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Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Ihr habt euch eine epische Geschichte ausgedacht? Dann immer her damit.

Moderatoren: Imunar, Moderatoren

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Bewertung:
  • Nicht bewertet
  

Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » So 8. Feb 2015, 22:22

Die schlechte Nachricht gleich zuerst. Es wurden leider nur 4 Geschichten bis heute eingereicht. :| :| Aber nichts desto trotz möchte ich sie euch nicht vorenthalten und die Mühe der Autoren soll auch seinen Lohn bekommen.
Noch mals die Regeln:
Die Geschichten sind anonym ich bitte also alle Autoren zu schweigen und Andeutungen zu vermeiden welche Geschichte von ihnen ist.

Die Bewertungsphase lasse ich bis zum 22.03.2015 laufen. Denke mal in der Zeit kann man 4 Geschichten schaffen. Vor allem da sie zusammen gerade mal auf knapp 25 Din A4 Seiten kommen.


Die Bewertungen nicht hier posten, sonder mir bis zum Ende der Frist mir per PN zuschicken. Die Bewertungen sollen wie folgt aussehen.
Handlungsverlauf: Gemeint ist wie die Geschichte sich von der Handlung entwickelt. Ist sie schlüssig und passt gut zusammen oder ist sie nur ein Flickenteppich aus allen möglichen.

Charaktere: Sind sie nachvollziehbar und glaubwürdig oder einfach nur merkwürdig und ohne wirklichen Konzept bis übertrieben mächtig und perfekt.

Flufftreue: sollte klar sein. Wie weit passt das alles zu den Hintergrund von 40 oder ist das einfach nur Müll

Lesefluss: Auf perfekte Rechtschreibung und Absatzregelung kommt es nicht an, aber wie gut war die Geschichte dennoch zu lesen. Ging es flott und angenehm oder musste man lange rätsel was der Autor sagen will.

Die 4 Bereiche werden mit je bis zu 10 Punkten versehen.
Ein Beispiel für die Note:
Handlung: 7/10
Charaktere: 8/10
Flufftreue: 7/10
Lesefluss 9/10
Gesamtnote:7,75


Es sollten bitte alle Geschichten auf einmal benote werden und mir dann per PN zugeschickt werden. So ist es für mich übersichtlicher. Ich werde auch die Noten nur dann für eine Gesichte zählen, wenn der User, der diese abgegeben hat auch die Anderen Gesichten benotet hat. Also Entweder alle Bewerten oder keine :ugly:

Dann wünsche ich Viel Spaß mit den nun folgenden Texten und hoffe auf einen reichliche Benotung.

Das Ergebnis:
Auf den Letzten Platz
Gebt mia en W! 6,43
Handlung: 6,34 Punkte
Charaktere: 6,34 Punkte
Flufftreue: 4,34 Punkte
Lesefluss: 8,67 Punkte

Auf den Dritten Platz
Es geht vorwärts 7,18
Handlung: 4,74 Punkte
Charaktere: 6,5 Punkte
Flufftreue: 9,25 Punkte
Lesefluss: 8,25 Punkte

Auf den Zweiten Platz
6X0-6XF: Der Beginn von CSB und Leonidas Parzival 8,13
Handlung: 8,5 Punkte
Charaktere: 6,5 Punkte
Flufftreue: 8 Punkte
Lesefluss: 9,5 Punkte

Und auf den ersten Platz und damit der SIEGER
Stille von TimmoeFFC 8,5
Handlung: 8,67 Punkte
Charaktere: 8,67 Punkte
Flufftreue: 8 Punkte
Lesefluss: 8,67 Punkte

Ich bedanke mich bei denen die wenigsten Mit gemacht haben und gratulieren den Sieger.
Zuletzt geändert von Alex_McLee am Mo 23. Mär 2015, 12:52, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » So 8. Feb 2015, 22:33

Es geht vorwärts

Die Granaten fliegen im regelmäßigen Rhythmus über uns hinweg. Jedes Mal höre ich das Pfeifen und kurz darauf zittert die Erde. Ich versuche nicht zu sehr dran zu denken, was passieren würde, wenn die Basilisken zu kurz schießen würden. Gestern hat es wohl Graben D32 erwischt. Ich war selber nicht mit dabei, aber die Gespräche hört man überall. Den dritten Zug hat die Granate fast zur Hälfte sofort ausgelöscht. Von den meisten hat man nur Teile gefunden, die überall lagen. Ein Teil der Überlebenden wurde durch die Erde begraben. Klar, die anderen haben sofort mit dem Graben angefangen, trotzdem sind noch drei andere umgekommen. Waren wohl Weißbleche, die armen Kerle, hatten vielleicht eine oder zwei Wochen auf dem Planeten. Aber sie es jetzt hinter sich, uns steht es noch bevor.
Ich schaue mich um. Der lange Graben wurde mit dicken Holzbohlen verstärkt. An einigen Stellen kann man sehen, dass hier Glyphen ins Holz geritzt wurden. Beide Seiten haben hier ihre Markierungen hinterlassen. Manche behaupten, wir hätten die Stellungen schon 20-mal befreit und ebenso häufig auch wieder aufgeben müssen. Die Ledermäntel gehen gegen solche Kommentare immer härter vor. Waren es letzte Woche noch verbale zurecht Weisungen, sind es jetzt schon Prügelstrafen. „Zersetzung der Moral“ war die offizielle Begründung mit der Markem ausgepeitscht wurde. Seine komplette Kompanie durfte zusehen, als die Peitsche geschwungen wurde.
Der nächste Granateneinschlag holt mich wieder in das hier und jetzt zurück. Irgendwas hat sich verändert. Ich erkenne auch in den anderen Gesichtern, dass etwas in der Luft liegt. Kleine Details verraten, dass die Spannung steigt. Einige halten ihre Waffen fester, umklammern sie regelrecht. Man erkennt es an den Fingern, wenn das Blut rausgedrückt wird und sie weiß werden. Bei Kreed erkennt man es immer an seinem runden Gesicht. Seine Kiefer fängt dann an sich zu bewegen. Tolles Zeichen, beim Poker sieht man daran immer, ob er blufft. Mein Blick fällt auf unseren Leutnant. Seine Uniform wirkt euch heute wie frisch gewaschen. Gott, wie schafft er das hier in den Gräben. Jeder andere von uns hat Erdflecken auf Hose und Armen. Es ist eigentlich unmöglich sich hier nicht dreckig zu machen. Was denke ich hier… Ich sollte mich auf meinen Job konzentrieren. Als Soldat von Cadia fantasiert man nicht über Wäsche und saubere Uniformen. Wir sind die Faust des Imperators und nicht die Sonntagsgarde aus Mordia.
Der Blick des Leutnants wandert zur Seite. Seine Augen weiten sich kurz, nur um sich dann zu Schlitzen zu verengen. Was ist passiert? Och ne, wir haben Besuch bekommen. Was für eine Arroganz legt der Kerl an den Tag. Schreitet hier durch den Graben als wäre auf einer Parade auf dem Landefeld. Der schwarze Ledermantel flattert hinter ihm. Was will der jetzt hier? Kein gutes Zeichen. Er schreitet direkt zu unserem Anführer. Selbst die Einschläge der Granaten scheinen ihn nicht zu berühren. Wird der Rhythmus gerade wieder schneller? Bedeutet es, dass es gleich wieder soweit sein wird? Eine kurze, verächtliche Geste zum Leutnant lässt dem Kommissar einen Augenblick um uns zu mustern. Er scheint nix entdecken zu können, was er gegen uns verwenden kann. War das gerade ein Hauch von Enttäuschung, die über sein Gesicht wanderte. Was für ein *#~"*, denke ich mir, typisch Ledermantel. Wo unsere Offiziere vorbildlich mit uns arbeiten und leiden, wollen diese Möchtegern Helden uns nur nach vorne peitschen. Ich muss mir auf die Zunge beißen, damit ich nicht weiter solche Gedanken habe. Es wäre mein Todesurteil, sowas auch nur im Ansatz zu äußern.
Während der Gefechtshagel zunimmt erhalten wir eine Ansprache. Sie soll uns Mut machen für das was folgt, unseren Glauben festigen, damit er uns besser schützt als die Armaplastrüstung. Viele finden Halt in den Worten, doch leider habe ich zu viele der Angriffe mitgemacht. Wir stürmen vor und werfen uns ins Feuer. Jeden Schritt den wir vorwärts machen bezahlen wir mit dem Leben der Kameraden. Wir erreichen die Gräben der Orks und es kommt zum brutalsten Nahkampf. Wenn es klappt erobern wir den Graben. Häufig genug müssen wir uns wieder zurück fallen lassen. Auch ein eroberter Graben ist kein Grund zur Ruhe, immer und immer wieder greifen auch die Orks an. Mal erobern sie einen Graben zurück mal versacken auch sie im Schlamm. Der Eifer der Orks ist erstaunlich, egal wie sehr wir ihnen zusetzen. Ich habe manchmal die Befürchtung, dass sie am Ende die Herren der Galaxis sein werden und nicht wir.
Die Rede wird uns immer noch ins Gesicht geschriehen, als ich plötzlich jedes Wort verstehen kann. Meine Verwunderung ist nur kurz, als ich plötzlich überall in den Gräben Pfeifen hören kann. Es trillert an allen Ecken und Enden. Sturmangriff. Es ist soweit, die Schlacht geht weiter. Alle wenden sich dem Rand des Grabens zu. Ich drücke meine Körper über die Holzwandung und richte mich auf. Ich sehe eine neue Welt, wieder einmal haben die Granaten das Vorfeld komplett umgegraben. Neue Hügel und Löcher wurden geschaffen. Wir laufen los, unser Offizier vorne, wir folgen dicht darauf. Ich bin mir sicher der Kommissar lässt genug Abstand damit er uns alle im Blick hat. Keiner wird zu früh stehen bleiben. Es geht vorwärts. Wieder einmal…
Und was lernen wir daraus?

