich von Anfang an ein Dutzend Bewegungsmelder und Lichtschranken auslösen und spätestens im dritten Ring von automatischen Lasergewehren und Wachservitoren attackiert werden müssen.
Dass der Eindringling nicht nur nicht als Aschehäufchen auf einem der Wege lag sondern noch nicht einmal einen einzigen Alarm ausgelöst hatte war schon sonderbar genug.
Noch merkwürdiger war, dass er sich nicht einmal die Mühe gab, sich zu verstecken. Die Gestalt in brauner Robe schritt mitten auf den Pfaden, die der ehrenwerte Lord vor über einhundert Jahren angelegt hatte um dort mit seinen zahlreichen Geliebten in Ruhe spazieren gehen zu können. Blieb vor Statuen und Plastiken stehen, schien sie ausgiebig zu betrachten bevor er weiter ging.

Der Wachmann schüttelte seine Verwirrtheit ab und besann sich auf das Wesentliche: Da war ein Fremder im Familiengarten.
Er legte einen Schalter auf seiner Kontrolltafel um und aktivierte damit die Wachservitoren.

Zwei verzierte Gestalten auf Ketten lösten sich aus ihren Alkoven, die Zwillings-Sturmgewehre feuerbereit.
Sie fuhren über den Steinweg auf den Fremden zu und führten die Laserzielvisiere der Waffen auf den breiten Brustkorb unter der Robe. Doch anstatt die vorprogrammierte Warnung abzugeben und im Zweifel das Feuer zu eröffnen sicherten die Servitoren ihre Waffen und machten dem Eindringling sogar respektvoll Platz als er dem Weg ungerührt weiter folgte.

Ihre Statusmeldungen zeigten, dass ihre Biosporenscanner angesprochen und den Eindringling als Familienmitglied identifiziert hatten.
Der Wachmann schüttelte ungläubig den Kopf, drückte auf den Knopf für allgemeinen Eindringlingsalarm und griff dann zögerlich nach der schweren Schrotflinte im Waffenschrank neben ihm.


Marchese Chianni Mossiano schreckte aus dem Mittagsschlaf als das Pfeifen des Hausalarms in seine Ohren stach.
Er schob seine Decke aus schwerer iocanthischer Seide beiseite und horchte auf die Geräusche von draußen während er aufstand und den Morgenmantel aus kostspieligem Samt enger um seinen durch dutzende Operationen junggebliebenen Körper zog.

Laute, aufgeregte Rufe von draußen ließen ihn nach dem Schwert greifen, welches die Wand über dem Sofa zierte, auf dem er gelegen hatte.
Die pingelig gepflegte Klinge glitt widerstandslos aus der kunstvollen Lederscheide und er drückte zweimal auf den Aktivierungsknopf.
Nichts geschah. Ardimentoso ließ sich noch immer nicht von ihm aktivieren. Eine lächerliche Marotte des Maschinengeistes, war die Waffe doch auf sein eigen Fleisch und Blut programmiert - den Gencode seines Sohnes!

Aber auch ohne das Energiefeld war das Schwert noch immer eine von Meisterhand geschmiedete Waffe und dementsprechend scharf. Mit Ardimentoso in der einen und einer verzierten Laserpistole in der anderen Hand traute sich Chianni auf den Gang hinaus.
Die beiden Leibwächter, die in voller Plattenrüstung vor seinem Schlafzimmer Wache gestanden hatten, traten sofort an seine Seite: "Marchese. Wir haben einen Eindringling vor der Pforte gestellt. Bitte bleibt in Euren Gemächern während wir uns um dieses vorübergehende Ärgernis kümmern."

"Unsinn. Ich werde mich doch nicht in meinem eigenen Haus verstecken!"
Nein, er würde ihm in die Augen sehen und Stärke zeigen bevor seine Wachen ihn erschossen. Sollte er es überhaupt durch die massiven ceramitverstärkten Tore schaffen.
Ein Krachen und Schreie von draußen ließ die beiden Wachen ihre kompakten Gewehre enger umgreifen. Chianni atmete durch und trat auf die Balustrade hinaus um auf die Eingangstür und den Eindringling herabsehen zu können.

Zum Entsetzen des Marcheses stand die Tür sperrangelweit offen, ohne das geringste Anzeichen von Gewaltanwendung - und auf dem Boden verteilt lagen seine Wachen mit verbeulten Rüstungen und schmerzerfüllten Gesichtern.
Vier Wachservitoren mit ihren schweren automatischen Waffen umgaben eine riesige Gestalt in einer braunen Robe.
Der einfache Stoff wurde nur von einem geflochtenen Ledergürtel zusammengehalten und die hohe Kapuze ließ das Gesicht ihres Trägers im Schatten.
Alle Waffen der Servitoren waren gesichert und ihre grauhäutigen Köpfe respektvoll gesenkt.