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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » So 8. Feb 2015, 22:34

Stille

Lyra rannte einen metallenen Steg entlang. Ihre Schritte hallten gedämpft durch die schäbige Umgebung der oberen Makropolebenen. Kleine Nagetiere und für ihr Empfinden viel zu große Käfer wichen in verschiedenste Öffnungen, Rohre und andere Versteckmöglichkeiten am Rand des Stegs aus, als sie in Sichtweite kam. Hinter ihr konnte sie ihre Verfolger mit ihren schweren Feldstiefeln stampfen hören. Einer gab hektisch rufend einige Anweisungen, andere wiederholten diese oder schrien durcheinander.
Lyra bemitleidete sie fast. Natürlich nur fast, denn jeder von ihnen hatte den Tod mehr als verdient. Gleichzeitig ärgerte sie sich jedoch auch über den Fehler, den sie gemacht hatte und der sie erst in diese Situation gebracht hatte. Auf der Flucht vor Dilettanten und Versagern. Menschen. Einfach gestrickte, kleingeistige Schläger, Mörder, Vergewaltiger. Sie wusste, sie würden allesamt innerhalb der nächsten Minuten sterben.
Der Steg endete und vor ihr tat sich ein Abzweig auf. Sie nahm den rechten Weg und folgte diesem, überlief zwei Türen und durchschritt die dritte. Eine schwere Stahltür, die sie hinter sich nur anlehnte. Die Männer die ihr auf den Fersen waren, mussten sich aufgeteilt haben. Sie konnte nur noch den Klang von vier Stiefelpaaren deutlich wahrnehmen. Der Rest musste entweder auf Händen laufen, an der Decke hangeln oder aber einfach in die andere Richtung gegangen sein.
Sie musste ob der Leichtigkeit der bevorstehenden Aufgabe lächeln. Dieses Lächeln würde jedoch niemals jemand zu Gesicht bekommen. Erst Recht nicht die vier Soldaten, die gerade den Raum hinter der ersten Tür kontrollierten.
Lyra spähte aus dem Türspalt und sah, dass einer draußen Wache hielt, während die anderen drei innerhalb des Raumes verschwunden waren.
Blitzschnell schlüpfte sie zurück auf den Gang, legte mit der an ihrem Handgelenk befestigten Nadelpistole auf den, sich gerade ihr zuwendenden, Wächter an und schoss ihm sauber einmal in die Brust, einmal in den Hals und einmal in den Kopf. Während die Geschosse auf ihr Ziel zuflogen überschlug sie, dass ihr Kontrahent mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,46% tot sein würde, da sie sein Herz und sein Hirn empfindlich beschädigen würde. Mit einer Wahrscheinlichkeit von etwa 93,87% würde der Tod leise und sauber sein, da sie außerdem die Stimmbänder zerstört, oder wenigstens irreparabel beschädigt haben würde.
Ihre Berechnungen waren korrekt. Sie traf sauber die weichen Stellen unterhalb des Brustbeines, knapp unterhalb des Kinnes und das rechte Auge des Mannes. Das linke Auge vor Entsetzen geweitet, ging der Feind zu Boden. Sie konnte einen unauffälligen Mann mittleren Alters erkennen, der vermutlich gerade an den Moment dachte, an dem er sich vom Imperium losgesagt und anderen Mächten die Treue geschworen hatte.
Wie dem auch sei, er war tot und Lyra hatte sich anderen Zielen zuzuwenden. Zuallererst den drei Zielen, die sich nach wie vor hinter der Tür befanden. Sie schlich den Gang entlang und wagte einen Blick durch die Tür. Es handelte sich um einen etwa rechteckigen Raum in der verschiedene Maschinen standen, deren Bedeutung und Funktionsweise sich ihr nicht erschlossen. Was sie aber erkannte war, dass die Maschinen gerade so hoch waren, dass man die Köpfe der durchsuchenden Krieger erkennen konnte. Wie praktisch, dachte sie und musste erneut lächeln. Beinahe zu einfach. Sie überprüfte die Munitionsanzeige ihrer Nadelpistole und entschied daraufhin, diese Feinde im Nahkampf auszuschalten.
Der Feind, der sich linksseitig der Tür an der Wand entlang bewegte, sollte zuerst sterben. Lyra schlich sich an ihn heran und durchtrennte mit einem sauberen Schnitt ihres Kampfdolches Stimmbänder, Sehnen, Knorpel und Schlagadern am Hals ihres Gegners. Blutend wie ein gestochenes Bantra starb der Mann in ihren Armen. Sie hasste die Unsauberkeit und den Schmutz des Nahkampfes, den Gestank des Blutes, der Angst und in den meisten Fällen auch der Exkremente, den sterbende Feinde verströmten. Was jedoch viel schlimmer war, war, dass dem Feind das automatische Gewehr aus den Händen fiel. Sie konnte es zwar gerade noch auffangen, doch der Stümper, dem gerade das Blut wie ein Miniaturwasserfall auf die Jacke lief, hatte das Magazin seiner Waffe nicht einrasten lassen, sodass es durch den Ruck, der durch Mann und Gewehr ging aus dem Schacht auf den Boden schlug. Für sie schien der Aufschlag des Magazins gleichzusetzen zu sein mit dem Start eines Landungsschiffes des Astra Militarums. Erschrocken wandten sich die beiden übrigen im Raum verbliebenen zu ihr um.
Jetzt musste es schnell gehen. Sie ließ den Sterbenden fallen, sprang über eine der Maschinen und stürzte sich auf den Krieger, der ihr am nächsten war. Er schaffte es zwar sich zu ihr herumzudrehen, doch musste schon im nächsten Moment seinem Körper gehorchen, als ein Tritt in seine Genitalien ihn zusammensacken ließ. Noch während er zu Boden ging stach ihm Lyra heftig in Hals und Brust. Die geübte Kämpferin wusste genau, wo bei ihren Feinden Wirkungstreffer zur Eliminierung des Zieles zu setzen waren. Die Klinge schnitt durch die leichte Schutzweste des Mannes wie ein heißer Draht durch Butter. Beim Aufschlag des Feindes war sie bereits wieder verschwunden.
Der letzte Soldat begann das Feuer zu eröffnen. Doch nicht auf Lyra, sondern auf seinen Kameraden. Sein Hirn konnte den schnellen Positionswechsel nicht verarbeiten. Einen Sekundenbruchteil später fiel auch er der Klinge zum Opfer. Lyra rauschte seitlich heran, brachte ihn mit einem Sprung zu Fall und beendete ihr Werk mit zwei kurzen Stichen, die die wichtigsten Organe des Mannes zerstörten.
Es herrschte wieder angenehme Stille.
Lyra liebte diese Ruhe. Sie konnte nicht sagen warum, doch wirklich alles ging in wohliger Ruhe besser, als wenn um sie herum Chaos herrschte.
'Keine Zeit', dachte sie, stand auf und ging zur Tür. Beim Rausgehen hörte sie aus den Voxgeräten des toten Türwächters wieder die Stimme des aufgeregten Anführers, der Truppe. Er würde wohl keine Antwort erhalten.

Einige Meter weiter hatte sie etwas oberhalb ein Abflussrohr entdeckt, in dem sie sich Verbergen konnte, bis die Aufregung sich ein wenig gelegt haben würde.
In der Regel mieden sie die meisten Lebewesen. Die Aura, die sie ausstrahlte sorgte dafür, dass die meisten sich in ihrer Gegenwart unwohl fühlten. Außer diesem einen etwa handtellergroßen geschuppten Insekt, dass sich neugierig auf sie zu bewegte und mit seinen entsetzlich langen Fühlern umher tastete. Es hatte blaue Facettenaugen und eine sonderbare Zeichnung auf dem Rücken. Erneut wollte sie sich vor Ekel schütteln, hatte sich aber unter Kontrolle. Organismen mit mehr als 4 Beinen widerten sie einfach an. Ihr Einsatz bei der Tyranideninvasion von Nakaresh sollte für sie damals zu einer wahren Tortur werden. Insekten soweit das Auge reichte und Lyra mittendrin. Nichtsdestotrotz erfüllte sie ihren Auftrag und stellte den Beschuss der feindlichen Zoantrophen beinahe im Alleingang ab. Der Gedanke an mehrgliedrige krabbelnde Kreaturen, ließ sie nun aber doch schaudern.
Lyra tadelte sich selbst dafür, dass ihre Gedanken von ihrem Ziel abgewichen waren. Sie hatte den Feind bereits erreicht gehabt, hatte jedoch übersehen, dass sich neben den vier offensichtlichen Leibwachen, die ihren Waffen bereits zum Opfer gefallen waren, noch ein weiterer verborgener Krieger im Raum aufhielt. Sie hatte ihr Ziel markiert und wollte gerade die Entladung auslösen, als sich das Monster auf sie stürzte und sie entschied ihren Schuss auf das sie angreifende Wesen abzufeuern. Die Kreatur, humanoid, größer als ein Krieger des Adeptus Astartes, nackt, grüne Haut, Hufe statt Füßen und ein Vogelkopf verging in dem Lichtblitz und ließ nur noch den Gestank von Ozon zurück.
Lyra war im Nachhinein klar, dass dies die Sekunde war, die dem Hexer der Verräterlegion ausreichte um vor ihr die Flucht anzutreten. Im Nachhinein wusste sie auch, dass sie genug Zeit vor ihrem eigenen Tod gehabt hätte, das Ziel ins Jenseits zu schicken. Entgegen weitverbreiteter Annahmen lebte sie jedoch gern und wusste, dass sie tot niemandem mehr nützen würde. Auch wenn diese Entscheidung womöglich zahlreichen Soldaten des Militarums einen Tag weniger auf diesem Planeten verschaffen könnte. Der Hexer selbst war entkommen und Lyra hatte wenig Lust in einem heroischen Endkampf gegen die Speichellecker ihres Zieles umzukommen. Sie entschied sich also auch zu entkommen und das Ziel in einem neuen Anlauf zu eliminieren. Sie war gut und wusste das auch. Das Ziel war so gut wie tot, ob nun heute oder morgen machte für sie keinen Unterschied.
Lyras offizelle Bezeichnung war Subjekt 2-2-16-H und sie wurde vor 86 terranischen Umläufen in den Ebenen von Ish auf dem Planeten Krom 2 geboren. Die wenigen Freunde, die sie unter den ihren hatte, nannten sie jedoch Lyra, nach einem alten terranischen Musikinstrument. Man sagte ihr nach, dass sie eine schöne Singstimme hatte – nicht, dass das irgendwie von belang wäre, doch ihr gefiel der Name. Aus diesem Grund akzeptierte sie es, so genannt zu werden.
Erneut war sie in Gedanken versunken. Erneut tadelte sie sich. Lyra rezitierte stumm die Riten der Konzentration, um sich wieder zur Besinnung zu rufen.
Auf ihrem im Helm verarbeiteten Schirm ließ sie sich die Position des Zieles anzeigen. Die starke psionische Aura die er ausstrahlte ließ ihn leuchten wie ein Stern im Zentrum eines Systems. Zumindest für sie.
Der Hexer hatte sich in seiner Festung weitere Stockwerte nach oben verkrochen. Und Lyra befand sich immerhin nach wie vor im selben Gebäude. 26 Stockwerke trennte Lyras Aufenthaltsort vom Versteck ihres Kontrahenten. Der Scan des Gebäudes zeigte ihr außerdem, dass sich hier noch mindestens noch 15 Krieger der Verräterlegion aufhielten, verteilt über beinahe das ganze Bauwerk, die sich aber rasch in Richtung ihres Anführers zurück zogen. Die bevorstehende Aufgabe erschien ihr bis hierhin recht einfach. Trotz ihres Versagens beim ersten Versuch, stand sie schon vor weitaus unmöglicheren Aufgaben. Sie vermied es jedoch diesem Scan allzuviel Glauben zu schenken. Nicht noch einmal sollte ihr das Ziel aus Überheblichkeit durch die Lappen gehen.
Sie entschied sich einen etwas umständlicheren Weg zu nehmen um das Ziel von oben angreifen zu können. Es war ihr wichtig den feindlichen Kriegern so gut es ging auszuweichen. Nicht dass sie es nicht mit jedem, vom einfachen Soldaten bis zum genetisch verbesserten Transhumanen hätte aufnehmen können, doch es zählte das eh schon verschreckte Ziel nicht noch weiter aufzuscheuchen. Ihr Ziel wusste dass sie kommen würde, dass sie sich von nichts und niemandem aufhalten lassen würde.
Der ekelerregende Käfer war nun beinahe an ihrer Hand. Für Lyra höchste Zeit das Abflussrohr zu verlassen, bevor sie von diesem Tier noch berührt würde. Mit einem eleganten Satz verließ sie das stinkende Rohr und machte sich auf den Weg zu den Außenwänden des Gebäudes.

Seit Tagen tobten um die Stadt heftigste Kämpfe. Das Militarum rückt vor, erblutet sich einige Meter Boden, nur um von den Verrätern wieder zurückgeworfen zu werden. Lyra war froh das Speculum zu tragen. Der Gestank des Todes war unerträglich. Mit Räumschilden ausgerüstete Panzer schoben die Toten und zu schwer verwundeten in hastig ausgehobene Gräben hinter den Linien, um einen Ausbruch von Krankheiten zu verhindern.
Der Weg zu den Außenmauern verlief problemlos. Lyra machte sich daran an der Fassade hinaufzusteigen. Ihr Geschick war groß und ihre Ausbildung umfassend, sodass der Aufstieg ihr keinerlei Probleme bereiten sollte. Leise und vorsichtig erklimmte sie Stockwerk um Stockwerk der Zitadelle, während die untergehende Sonne die Stadt in ein bedrohliches rotes Licht tauchte. Unter ihr hörte sie die Schreie der Sterbenden, das Rattern von automatischen Waffen, das Zischen von Lasergewehren. In regelmäßigen Abständen donnerte der Beschuss der schweren Waffen durch den Abendhimmel.
Gerade wollte sie den nächsten Vorsprung greifen, als plötzlich das Gebäude erzitterte. 'Verdammt' fluchte Lyra innerlich. Einer dieser Tölpel muss das Gebäude mit etwas ziemlich Großem getroffen haben. Brocken schweren Plastbetons brachen über und unter ihr aus der Fassade und bahnten sich ihren Weg nach unten. Lyra war gezwungen den Plan zu ändern und sich innerhalb des Gebäudes weiter zu bewegen. Einen Absturz wollte sie dann doch nicht riskieren. Es wäre auch zu ärgerlich gewesen nicht durch die Hand des Feindes, sondern die Inkompetenz des Militarums umzukommen.
Eine großes Stahlrollo versperrte ihr den Eintritt, doch keine zwei Meter entfernt fand sich ein Riss in der Befestigung, durch den sie schlüpfen konnte. Mit ihrer Körpergröße, die gerade einmal im unteren Durchschnitt des aktuell üblichen Maßstabs lag, schien es ihr als habe der Imperator persönlich diesen Riss nur für sie dort hin platziert. Im Inneren fand sie sich in einer Art Strategium wieder. Zentral stand ein großer Taktiktisch, dessen holographische Projektionen jedoch abgeschaltet waren.
Vor sich hörte sie schwere Ceramitstiefel auf dem Boden scheppern – feindliche Astartes. Würdige Feinde. beinahe. Lyra stellte sich selbst die Frage, Töten oder Umgehen? Jeder Verräterastartes, der zurück zu seinen Göttern geschickt wird, ist ein Astartes weniger, der aufrechte imperiale Soldaten töten konnte - und sie würden viele imperiale Soldaten töten, bis sie im Laserfeuer verglühen.
Schlussendlich entschied sie zu handeln, schaltete ihr Visor auf Wärmesicht und folgte der Energiesignatur der Astartes. Die zwei patrouillierten an einem Treppenaufgang entlang. Vermutlich einer, den Lyra sowieso hätte nehmen müssen. Einer der beiden hatte seinen Helm aufgesetzt, der andere wurde durch ein Horn, das aus seinem Schädel wuchs, daran gehindert. Sie trugen antike Rüstungen. Lyras Kenntnisse bezüglich Rüstungen des Adeptus Astartes waren alles andere als umfassend, doch sie erkannte, dass es zumindest sehr alte Rüstungen sein mussten, möglicherweise sogar aus der Zeit der Häresie des Erzverräters selbst.
Astartes allein waren natürlich schon furchterregende Feinde. In Rüstungen stieg die Gefahr, die von ihnen ausging um ein vielfaches. Wenn man es dann noch einberechnete, dass diese Feinde seit etwa 10 Millennia nichts anderes taten, als Krieg zu führen, entstand ein wahrlich furchteinflößendes Szenario. Zumindest für einen Normalsterblichen. Lyra hingegen war selbst nur zu einem Zweck ausgebildet. Zu töten. Von diesem Standpunkt aus gesehen, konnte man durchaus von einem fairen Kampf sprechen.
Sie entschied zuerst den gehörnten Legionär aus ihrem Spiel zu nehmen.
Selbst die Astartes nahmen Lyra unbewusst wahr. Sie schienen rastlos zu sein, nicht die ängstliche Rastlosigkeit, die man bei gewöhnlichen Menschen sah, eher das ständige Überprüfen von Ausrüstung, Waffen, Munition und Rüstungsteilen. Lyra würde ihnen ihre Rastlosigkeit nehmen.
Sie tauchte aus ihrem Versteck hinter einer Ecke auf und feuerte fünf Nadelgeschosse auf den unbehelmten Krieger ab. Alle 5 trafen ihr Ziel, doch außer Gefecht setzen, oder sogar töten, konnte keines der Projektile. Die Nadeln schlugen zwar in seinem Schädel ein, aber eine Reaktion seitens des Kriegers blieb aus. Die Astartes erwiderten das Feuer mit ihren Boltern und Lyra stürmte in einer Zick-Zack-Bewegung auf sie zu. Erneut zahlte sich das lange Training und die genetischen Verbesserungen aus. Der Feind konnte unverletzt erreicht werden. Nach menschlichem Maßstab ist bereits ein Astartes unglaublich schnell. Im Vergleich zu Lyra bewegen sich diese gerüsteten Riesen jedoch trotzdem wie in Zeitlupe.
Lyra sprang etwa einen Meter vor dem Verräter ab und rammte ihm ihr Knie unter das Kinn. Der Treffer war hart, einem Sterblichen hätte es wohl den Kiefer zertrümmert und ihn Blut sabbernd zurückgelassen. Blut sabberte der Astartes auch, aber nur weil Lyra zwei kurze Stiche mit ihrer Klinge in die Wange und unter das Ohr des Feines setzte.
Sie nahm den Schwung ihres Sprunges mit, um den Astartes an seinem Kragen zu Boden zu reißen. Sie musste jedoch feststellen, dass ihr Gegenüber standhafter war, als sie angenommen hatte. Die Option einen am Boden liegenden Astartes zu töten stand also nicht zur Verfügung. Dann blieb nur die brachiale Variante. Wie ein Wirbelwind stach sie auf den Feind, der zu keiner vernünftigen Gegenwehr fähig war, ein. Solange bis die Verbindung zwischen Hirn und Körper vollständig unterbrochen war, bis ihr Kontrahent tot zusammenbrach.
Der andere Krieger beobachtete den Tod seines Kameraden und ging auf Lyra los. Zu spät erkannte sie die heransausende Rechte des Verräters. Sie schaffte es gerade noch die Arme hochzureißen, um wenigstens ihren Kopf zu schützen. Der Treffer war hart und schmerzhaft, jedoch nichts, was sie aus ihrem Kampffluss bringen konnte. Lyra tauchte ab, stach ihr Kampfmesser fest in die ungeschützte Gegend zwischen Tiefschutz und Oberschenkel. Der wütende Schrei, den sie durch das Helmgitter ihres Feindes hörte, bestätigte ihr den Treffer. Lyra hatte die Initiative zurück gewonnen. Stich für Stich, Schnitt für Schnitt setzte die Killerin Treffer an den flexiblen Gelenken der Servorüstung, bis ihr Gegenüber schließlich mit Wunden übersät war. Ein Stich durch die Augenlinse beendete den Widerstand ihres Zieles und gab den Weg zum Treppenaufgang frei. Stille erfüllte den Gang. Zufrieden machte sie sich auf den Weg nach oben.
Sie musste sich in einem Wartungsaufgang befinden. Eine metallene Treppe mit gelöcherten Stufen führte mehrere Stockwerke nach oben und unten. Beinahe genervt verzog sie hinter ihrem Animus das Gesicht. Schon wieder dieser schreckliche Krach. Von unten hörte sie Stiefelgetrampel und konnte durch die Stufen mehrere Feinde die Treppen nach oben stürmen sehen. Stockwerk für Stockwerk eilte sie weiter ihrem Ziel entgegen. Sie war schneller als ihre Verfolger, doch irgendwann würde die Treppe wohl ein Ende haben.
Die Attentäterin rief, während sie rannte, den Umgebungsscan auf. Ihr Ziel war jetzt ganz nah. Lediglich ein Stockwerk trennten sie und den Hexer. Sie entschied, als sie auf einer Ebene mit ihm war, den Treppenaufgang zu verlassen und ihren Feind doch direkt zu attackieren. Das Speculum war aufgeladen und bereit. Zuerst musste sie jedoch die nachrückenden Feinde loswerden.