"Ihr müsst schwere Zeiten hinter Euch haben, Marchese Chianni Vittore Cristiano Natale Mossiano", begann der Mann in der Robe mit tiefem Bass zu sprechen, "denn sonst hätte die Qualität Eures Personals nicht so sehr abgenommen, dass die Servitoren mich erkennen und Eure Wachen nicht."

Chianni lief es eiskalt den Rücken hinab. Seinen dritten Vornamen kannte niemand außer seiner Familie und einer längst verstorbenen Bürokratin des Administratums. Außerdem kam ihm die Stimme bekannt vor.
Wer war dieser Mann? Könnte er etwa zur Inquisition gehören, die angeblich auf alle Register des Administratums Zugriff hatte und definitiv die Ausrüstung besaß, die man brauchte um einfach durch seine Verteidigung spazieren zu können?

Wie an einem Marionettenfaden gezogen und nicht ohne ein leichtes Zittern hob er die Laserpistole bis der holographische Visierpunkt auf dem Brustkorb der Gestalt lag.
"Niemand kennt diesen Namen. Wer bist du? Was willst du in meinem Haus? Maledetto stronzo! Zeige mir dein Gesicht!"

Die Gestalt machte urplötzlich und scheinbar ohne Schwung zu holen einen Satz nach oben.
Der Fremde war riesig, weit über zwei Meter groß und fast halb so breit. Trotzdem war er mühelos die vier Meter hinaufgesprungen.
Bevor Chianni sich von seinem Schreck über die unnatürliche Bewegung erholen und reagieren konnte flog seine Laserwaffe schon im hohen Bogen durch den Raum und der Fremde hatte Ardimentosos Klinge zwischen seinen schaufelgroßen Handflächen gepackt.
Ein scharfer Ruck und auch das Schwert wurde ihm aus der Hand gerissen.

Jetzt erst reagierten seine Leibwächter. Der Laserschuss des einen zog eine Schmelzspur über den dichten Stoff der Robe, konnte ihn aber aus irgendeinem Grund nicht durchdringen. Der andere Wächter feuerte in Panik aus seiner vollautomatischen Schrotflinte.
Er verfehlte sein Ziel komplett, denn das hatte wieder begonnen, sich zu bewegen, und einen Augenblick später ließ der krachende Einschlag des gerüsteten Mannes den Putz von einer Säule splittern.

Das Lasergewehr erwachte erneut zum Leben, scheiterte aber auch diesmal am armaplastfaserverstärkten Stoff der Robe. Die Riposte bestand aus der flachen Seite des gerade eroberten Schwertes, die den Wächter so hart am Helm traf, dass der Mann einfach zusammenklappte.

Chianni war jetzt völlig schutzlos und wich angsterfüllt vor dem Eindringling zurück bis er an die Balustrade stieß und nicht weiter konnte.
"Imperatore mio, wer oder was bist du? Was willst du von mir?"

Wortlos umgriff der Eindringling Ardimentoso enger; sein Finger fand den in der Parierstange versenkten Knopf und drückte ihn.
Der primitive Maschinengeist erwachte, der Biosporenleser überprüfte ob die Hand, die ihn hielt, lebendig war und verglich ihren genetischen Code mit seinem Speicher.

Eine Entladung zuckte über das Schwert als das Energiefeld aufgebaut wurde und die feinen Verzierungen entlang der Klinge begannen in gespenstischem Blau zu leuchten.
Das Peitschen der Elektrizität ließ Chianni ängstlich aufschreien, er versuchte panisch zurückzuweichen doch in Fluchtrichtung ihm war nur die Balustrade und der Abgrund dahinter.
"Willst du Geld? Ich gebe dir soviel du willst! Alles! Aber bitte..." Seine Stimme erstarb in einem Quieken als der Fremde ausholte.

Die tödliche Klinge schwang direkt auf seinen Hals zu und Chianni wartete auf den Tod.

Doch der Tod kam nicht.

Die Klinge war vor seinem Hals zum Stehen gekommen, so nah, dass er das Kribbeln der Elektrizität auf seiner Haut spüren konnte. Er wollte Schlucken doch er traute sich nicht, aus Furcht, dadurch das zerstörerische Energiefeld zu berühren.