Der Raum, der sie hinter der Tür, erwartete war eine exakte Kopie des Stockwerkes, auf dem sie die beiden Astartes erledigt hatte. Rechts und links der Tür verlief ein Gang, der nach wenigen Metern um eine Ecke bog. Geradeaus befand sich eine weitere Tür. Dahinter sollte, laut ihrem Scan ein weiterer rechteckiger Raum liegen, an dessen Ende ein Portal zu Aufenthaltsort ihres Zieles war. Die Engstelle der Tür würde die optimale Position sein, um sich ihren Häschern zu stellen.
Das Trampeln hinter ihr wurde lauter. Sie mussten sie nun bald erreicht haben.
Sie drehte sich zur Tür und machte sich kampfbereit. Als das Gesicht des ersten Mannes in der Tür auftauchte lächelte sie erneut, sah auf den kleinen Gegenstand in ihrer linken Hand und aktivierte die Sprengladungen, die sie vor wenigen Momenten sowohl an der Tür, als auch an der letzten Treppe befestigt hatte.
Glücklicherweise hatte einer der Verräterastartes einen Gürtel mit 4 Granaten mit sich geführt. Diese hatten ihr eine Menge Ärger erspart.
Ein Quietschen und Knarzen erfüllte das hinter ihr liegende Treppenhaus. Dann ein Krachen. Sie blickte aus der Tür. Die Treppe war übersät mit den Resten ihrer Feinde. Sie waren blindlings in Lyras Falle getappt. Dem Mann den sie gesehen hatte, als er gerade durch die Tür treten wollte, hatte es die komplette Linke Körperhälfte versängt. Es stank nach verbrannter Haut. Der Mann jammerte etwas in einer fremden Sprache. Der Lärm machte Lyra wütend. Sie zeigte sich barmherzig und erlöste den Verräter von seinem Leiden. Erneut Stille.
In diesem Moment brachen Teile des Treppenabsatzes und stürzten in sich zusammen. Niemand würde sie jetzt noch an der Erfüllung ihrer Pflicht hindern. Nach unten würde sie jedoch einen anderen Weg finden müssen.
Bedächtigen Schrittes, ja beinahe stolzierend, passierte sie den Gang, achtete nicht auf die ketzerischen Symbole, die an die Wände geschmiert worden waren. Der Raum vor ihr war leer, zumindest was Freund oder Feind anging. Es schien sich um eine Art Opferraum zu handeln. Überreste von Lebewesen besudelten einen Altar in der Mitte. Das Bild reihte sich in eine ganze Anzahl ähnlicher Szenerien, die sie bereits häufiger auf, vom Chaos befallenen, Planeten beobachtet hatte. In den Augenwinkeln schien sie schattenhafte Kreaturen wahrzunehmen, doch wandte sie sich diesen zu, war an der Stelle nichts als die Leere des Raumes. Ein penetrantes Flüstern erfüllte den Bereich rund um den Altar. Lyra wusste genau womit sie es zu tun hatte. Die überall gefürchteten Schrecken des Warp. Sie wusste auch, dass gerade sie die letzte war, die sich vor den Kreaturen des Empyriums fürchten müsste. Es war eher umgekehrt. Wann immer sie Scheusalen aus dieser anderen Dimension begegnet war, hielten diese gebührenden Abstand oder ergriffen die Flucht. Lyras bloße Anwesenheit war eine Qual für diese Abnormitäten.
Was bringt einen Menschen dazu sich vom Licht des Imperators abzuwenden und stattdessen diesem offensichtlich falschem Glauben zu folgen? Lyra konnte sich diese Frage beim besten Willen nicht beantworten. Wenn sie so recht darüber nachdachte wollte sie das aber auch nicht. Sie wollte in Erster Linie ihren Auftrag erfüllen, dabei so viele Ketzer nur möglich mitnehmen und, falls es machbar wäre, lebend aus diesem Turm fliehen. Die Chancen standen nicht schlecht.
Direkt vor ihr befand sich nun das Portal hinter dem sich ihr Ziel befinden sollte. Ihrem Opfer musste es in diesem Moment sehr schlecht gehen. Nichteinmal der mächtigste Psioniker kann der Aura widerstehen, die sie so unweigerlich verbreitet.
Lyra schob die Tür einen Spalt auf. Der Scan trügte wie immer nicht. Mit dem Rücken zu ihr gewandt stand dort, in schwere taktische Cybotrüstung gehüllt, der Mann, den sie seit 46 Tagen, 14 Stunden, 58 Minuten und 22 Sekunden verfolgte. Er trug die verderbten Symbole seiner Götter auf seiner, in dunklem rot gehaltenen, Panzerung. An seinem Gürtel baumelten seltsame Talismane, Fetische und andere Gerätschaften, die sie nicht zuordnen konnte. In der rechten Hand hielt er seinen Hexerstab, der von einer Art flammenden Auge gekrönt wurde. Retten würde dieser ihn aber trotzdem nicht.
„Ich wusste, dass sie dich nicht würden töten können.“ begann der Hexer und wandte sich zu Lyra um. Sein Gesicht war alt. Gezeichnet von etlichen Narben. Welche davon aus Kampfhandlungen hervorgingen und welche ritueller Natur waren, konnte Lyra nicht sagen. Der lippenlose Mund wurde von einer Reihe spitz angefeilter Zähne geziert. Ein Auge war das eines Menschen, das andere gelb und schlangengleich. „Euresgleichen findet immer einen weg. Ihr seid wie Tiere auf der Suche nach Futter. Was haben sie dir gesagt? Was wurde dir versprochen? Ein Leben nach dem Tod an der Seite deines Leichengottes? Dein Dasein ist eine Krankheit!“ Er redete sich in Rage. Wurde wütend. Begann im Kreis zu gehen. Lyra reagierte instinktiv und kopierte seine Bewegung. Sie würde nicht riskieren, dass der Hexer ihr zu nahe kam. Er war zwar nicht mehr in der Lage Hexerei zu wirken, einen Menschen machte es trotzdem nicht aus ihm. Er war ein uralter Astartes, der schon Krieg geführt hatte, als an ihre Existenz noch nicht einmal zu denken war.
„Ein Wesen wie du, sollte nicht existieren“, fuhr er fort. „Zumindest nicht in der Vorstellung des Imperiums. Was glaubst du würden sie mit dir machen, wenn du nicht für ihr Programm geeignet gewesen wärst. Nichts als Staub wäre noch von dir übrig“
Der Hexer redete und redete. Seine Stimme schnarrte wie als hätte er ein Problem mit seinen Stimmbändern. Lyra wusste, dass er nur Zeit gewinnen wollte. Sie wusste, dass er seine Kräfte ihr gegenüber nicht nutzen konnte und somit auf Verstärkung angewiesen war. Soviel Zeit sollte er nicht bekommen.
„Folge mir. Kämpfe an meiner Seite und dir wird der unsterbliche Ruhm der wirklichen Herren des Universums zuteil. Gemeinsam werden wir die Galaxis unterwerfen. Unsere Feinde werden vor uns Knien. Die Senatoren Terras, dieser dekadente Haufen alter Männer, wird winselnd vor uns kriechen. Wie viele deiner Freunde wurden auf ihre Anordnung in den Tod geschickt? Was...“
„Hexer!“ unterbrach ihn Lyra „du sprichst so viel und sagst trotzdem gar nichts. Deine Zeit ist um.“
In diesem Moment richtete sie die volle Macht des Animus Speculum auf den Hexer und beendete sein Leben in einer gewaltigen Entladung aus negativer psionischer Energie. Innerhalb einer Sekunde brannte der Körper des Feindes vollständig aus und ließ nur noch seine leere qualmende Rüstung zurück. Scheppernd fielen Stab und Panzerung zu Boden.
Lyra hatte es geschafft. Sie überprüfte das was von ihrem Ziel übrig geblieben war uns grinste selbstzufrieden. Außer der Ausrüstung und den widerlichen Geruch nach Ozon deutete nichts mehr auf ihren psionisch begabten Feind hin. Sie machte sich auf den Weg diesen scheußlichen Ort zu verlassen, bevor das Militarum das Gebäude in seiner Inkompetenz womöglich noch zum Einsturz brachte. Im gehen übermittelte sie dem Culexus Tempel des Officio Assassinorum, dass sie ihren Auftrag erfolgreich abgeschlossen hatte. Um sie herum herrschte endlich wieder Stille.
Und was lernen wir daraus?

"Dass alles an einem Chaosspacemarine gefährlich ist, selbst seine Kacke!"
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Alex_McLee
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » So 8. Feb 2015, 22:35

6X0-6XF: Der Beginn


Der schwarze Bug wurde durch die hinter dem Planeten hervorbrechende Sonne in helles Licht getaucht. Für den neutralen Betrachter sah er jetzt fast weiss aus und glitzerte wie ein Spiegel, der in tausend Stücke zerbrochen war. Zum Elften Mal wurde dieser Planet umrundet und abgetastet mit allen verfügbaren Scannern, während die Fragile Diamond versuchte, eine stabile Umlaufbahn zu halten. Alois konnte den Captain fluchen hören, ohne darauf zu achten. Er war in die Berichte der Außenteams vertieft. Während alle Scans weiterliefen und eine verwüstete Welt anzeigten, waren die Städte des Planeten noch so dicht besiedelt wie in den letzten vorhandenen imperialen Unterlagen. Nur dass diese Bevölkerung… naja irgendwie geartete Menschen waren, aber nicht das, was hier ursprünglich gesiedelt hatte. Hier war mit Sicherheit eine fremde Macht aktiv. Nur welche?

Ein Mann war vom Außenteam gefangengesetzt worden und befand sich nun an Bord der Fragile Diamond. Seit er hier war, hatten sich die Bedingungen auf dem Schiff drastisch verändert. Es waren nur drei Tage. Aber die hatten gereicht, um das Schiff in einen äußerst kritischen Zustand zu bringen.

Am Rand konnte Alois das Kom hören. Es waren meist keine normalen Durchsagen. Sondern Geräusche. Tierlaute. Grunzen und ähnliches. Manchmal waren auch gedämpfte Schreie darunter. Die Nerven der Mannschaft lagen blank. Die Krankmeldungen erreichten mittlerweile einen kritischen Hochstand. Nur noch eine Rumpfbesatzung war im aktiven Dienst und auch die konnte es kaum erwarten hier wieder zu verschwinden. An Bord der Fragile Diamond herrschte Hysterie. Gespenstergeschichten und Märchen von bösen Geistern machten die Runde.
Mannschaftsmitglieder waren angeblich verschwunden. Alle wollten nur noch weg. Ohne bewaffnete Eskorte seiner getreuesten Mitarbeiter konnte sich Alois gar nicht mehr frei bewegen. Sie würden wenn nötig für oder mit ihm in den Tod gehen, das war der Schwur, den sie geleistet hatten. Als Astro Missionarius Alpha des großen Ministratums, sozusagen als Frontkämpfer von Terra war es ihm durchaus bewusst, dass es finstere Mächte gab, die er bekämpfen musste und deren Einfluss er dämmen musste, wo immer er auftauchte. Doch in diesem Falle benutzte er die Verdrängung der Tatsachen, um dem Ganzen Herr zu werden. Nur so verzagte sein Herz nicht vor Angst. Nur so konnte er mit gutem Beispiel voran gehen und der restlichen Truppe ein Vorbild in Standhaftigkeit bleiben in diesen düsteren Tagen. Er schaute ein letztes Mal auf den Datablock mit dem Bericht des Außenteams und beschloss alles auf eine Karte zu setzen.

Er musste einfach herausfinden, was hier vor sich ging, allein schon um der vielen Verluste wegen. Er hatte das Verhör schon zu lange hinausgezögert. Denn Alois hatte schon fast den Mut verloren hier weiterzumachen. Alles in ihm schrie ihm zu, sofort das Weite zu suchen. Nur eine Sache hielt ihn zurück. Sein eigener Schwur, den er vor so vielen Jahren geleistet hatte. Niemals vor dem Verderben der finsteren Mächte zurückzuweichen, sondern standhaft zu bleiben und auf den der auf dem Thron sitzt zu vertrauen. Also musste er es machen. Auch wenn er wusste dass die Schrecken hier direkt von dem Planeten stammten, von wo auch der Gefangene stammte.

Die Informationen auf dem Datablock gaben wenig her. Der Mann hieß Caleb W. Grant. Er war Anführer eines Kultes auf dem Planeten. Ein Kult, der sicher auch bald den ganzen Sektor 6X0-6XF bedrohen würde. Welche Macht diesen Mann zu einer solchen Position gebracht hatte, ging aus den Aufzeichnungen nicht hervor. Nur das Verhör konnte mehr erweisen. Alois atmete schwer, sein Atem kam als weißer Dampf aus seinem Mund. Wieder ein plötzlicher Abfall der Raumtemperatur. Von einer Sekunde auf die andere. Er schaute seine Männer an, die ihre Kragen enger um ihren Hals zogen und auf der Stelle traten, um die Kälte fernzuhalten. In ihren Augen konnte er ebenfalls Furcht entdecken. Er schloss die Augen und sagte mit bebenden Lippen. „Führt mich zum Gefangenen!“
Die wenigen Arbeiter, die noch an Bord ihrer Tätigkeit nachgehen konnten funkelten ihn unverhohlen hasserfüllt an als er an ihnen vorbeischritt. Nur er konnte den Befehl zum Aufbruch geben, doch das tat er nicht. Noch nicht jedenfalls und solange das so war, hoffte er, dass es keine Revolte auf der Brücke gäbe.

Die Oberlichter auf den Gängen und Korridoren spielten teilweise verrückt. In einem nervtötenden Wechsel gingen sie an und aus. Immer im Wechsel, sodass sie wie Kacheln wirkten. Schwarz-weisse Kacheln. Als sie schließlich vor dem Verhörraum stehen blieben, gab er seinen Begleitern letzte Instruktionen. „Tomas, Gerald und John mit mir. Ed und Stefan halten vor der Tür Wache.“ Und dann wandte er sich um und murmelte noch ein Gebet zu sich selbst eher er eintrat: „Gesegnet bist Du in Deinem Eingehen und Ausgehen, stehe uns bei in dieser finsteren Stunde . . .“ und betrat den Verhörraum.


War es nun wieder wärmer geworden? Er spürte jedenfalls etwas, als er den Gefangenen betrachtete. Dieser sah aus, als käme er aus einem Elendsviertel direkt aus Barbudamada seiner eigenen Heimatmakropole auf Necromunda. Trotz seiner hageren Statur schien der Mann von drahtiger Kraft zu sein. Er sass zumindest noch aufrecht und blickte verstörend entschlossen im Raum umher. Alois überlegte, ob er die Pistole gleich ziehen sollte um klare Verhältnisse zu schaffen. Aber er wies zwei seiner Begleiter an, auf den Mann zu zielen. Für alle Fälle. John sollte den Kontakt mit dem restlichen Schiff halten. Er wollte das Verhör eröffnen, aber der Gefangene kam ihm zuvor: „Ah, das Imperium ist wieder da! Und was will es diesmal hören?“


Alois versuchte seine verärgerte Überraschung beiseite zu schieben und das Gespräch unter seine Kontrolle zu bringen. „Ich stelle hier die Fragen und Du redest nur, wenn ich Dich was gefragt habe, klar?“ Immerhin war seine Pistole gut sichtbar. Das Licht im Raum flackerte kurz. Vielleicht nur eine Täuschung. Sie waren alle überreizt. Der Gefangene nickte ihm zu, anscheinend völlig unbeeindruckt. Der Missionar Alois schickte gleich seine erste Frage hinterher, um ihm keine Chance zu geben, wieder dazwischen zu funken: „Wer bist Du wirklich und was hast Du auf diesem verfluchten Planeten gemacht?“ Das befragte Subjekt schien ihn eine Weile nur anzusehen, fast schon zu mustern. „Rede, Gefangener. Oder es ist gleich Schluss“ Wenn der Mann den Entschlossenen spielen konnte, konnte Alois das auch. Wenigstens gerade im Moment noch.


„Grant, ich bin immer noch Caleb Grant. Keine Sorge mein Name wird sich kaum ändern.“
Alois änderte die Taktik, da Caleb Grant scheinbar nicht für Bedrohlichkeiten empfänglich war und ging stattdessen etwas auf ihn ein. „Was wird sich denn deiner Meinung nach ändern?“
„Nun, ich bin oder vielmehr war ein freier Mann und jetzt, . . . jetzt bin ich Ihr Gefangener. Das ist schon Teil der Veränderung. Ein kleiner Teil. Da unten… vollzieht sich der Grössere.“
Die Gelassenheit, mit der Caleb die Sätze von sich gab war wirklich frappierend und zutiefst verstörend. Das musste Todesverachtung sein. Oder Gehirnwäsche oder der Verstand dieses Mannes war einfach zu lange irgendeiner Finsternis ausgesetzt gewesen, dachte Alois Mokbear.

Er versuchte aber weiterhin für klare Verhältnisse zu sorgen. Wie viele Chaoskultisten hatte er doch schon gebrochen durch seine Methoden. Hunderte, im Laufe der Jahre, viele hatten am Ende um Gnade gewinselt. Was also sollte an diesem hier so besonders sein? Obwohl er zugab, dass die Umstände tatsächlich alles andere als normal waren. John lehnte sich zu ihm vor. Raunte ihm ins Ohr: „Auf den Decks 11 und 12 ist scheinbar eine Art Strahlung freigesetzt worden. Offenbar gibt es Tote...“ Das absolut Letzte, was Alois jetzt gebrauchen konnte. Nur noch ein wenig mehr davon und die Besatzung der Brücke würde meutern und von hier fliehen, ohne seinen Befehl abzuwarten. Und wahrscheinlich täte sie sogar Recht daran. Alois musste die Kontrolle behalten bis er wusste, was Caleb wusste. Also raunte er zurück: „Haltet die Brücke hin. Sagt ihnen ich treffe Vorkehrungen zur Abreise. Ich brauche höchstens noch eine halbe Stunde.“ Und danach würde er sie weiter hinhalten. Oder unter Bewachung stellen. Im schlimmsten Fall erschießen. Wenn es zum Schlimmsten käme, könnte seine Leibgarde das Schiff zumindest auf einen Kurs weg von hier bringen.