Ohne die Schwertspitze nur einen Millimeter zu bewegen richtete der Fremde sich zu voller Größe auf und streifte mit der freien Hand seine Kapuze nach hinten.

Aus dem Schatten erschien das Gesicht eines Mannes.
Ein Gesicht, welches - bis auf die tiefbraune Hautfarbe - dem Mann auf dem riesigen Gemälde an der Wand hinter ihm wie aus dem Gesicht geschnitten war.

"Ich bin Bruder Victor vom ehrenwerten Orden der Blazing Angels. Doch bevor ich zum Astartes wurde war ich Ansghar Chianni Vittore Natale Mossiano von Malfi. Und jetzt bin ich gekommen um zu holen was meine Familie mir in ihrem Verrat schändlich verweigert hat. Vater."
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Folgenden Benutzern gefällt dieser Beitrag von TalonOne:
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" Faust "

Beitragvon TalonOne » So 8. Mär 2015, 16:07

Alt und war irgendwie untergegangen. :roll: Aber jetzt endlich hier

Mephir grunzte verärgert als schon wieder einer der Kultisten seine Feuerlinie kreuzte. Er verzögerte seinen Schuss für einen Moment und stieß dann einen leisen Fluch aus, da der Tempeldiener, auf den er angelegt hatte, schon hinter einer Hausecke verschwunden war.

Genau darum hasste er es, zusammen mit untrainierten Sterblichen zu kämpfen. Die übereifrigen Krantus-Brüder gingen ihm schon seit seiner Ankunft hier auf diesem Drecksplaneten auf die Nerven.

Ein anderer Tempeldiener blickte hinter einer Hausecke hervor und Mephir belohnte ihn mit einem schnellen Schuss zwischen die Augen. Der Bolter der in seiner überdimensionierten linken Hand ruckte und das Geräusch mit dem der behelmte Kopf platzte waren bei Weitem nicht befriedigend genug.

Er wünschte sich sehnlichst, endlich sein Versteck in dem primitiven Lieferwagen verlassen zu können und jedem verdammten Mistkerl in der Kapelle mit seiner geliebten Energiefaust den Schädel zu zerschmettern. Feind ebenso gerne wie Freund, so weit es ihn betraf.

Doch so schnell das plötzliche offene Auftreten eines Champions der Chaos Space Marines die Verteidiger der Kapelle zum Rückzug bewegen würde, so schwer wäre es daraufhin, das Diebesgut vom Planeten zu bringen.
Er war nicht ohne Grund Leibgardist seines Hexer-Generals, doch auch er konnte es nicht mit der geballten Macht der Polizeikräfte, Arbites und PVS einer ganzen Makropole aufnehmen.

So war er gezwungen, weiter hinter den Segeltuchplanen des Lastwagens zu kauern und auf Gelegenheitsziele zu schießen während die Krantus-Brüder den ganzen Spaß hatten.
Es schien Ewigkeiten zu dauern bis der Vorhof endlich gesichert war und die ersten Kultisten durch eine Nebentür in die Kapelle eindringen konnten. Mephir klopfte gegen die Fahrerkabine, das lang ersehnte Zeichen bis zum Eingang des einst von strahlend weißem Marmor umrahmten Gebäudes vorzufahren.
Die großen Reifen holperten auf dem Weg über einige Leichen von Messdienern die leichtsinnig versucht hatten, die attackierenden Kultisten mit einfachen Stöcken und leichten Handfeuerwaffen abzuwehren.
Der Fahrer setzte zu einem Rammstoß gegen das Tor an aber Mephir kam ihm ungeduldig zuvor und setzte über die Kabine hinweg. Hier konnte ihn niemand mehr von den Balkonen der Makropoltürme sehen.
Noch während die Federung des Lieferwagens sich quietschend entspannte rammte der ehemalige Astartes mit der enormen Masse seiner Servorüstung gegen die Tür und brach einfach hindurch. Sein grotesk großer linker Panzerhandschuh leuchtete in einem Rückhandschlag auf und schleuderte mit einer krachenden Entladung zwei menschliche Gestalten quer durch den Vorraum der Kapelle.
Mit einem Achselzucken registrierte der Chaos Space Marine, dass die zerschmetterten Leiber, welche auf einem silbrigen Aquila-Mosaik zur Ruhe gekommen waren, die blau-orangenen Roben der Krantus-Brüder trugen. Sie hatten ihren Zweck erfüllt.
Sein Bolter fand magnetisch geführt die Aufhängung im Rückenmodul der dunkelgrauen Rüstung. In den beengten Verhältnissen war die Boltpistole besser geeignet. Nicht, dass er vor hatte, sie viel zu verwenden.
Mit einer kalten Vorfreude ließ er tödliche Energiefaust ihr Energiefeld aufbauen bevor er damit die Tür zum Gebetsraum zertrümmerte.
Darin erwartete ihn nicht nur das Relikt, das sein General haben wollte, sondern auch eine Fünfergruppe aus äußerst wütend dreinblickenden Sororitas.
Ein Grinsen schlich sich auf Mephirs Gesicht. Vielleicht war diese Mission doch nicht ganz so langweilig wie befürchtet.
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Re: Fragmente [Kurzstory Sammlung] :: Kommentare erlaubt~