„Ja, Du bist ein Gefangener! Mein Gefangener und Empfänger meines Urteils!“ Sagte er streng und verschränkte die Arme auf dem Rücken. Er blickte diesem Caleb jetzt direkt auf Augenhöhe ins Angesicht. „Was genau passiert dort unten auf diesem Planeten?“
Caleb lächelte ihn an. „Ihr würdet es doch sowieso nicht verstehen. Warum erschießt ihr mich nicht?“
Ja, das sollte er wirklich tun. Die Zeitspanne war zu knapp noch etwas Sinnvolles aus diesem Korrumpierten herauszuholen. John wollte sich gerade wieder mit einer Rückmeldung von draußen zu ihm vorlehnen, aber Alois wehrte ihn ab. Nicht jetzt. Aber warum nicht? Irgendwie schien ihm der Gefangene etwas zu versprechen. Eine Art Offenbarung. Wenn er ihn nur erschießen würde. Hier waren starke Kräfte am Werk. Und Alois fühlte, wie sich sein eigener Verstand zunehmend verselbstständigte.

Der Teil seines frommen Glaubenslebens, der ihn am meisten mit Stolz erfüllt hatte, war immer, die Tatsache gewesen, dass einen wahrhaft Gläubigen nichts aus der Fassung bringen konnte. Er wurde seit einiger Zeit leider wieder und wieder eines Besseren belehrt. Aber er war noch nicht so sehr außer sich und außerhalb seines Glaubens, dass er einem Jünger des Chaos einen offenbaren Wunsch erfüllen würde.


„Beim heiligen Thron zu Terra! Du wirst nicht erschossen, Du wirst allerhöchstens gestehen, welche Verbrechen zu dieser Katastrophe da unten geführt haben!“ brüllte er seinen Gefangenen an. Caleb verzog nur kurz das Gesicht. Lächelte dann wieder. Dann beschrieb er mit seinem Kopf eine halbe Drehung als wollte er sagen, dass seine Antworten doch auf der Hand läge und der Missionar nur zu beschränkt sei, dies zu erkennen. „Was mit dieser Welt… Nein, auf dieser Welt geschieht ist eigentlich nichts Besonderes. Man könnte es den Lauf der Dinge nennen… Es ist nicht mal etwas Neues. Es ist schon mal geschehen.“ Dann grinste er wieder, als hätte er etwas verdammt Nützliches in die Runde geworfen.

Und da war die Stimme von John, die wieder an Mokbears Ohr drang. Und von Meuterei auf diversen Decks faselte. Alles entglitt hier… ins Chaos. Und der einzige Fixpunkt war dieser Verfluchte vor ihm. Er musste die Antwort haben. Die Welt da unten verkehrte sich ins Böse. Die Fragile Diamond wahrscheinlich auch. Er würde hier drin verrecken oder die Antwort irgendwie rausbringen.
„Und wenn ich dich erschieße? Kultist? Dann wirst du zumindestens mal aufhören in Rätseln zu sprechen? “ Achtete er noch darauf wie sich seine Stimme anhörte? Beherrscht oder hysterisch? Er war doch erst ein paar Minuten hier drin? Oder war das länger? Und um ihn herum waren Geräusche. Aber er ordnete sie nicht ein. Er blieb auf Caleb fixiert. War an ihn gebunden. Denn das war der einzige Fixpunkt. Der einzige ruhende Pol hier drin.


„Ja, ich bin das was Ihr einen Kultisten nennt. Meine Karriere, lieber meinen Werdegang, müsstet Ihr eigentlich aufgezeichnet haben irgendwo. Ihr seid doch das mächtige Imperium? Mir wäre es allerdings eher recht, ihr würdet mich Ketzer nennen.“ Caleb hatte hier scheinbar Alles im Griff. Er beherrschte mit seinem Starrsinn ein Verhör, das gar keines war. Das hier war nur ein weiterer Teil dessen, was sein Kult auf dem Planeten angerichtet hatte. Alois zog die Brauen hoch und schüttelte den Kopf. „Karriere? Das ich nicht lache. Für mich bist du nur ein jämmerlicher kleiner Wurm, im besten Fall ein Wurm mit ein paar nützlichen Informationen. Aber eben nur ein Wurm, der in den Lauf meiner Pistole schaut!“ Jetzt zielte er mit seiner Pistole genau auf die Mitte von Calebs Gesicht. Das schien eine Art Erregung bei dem auszulösen.

Caleb wurde nur noch aufmüpfiger.
„Natürlich, darum auch diese Gefangennahme und das kleine Verhörspielchen, darum auch der Schweißgeruch! . . . Das Imperium stinkt, das muss ich ihnen wirklich sagen, Herr . . . Wie heißen Sie eigentlich, der sie einen gefesselten Mann mit einer Pistole bedrohen müssen?“ Fragte er und schien zum ersten Mal ernsthaft interessiert an dem Gespräch zu sein. Alois Halsschlagadern pochten wie wild. Am liebsten hätte er einfach abgedrückt und endlich die Flucht ergriffen. Doch irgendwie fühlte es sich so an, als ob er ihm damit noch einen Gefallen erweisen würde. Und nichts lag ihm im Moment ferner, als dies zu tun. Wieder riss Caleb das Wort an sich, bevor Alois überhaupt antworten konnte. „Ihr denkt ich hätte das ausgelöst, Ihr denkt, dass ich die Massen kontrolliere, dabei geht die Welt nur ihren eigenen, natürlichen Gang.“ Nochmals schüttelte Alois sich, bevor er etwas erwiderte und die Pistole wieder runternahm. „Mein Name ist Alois Mokbear. Ein Huldiger des Imperators der Menschheit, vor dem Du Deinen Götzendienst verantworten wirst, Ungläubiger!“ Niemals würde er ihm den Gefallen tun und ihn auch noch so nennen wie er genannt werden wollte.


„Von ihren Götzen weiß ich nichts, aber es ist schön Sie kennen zu lernen Herr ...Missionar!“ lächelte Caleb und unterstrich damit seine Ablehnung, die Fragen zufriedenstellend zu beantworten.
Wutverzerrt schrie Alois den gefesselten Mann an: „Sie erkennen nicht, welche Stunde für Sie geschlagen hat. Für welchen Chaosabschaum geben Sie ihren dreckigen Körper dahin, hä? Für den Schicksalsweber oder den Blutgierigen? Den Perversen oder den Verwesenden? Ich habe schon alle ihre hässlichen Gesichter gesehen und habe trotzdem triumphiert. Glauben Sie ja nicht, dass Einer dieser Götzen Ihnen jetzt noch helfen könnte.“
„Ich kenne diese Götzen nicht und bete sie auch nicht an. Offenbar ist das Imperium nicht halb so wissend, wie ich angenommen habe. Und Hilfe erwarte ich auch nicht. Ich sehne das, was jetzt kommt herbei. Ob sie es nun mit Folter würzen wollen ist mir gleichgültig.“ sagte der gefangene Caleb plötzlich todernst.
„Reden Sie endlich Klartext und lassen Sie das geschwollene Blabla endlich weg, es reicht, Grant. Ihr Leben hängt am seidenen Faden!“ Alois verschränkte nun die Arme vor der Brust, sodass die Pistole auf seinem Arm ruhte und wippte ungeduldig mit den Füssen.


Caleb schaute zum Missionar auf. „Ja, ihre Geduld ist bald am Ende und das Gleiche geschieht auch schon auf ihrem Schiff. Gerade läuft einer Amok auf Ebene 11. Am Ende kommt Alles raus!“ Er schloss die Augen, als er weiterredete, wie wenn er vor dem inneren Auge sehen könnte, was noch kommen würde. „Es ist ganz einfach, Imperium, hier geht es nicht um Krieg, um Gewinn, um Sex und Macht. Sondern hier geht es um das Ende all dieser Dinge. Es geht um… Befreiung. Um Reinheit. “
Da riss Caleb wieder seine Augen auf und starrte den Missionarius Alpha gespannt an, als hätte er ihm das Geheimnis des Universums verraten. Es waren Geräusche im Raum. Aber Alois hörte sie nicht.


Vielleicht irrte sich Alois, aber ihm deuchte, dass sich Calebs Augenfarbe verändert hatte.
Caleb legte nach, um noch deutlicher zu werden, als würde er ein Kind belehren: „Keine Kriege mehr, keine Ränkespiele, keine Lust, auch kein Fleisch mehr, das nur krank wird und verwest.... Keine Götter mehr, weder Ihrer, noch ein Anderer. Endliche Vollkommenheit.“
Alois nahm etwas Schwung und knallte dem Gefangenen den Knauf seiner Pistole gegen die Wange. Calebs Kopf ruckte nach Hinten. Blut und Spucke spritzen Meterweit in den Raum hinein.
Irgendetwas rumorte hinter Alois, aber er hatte keine Zeit sich darum zu kümmern. Sollte es irgendwelche Störungen geben, mussten sich seine Begleiter damit befassen. Und die waren effektiv genug. Alois war nur auf den Gefangenen fixiert.

„Dein Tod wird absolut sein, Ketzer! Deine Häresie ist untragbar! Der Imperator, von allen geliebt wird immer über uns wachen!“
„Uh, getroffen...“ schnaufte Caleb und spuckte Blut und abgebrochene Zahnstücke aus. „Der Imperator, . . . verhasst wie alle anderen Götter dieser Sphäre.“ lachte er hinterher, so gut es ihm gerade gelang. Sein Mund war voller Blut, von den Schmerzen mal ganz abgesehen, aber seine Augen strahlten vor Kraft und… was war es…? Heiterkeit?


Alois resignierte vollständig und hielt ihm die Pistole an den Kopf. „Falls Sie noch etwas Sinnvolles zu Protokoll geben wollen, dann ist jetzt die letzte Möglichkeit dazu.“ Es war keine Zeit mehr. Caleb, wem immer er auch dienen mochte, war einfach nur wahnsinnig. Das hier hatte sich erledigt.
Caleb bewegte seinen Kopf an der Pistole vorbei, um Alois ins Gesicht sehen zu können. „Einen echt harten Schlag haben Sie da Missionarius, aber Nichts im Vergleich zum Arm des Todes selbst . . . Und ja, ich habe noch etwas zu sagen, bevor das Unvermeidliche endlich eintrifft. „
„Was wäre das?“ schrie Alois hysterisch. Es war ihm egal wie er auf seine Begleiter wirken mochte. Die Panik war dabei, die letzten Dämme in seinem Inneren zu brechen.
„Der Tod ist nicht Alles! Etwas ist darin enthalten, was ihr Gott und die Götter aller anderen fürchten. Ewas das ihr fürchten werdet.“
„Sprich es endlich aus, Schandmaul, dann können wir das hier hinter uns bringen!“ brüllte Alois, die Pistole direkt an die Stirn Calebs haltend. Selber zitternd, sabbernd… bald schon eine Ausgeburt des Chaos, das die Welt unter ihnen verschlang.
„Es ist ein Name. Ich verrate ihn dir... wenn du mich mir in den Bauch schießt.“ sagte Caleb. Sein bevorstehender Tod schien ihn weiterhin nicht zu ängstigen sondern zu beflügeln. „Es ist ein Name.“


Die Atmosphäre im Raum änderte sich plötzlich. Alois konnte seinen Atem vor sich als weiße Wolke sehen und spürte eine Kälte an seinen Beinen heraufkriechen, die nicht von Außen zu kommen schien. Es war unheimlich. Etwas in ihm schrie ihm kontinuierlich zu, endlich abzudrücken. Warum er diesem Impuls folgend den letzten Wunsch des Kultisten erfüllte und ihm in den Bauch schoss, anstatt in den Kopf, konnte Alois später nicht mehr sagen. Seine Laserpistole riss ein blutiges, verbranntes Loch in Calebs Unterbauch. Es stank nach Ozon und verbrannten Eingeweiden. Caleb schrie zwar auf, doch ob vor Schmerzen oder Freude war bei den Tönen nicht zu deuten.
Er fing sich wieder, ein letztes Mal, und sprach ganz langsam. „Das war sehr gut . . . Ich fühle ihn . . . Er kommt . . . Er nimmt mich an . . .“
Alois taumelte einen Schritt zurück, was passierte hier nur? Die Wände schienen sich zu verflüssigen und kamen mal auf ihn zu und entfernten sich ein anderes Mal von ihm. Alles schien sich zu drehen. Hinter ihm drangen Geräusche und Schreie an sein Ohr, doch was vor ihm geschah, nahm ihn ganz in Verschlag. Er brauchte einen Fixpunkt, sonst würde er sich übergeben. Er schaute ganz entsetzt auf den sterbenden Caleb. Der schien weiterhin das Gravitationszentrum aller Vorgänge zu sein. Er war die Stille. Der Fixpunkt. Und Alois gezwungen, ihn anzusehen.


Der Sterbende schaute ihn mit einem völlig pupillenlosen weißen und und einem völlig randlosen schwarzen Auge an und sprach mit einer unmenschlich tiefen Stimme zu ihm: „Keine Sorge, Imperium. Hier ist meine Botschaft: Malal.“
Dann blubberte er seltsame Wortfetzen: „Malal... duge... namoh, namah... Malal.“
Caleb, oder was auch immer da vor ihm zusammengesackt auf dem Stuhl saß, schien den Geist aufzugeben und verschied mit einer steinernen Miene und ausgestreckter Zunge, die beiden unnatürlichen Augen weit aufgerissen. Fleisch wie Stein. Ein Abbild seines letzten Wortes.
Malal. Alois Schädel hämmerte unter dem Druck der Physik und der psionischen Kräfte, deren Wirken nun nicht mehr zu leugnen war. Aber auch unter dem Druck der Erkenntnis. Er kannte diesen Namen. Wusste nicht genau woher... nicht genau aus welcher Zeit, aber der Name war da. Er musste hier weg. Das ganze Schiff musste hier weg. Und zwar seit vorgestern!


„Wir müssen zur Brücke! Der verdammte Planet wird gleich explodieren!“ Er wollte seine Begleiter packen und merkte erst jetzt, dass er keine Begleiter mehr hatte. Sie lagen tot an den Wänden und der Tür des Verhörraumes. Entsetzlich entstellt, als hätten sie sich gegenseitig zerfleischt. Alois hatte aber keinerlei Zeit, über diesen Umstand irgendwie nachzudenken. Es gelang ihm, die Tür manuell zu öffnen und auf den Korridor zu stolpern. Zur Brücke. Und weg von hier! Er gab schon über Kom den Befehl sofort Kurs zu setzen und zu springen. Es musste gelingen. Diese Nachricht musste das Ministratum erreichen, die Inquisition... Aber noch während er durch die leeren und rot erleuchteten Korridore taumelte, dachte er... „Ich habe nur ein Wort. Ich muss erst wissen...“ und dann dröhnte eine Bewegung durch das Schiff, die Erlösend war. Es war der Sprung. In den Warp und weg von hier. Weg von der verfluchten Welt, die gerade dabei war, etwas zu gebären, erneut zu gebären, was schon in uralten Folianten nur noch Legende war.


Alois ergab sich in eine wohlige Ohnmacht. Sollte er wieder erwachen, hatte er eine neue Mission. Ein Wort. Eine Botschaft. Ein Omen. Malal. Seine neue Nemesis.

ENDE
Und was lernen wir daraus?

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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » So 8. Feb 2015, 22:37

Gebt mia en W!


Der Donner der Geschütze hallte über die Ebene und das Blitzen der Einschläge auf den Schutzschild blendete jeden der sie direkt ansah. Selbst die schwachen Augen eines Orks konnten die Wirkung mittlerweile erkennen. Der einst strahlend blaue Schild wurde immer schwächer und verblasste immer mehr. Es würde nicht mehr lange dauern und ihr lang ersehnter Sturmangriff kann beginnen. Zufrieden und mit einer gewissen Vorfreude wandte sich der Waaaghboss Quartaback zu seinen Boyz´s, die sich zu hunderten unter seinen Felsvorsprung sammelten und auf den Angriffsbefehl gierig warteten, um. Er baute sich zu seiner vollen Größe auf und die rostig braune Megarüstung verstärkte seinen kantige und kräftigte Figur noch mehr. Das flackern Leuchten des Schildes glühte bei jeden Treffer hinter seinen Rücken auf und hüllte ihn in ein schimmerndes Licht und verleitete ihn eine Erhabenheit die jeder andere als göttlich oder zu mindestens heilig empfunden hätte. Die Orks zu seinen Füßen nahmen das gar nicht war, sie hätten sich sowieso nichts daraus gemacht, zu groß war die Vorfreude auf die anstehende Keilerei.

„Boyz, Grotze, Mitorks leiht mia eua Ohr!“ die kräftige Stimme Quartabacks übertönte das dumpfe Knallen der Geschosse auf den Schirm und alle Boyz blickten zu ihren Waaghboss auf. „Jetzt is es glaich sowait. Wenn da Schild endlich alischst, dan kön wa unsern Angriff startn und nechts wird uns mahr auf haltn kön. Wia werdn diesa Festung einnehmn und jedn Space Marine darin wegmoschn bis kein Stein auf dan andern bleibt. Nichts wird sich unsera Flutwelle entgegn stelln kön und hoffn zu überstehn. Wir werdn siegn, deen wir sind die Orks! Gork und Mork werdn unsern Kampf beiwohnn, unsern Sieg, wird se ergötzn. So dan auf ihr tapfern Maane folgt mir zum Kampf und Sieg!“ Er drehte sich um und konnte aus den Augenwinkel sehen, wie seine Boyz ihre Waffen reckten und die Stoßzähnen bewerten Mäuler aufrissen. Quartaback ließ sich von der Wucht der folgenden Stille nach vorne Tragen.

Er stockte nach den ersten Schritten. Stille? Warum bei den beiden Göttern brüllten seine Jungs nicht mit all ihrer Kraft die Wut seines Volkes heraus? Er drehte sich verwundert um und konnte seinen Augen kaum glauben. Da standen sie, seine unschlagbaren Krieger und rührten sich nicht. Teilweise immer noch in gereckter Posse, die Waffen über den Kopf halten, standen sie da und blickten sich fragend um. Einige hatten ihre Waffen gesenkt und kratzen sich an ihren Kopf und waren in hitzige Gespräche vertieft. Wut schnaubend stampfte Quartaback zurück an den Rand seines bühnenartigen Felsvorsprunges. „Hey ihr Madn!“ Seine Stimme bebte vor Wut und brachte sogar das Donnern der Fernen Kanonen zu schweigen. Hunderte, wenn nicht tausenden Augenpaare richten sich auf ihn und das noch rege getuschelt verstummte so abrupt das man noch vereinzelte Räuspre und Furze hören konnte.

„Warum ba alln Unorkign im Universam steht ihr hia rum wie dumme Spitzohrn? Warum greift ihr net an?“ Der Zorn in der Stimme ihres Waaaghboss ließ viele der Orks zusammen zucken. Ein einzelner Boss trat aus der Masse nach vorne und spielte nervös an seinen Spalter herum. Er drehte ihn nervös in seinen Pranken und schabte mit den Füßen auf der Erde, die sein verlegenen Blick zu bannen schien. „Nun, wat ist?“ fragte Quartaback mit einen mührischen Unterton, der von seiner Gewaltbereitschaft zeugte. „Ehm... Boss ...wie war noch mal... unser... ehm... Schlachtruf?“ stammelte der Ork der zwar größer als viele seiner Boyz´s war, aber immer noch gut einen halben Kopf kleiner als sein Anführer. „Soll dat ein Scherz sein?!“ platzte es aus Quartaback heraus. „Ihr Idiotn habt nur ene Zeile Text und habt ihn vergessn? Habt ihr dan nur Squigscheiße im Hirn?“ Der untergebene Boss schabte wieder mit den Füßen und stammelte wieder. „Äh naja ... so gesehn... aus enen gewissn... Standtpunkt heraus betrachtat... könnta man es so formuliern.“ Quartaback klatschte seine große Pranke auf die Nase und ließ sie, langsam an seinen Gesicht herunter gleiten. „Dat darf doch wairklich nicht wahhr sein.“ Blubberte er vor sich ihn. Er blickte seine Boyz an und sah in ihren Gesichtern nur gähnende Leere und Unwissenheit. Es bestand kein Zweifel sie hatten wirklich ihren Text vergessen. Langsam schüttelte er seinen Kopf. „Oh Gorg und Mork, ich hassa diesn Film jetzt schon!“ Fluchte er still vor sich hin, bevor er sich wieder zu seiner vollen Größe aufrichtete und seine Fassung wieder fand.