Beitragvon Runenleser » So 8. Mär 2015, 17:30

Erstmal großes Lob wegen der Geschichten!
Vor allem haben mir folgende gefallen :
Späne und Alpha^^

Kurze Frage zu "Späne". Handelt es sich hierbei um Tyraniden, gegen die Norvald gekämpft hat?

Kann man auch ein Wunschthema, bzw. Volk äußern? :mrgreen:
Niemand kann mich zwingen, auf seine Art glücklich zu sein, sondern ein jeder darf seine Glückseligkeit auf dem Wege suchen, welcher ihm selbst gut dünkt, wenn er nur der Freiheit anderer, einem ähnlichen Zwecke nachzustreben, nicht Abbruch tut.
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Re: Fragmente [Kurzstory Sammlung] :: Kommentare erlaubt~

Beitragvon TalonOne » Mo 9. Mär 2015, 10:10

Vielen Dank für die positive Rückmeldung :D

Es klingt sehr nach Tyraniden, ja. Aber ich hab' es absichtlich nicht fest identifiziert.

Klar kann man, ob ich dann auch in absehbarer Zeit was draus mache steht natürlich auf einem anderen Blatt :wink:
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Blackout

Beitragvon TalonOne » Mo 11. Apr 2016, 20:12

Uralt. Komisch dass die hier nirgends gepostet ist. Vielleicht weils kein 40k ist? Egal.

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Blackout hätte wütend geknurrt, wäre ihm das in seiner momentanen Form möglich gewesen. Der Sikorsky MH-53 Pave Low den er nachahmte war klobig, hässlich und unbeweglich.
Das Original zu scannen und dann zu zerstören war viel zu einfach gewesen. Keine Herausforderung. Langweilig. Er hoffte, dass sein nächster Auftrag wenigstens einen würdigen Gegner bringen würde, diese Menschen waren einfach Schwächlinge.

Zwei ihrer Abfangjäger überflogen ihn.
Sie hatten ihn entdeckt.
Seltsam, er war sich sicher, dass er unter dem Radarschirm geblieben war, aber das war jetzt auch egal.
Sie funkten ihn an und gaben ihm Anweisung auf einem Stützpunkt zu landen.
Er glich die Koordinaten mit denen in seinem Speicher ab. Perfekt, diese Idioten führten ihn direkt zu seinem Ziel. Ein abgelegner Stützpunkt irgendwo in einem Sandloch, das die Menschen Katar nannten.

Ein abgelegner, hell erleuchteter Stützpunkt, korrigierte er sich einige Sekunden später als der weitläufige Komplex in Sicht kam. Er legte in seinem Gedächtnis eine Karte an, nur für den Fall, dass er sie brauchen würde.

Er überlegte, ob er direkt angreifen sollte oder erst landen um die erschrockenen Gesichter zu sehen.
Er entschloss sich für letzteres.

In einer Staubwolke ging der falsche Pave Low nieder, umringt von Humvees voller eifiriger Soldaten mit Sturmgewehren im Anschlag und erhellt von kilowattstarken Scheinwerfern.
Eine Stimme brüllte etwas von Triebwerken, erhobenen Händen und tödlicher Gewalt. Blackout war das egal, seine Bühne war vorbereitet.
Seine Maschinensinne nahmen mit Genugtuung die entsetzten Gesichter wahr als er seine humanoide Gestalt annahm und hunderte in panik abgefeuerter Kugeln von seiner Panzerung abprallten.
Dann nahmen sie mit noch mehr Genugtuung wahr wie seine Maschinenkanonen zu feuern anfingen und eine blutige Schneise durch die Soldaten frästen.
Eine Schockwelle aus seiner Torsobewaffnung schleuderte die Humvees wie Spielzeuge durch die Gegend und verdampfte die überlebenden Soldaten in seiner Nähe.

Zwei Panzerabwehrraketen krachten in seine Front und ließen ihn kurz taumeln, aber eine Blackouts eigene Raketensalve machte kurzen Prozess mit dieser Bedrohung.
Er schickte sich an, die in sauberen Reihen geparkten Panzer zu zerstören, als ihn eine seiner Subroutinen an sein eigentliches Ziel erinnerte. Der Datenserver im Kommandobunker.

Er kickte mit einem elektronischen Seufzen noch einen Lastwagen um, dann stapfte er zum Bunker hinüber. Die Baracken und vereinzelten Humvees, die ihm im Weg waren, verlangsamten seinen wütenden Laufschritt kaum. Ebensowenig wie die Kugeln und vereinzelten Granaten die noch immer unablässig wirkungslos von ihm abprallten.
Unter grässlichen Kreischen riss er das Stahlbetondach des Serverraums ab und griff hinein. Einen Augenblick später hatte er die Datenverbindung hergestellt. Noch ein bisschen Hacken und er würde alle Daten haben die er brauchte und mit seinem Zerstörungswerk fortfahren können.
Das Durchforsten der riesigen Datenmengen nahm ihn so sehr in Anspruch, dass er viel zu spät realisierte, dass der Beschuss aufgehört hatte.
Als er dann stutzig wurde, konnte er gerade noch einen weißen Schemen zu seiner linken ausmachen bevor eine große stählerne Faust in seine Flanke hämmerte und ihn meterweit durch die Luft wirbelte. Er konnte im Flug nur einen vagen Eindruck von etwas aufschnappen, das aussah wie ein menschliches Flugzeug, aber dann zuckte elektronischer Schmerz durch seinen Körper als er hart auf dem Betonfeld aufschlug. Ein Autobot? Hier?

Er wirbelte am Boden herum, hob seinen Waffenarm und feuerte seine Autokanonen ab, gefolgt von einer Raketensalve. Das unbekannte Flugobjekt wurde zwar getroffen aber zuckte kaum unter den Einschlägen. Als der aufkommende Wind den Rauch davongeweht hatte, sah Blackout seinen Feind zum ersten Mal klar und deutlich vor sich.

Zu Blackouts entsetzen hatte er hatte sich transformiert.
Sein neuer Feind war humanoid, zwar schlank gebaut, aber doppelt so hoch wie er selbst. Seine Panzerung war schneeweiß, bis auf einige schwarze Streifen und einen Totenkopf auf der Brust. Und er hatte kaum einen Kratzer.
Blackout spürte keinen Spark in ihm. Eindeutig kein Autobot. Seine Logik lieferte nur Fehlermeldungen, die Menschen sollten nichts derartiges besitzen!
Viel weiter kam er mit seinen Gedanken nicht, denn das Monster packte ihn am mechanischen Kragen und zerrte ihn mühelos in die Höhe.

Eine junge Stimme hallte aus den Lautsprechern am gehörnten Kopf des Monsters:
„Ich bin normalerweise ja ein echt netter und umgänglicher Mensch. Aber wenn jemand meine Kameraden angreift werde ich verdammt sauer!“

Dem Decepticon waren die großen Worte egal. Seine Nahkampfwaffe, die aus dem Heckrotor seiner Helikopterform bestand, erwachte jaulend zum Leben und die rasiermesserscharfen Rotorblätter wirbelten auf das Bein des Monsters zu. Seine Klingen hatten die Baracken und in früheren Zeiten dutzende Autobots zerhäckselt, also würden sie auch hier ihr Werk tun.

Die Klingen dellten den Oberschenkel kaum ein bevor sie mit einem hässlichen Krachen zersplitterten. Der Roboter stutzte. Das war neu.

Die Stimme meldete sich wieder. „Ich habe keine Ahnung wer oder was du bist, Freak. Aber jetzt bist du erledigt.“
Blackout erstarrte. Sein Gehirn arbeitete auf Hochtouren aber er fand einfach keinen Ausweg. Er hatte das erste Mal in seinem Leben so etwas wie Angst.

Das Monster hob eine schwere Waffe und richtete sie auf Blackouts Brust.
Das letzte, was der Decepticon in seinem Maschinenleben wahrnahm und was sich mit seinem Todesschrei allen seinen Brüdern ins Gedächtnis hämmerte, war der Name, der stolz in die Brustplatte des Monsters eingraviert war: VF-1S Valkyrie.


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