„Boyz!“ tönte er mit gewohnter Kraft und Autorität. „Ihr habt nur enen Satz, dar besteht nur aus enen Wohrt, dat ihr alle von Kleinorktagn an gelarnt habt. Du wie heizt da Wort?“ sein Finger schnellte nach oben und richtete sich auf einen einzelnen Boy in der Masse vor ihn. Der zuckte mit den Schultern und meinte nur in einen flapsigen Ton. „Ich hab seid da Orkgartn kene Schule oder sowat gesehn. Woha soll ich so etwat wisen? Ich bin doch kan Streba!“ „Äh... ok... daan du da mit da Professorenbrille!“ Der stämmige Kerl hob erschrocken und abwehrend die Hände. Seine schwarzgrüne Haut schien vor schreck zu erblassen und in einen helleres Grün zu weichen. Seine Stimme war besorgt aber seine Setzte waren dennoch auffällig unorkisch ausgesprochen „Nein ich werde nichts sagen! Ich bin hier nur der Quotenschwarzork, wenn ich etwas Intelligentes sage, bin ich doch der erste der hier stirbt.“ Quartaback kratzte sich an seinen Kopf und nickte verständnisvoll. „Natürlich dat kaan ich verstahn und ich möchta nicht dat man mia nachsagt ich hätte etwat gegn Schwarzorks.“ Er blickte über seine Boyz und überlegte welcher seiner Jungs schlau genug sein könnte. Als eine einzelne Hand nach oben schoss und eine Stimme aufgereckt stammelte. „Ich waiß es Boss! Ich waiß es Boss!“ erleichtert darüber das wenigsten einer seiner Krieger sich noch an ihren Schlachtruf erinnerte forderte er ihn zum Sprechen auf. „Ja Orkëcker sprech!“ Der Boy Orkëcker richtet sich stolz auf und räusperte sich. „Unsa Motto lautet: ‚Jedn Tag ene gute Tat!’“ Ein dumpfes Patsch war zu hören als Quartaback seine Pranke wieder auf das Gesicht klatschen ließ. „Oh Gork und Mork ich hassa diesn Film“ blubberte er, bevor er Wut entbrannt den noch immer stolz grinsenden Ork anschrie. „Orkëcker sie sand RAUS!“ „Warum dat den?“ protestierte dieser. „Wir sand Orks und kene Pfadfinda unser Motto ist gewit necht ‚Jedn Tag ene gute Tat!’ Wia sand Kriega die dat Universum fürchtet und wir moschen alles in unsern Weg beiseite! Wir baun kene Zelte und nähn uns dumma Ordn auf da Schärpe du MADE!“ Orkëcker ließ seinen Unterkiefer runterfahren und blickte den Waaaghboss erschrocken an. „Heßt dat dat hier ist necht ‚Littel Ork bei da Pfadfindan?’ Oh Gorg und Mork ich bin im falschn Film!“ Orkëcker drehte sich rum und kämpfte sich durch die Masse nach hinten.

Quartaback knurrte zornig. „Es reicht mia langsam mit euch Madn!“ er packte zwei Squig die um seine Beine streiften an ihren Stummelschwänze und reckte sie in die Höhe. „Ok, ihr dummn Freizeitorks sprecht mia nach!“ Der Waaaghboss begann zu tanzen und schwang dabei die Tiere in seinen Händen wie Pompons durch die Lüfte. „Gebt mia an ‚W’!“ Die Boyz zu Füßen ihres Bosses reckten die Waffe und brüllten „W!“ „gebt mia an ‚aaa’!“ „AAA!“ gebt mia an ‚gh’!“ „GH!“ Quartaback beendete sein Tanz in dem er auf sein linkes Knie sank und die Squig-Pompons in einen großen Kreis zu seinem Gesicht führte. Eingerammt von zwei sabbernden roten Kugeln brüllte er weiter. „Und wat macht dat zusammn?“ Die Ork schauten sich kurz fragend an, bevor sie mit einer Stimme brüllten. „KENE AHNUNG!“ Quartaback ließ seine Pompons fallen und klatschte sich die Hand wieder vors Gesicht. „Gork und Mork ich hassa diesn Film!“. Die fallen gelassen Squig rasten davon um nicht noch mal als Ausdrucksmittel missbraucht zu werden. Bevor Quartaback die Geduld, die bei seinen Volk sowieso schon schwach ausgeprägte, verlieren konnte, tippte ihn jemand von hinten auf die Schulter.

Als er sich umdrehte standen hinter ihm an die 300 in blauen Rüstungen gehüllte Menschen. Sie alle hatten ihren Helm abgenommen, aber für einen Ork sehen alle Menschen sowie so irgendwo gleich aus. Aber der Mensch der ihn auf die Schulter getippt hatte war auch bei den Orks kein Unbekannter und hatte sich einen Ruf erarbeitet, dass jeder Boy davon träumte ihm einmal im Kampf begegnen zu dürfen. Seine Rüstung war gewaltig genauso wie die beiden Energiefäuste an seinen Händen. Seine Statur war gewaltig und einen Ork in Quartabacks Stellung mehr als ebenwürdig. Kräftige und strenge Augen blickten auf den Waaaghboss und fixierten ihn dass ihm die Stimme drohte stecken zu bleiben. Vor ihm stand niemand als Marneus Augustus Calgar, der Meister der Ultramarines. Einen würdigen Gegner konnte ein Ork im ganzen Universum nur schwer finden. Noch fesselnderer als sein Blick war die kräftige raue Stimme die er hob. „Wird das heute noch etwas?“ Fragte er vorwurfsvoll an den Anführer der Orks. „Es ist mittlerweile Teezeit und wir haben auch noch andere Termine einzuhalten. Also wann gedenkt ihr endlich anzufangen?“ „Nun... ich wollta ... gleich äh... anfangn.“ Stammelte der etwas überraschte Quartaback. Calgar schüttelte nur kurz den Kopf und griff mit seiner linken Hand in die rechte Faust. Etwas kleines und weißes kam zum Vorschein und es dauerte einen Moment bevor der Ork erkannte das er einen Tasse hielt. Die Tasse war für Menschen geschaffen wurden und wirkte lächerlich winzig in den Energiefäusten eines Space Marines. Genüsslich nahm dieser einen Schluck aus seiner Tasse und spreizte dabei den kleinen Finger.

Wie ein Mann taten es ihm seine Kriegerbrüder gleich und erst jetzt nahm der Waaaghboss überhaupt war, dass jeder der Marines eine Tasse mit Tee in seiner rechten Hand hielt. Ein Hauch von Eifersucht stieg in Quartaback auf, über diese perfekte synchronisierte Choreografie. Bevor er noch etwas erwidern konnte erhob sich die Stimme des Bosses, der ihm vorhin ihre Dummheit gebeichtet hatte. „Verzaihung Herr Calgar, aba ich hätta mal ne Frage.“ Der angesprochene Ordensmeister nickte ihm nur höflich und aufmuntern zu und gab ihm zu verstehen weiter zusprechen. „Wo habn se dan da Tee har?“ Calgar setzte die Tasse behutsam wieder auf die Untertasse in seiner Rechten. Er zeigte auf eine Reihe von Zelten auf der anderen Seite des verwüsteten Schlachtfeldes. „Dort hinten bei den Versorgungszelten, es gibt auch leckere Schnittchen.“
„TEEZAIT!“ brüllten die Orks wie ein Mann und stürmten sie nach vorne über das Feld in Richtung der Zelte. Quartaback blickte ihnen Fassungslos hinterher. Wenn es um Fressen und Saufen ging konnten sie wie ein Mann reagieren, aber sonst? Er schüttelte den Kopf und klatschte sich wieder ins Gesicht. „Gork und Mork ich hassa diesn Film!“ Calgar legte seine Hand aufmuntern auf die Schultern des Waaagbosses, der mit den Tränen kämpfen musste. „Kopf hoch Junge! Ich gebe dir mal die Nummer meines Agenten, vielleicht kann er ja für die eine Rolle raushauen wo du mit Ghazghkull Tharak spielen kannst.“ Quarterback blickte zu den Ordensmeister auf und stammelte: „Mainste du dat wirklich? Dat währa wirklich Schön!“

Ghazghkull Mag Uruk Thraka stand thronend vor seinen Kriegsmaschinen die Salve um Salve auf die Makropole vor ihnen Schossen. Tharakas Stimme schallte ihr entgegen. „Yarrick! Diasmal werda ich Armageddon eroban. Es wird kaenn 10. Krieg um Armageddon gebn!“ Er reckte herausfordern seine Energieklaue zum Himmel als würde er diesen selbst Herausfordern. Eine leise Stimme schallte zwischen seinen Beinen, zu seinem Ohr. „Dat hasta du da letztn 8 Male auch behauptet.“ Wüten blickte der größte Waaaghboss der Orkheit blickte nach unten aus seinen treuen Grot Makari. „Schnauze du Mad´ und greif lieba an!“ Sein mächtiges Bein holte zu einem starken Tritt aus und wollte gerade nach vorne Schnellen um den kleinen Standartenträger in Richtung des Feindes zu treten, als eine kräftige und bestimmende Stimme ihn zum Stehen brachte. „SCHNITT!! Stuntdouble!!“ Der kleine Grot sprang auf und ging von Platz nahm einen Schluck aus einer Flasche und klapste seinen vorbei schreitenden Double auf das Knie. „Du machst dat klassa mein Freund.“ Quarterbeck knurrte nur verärgert in seinen Zähnen. Das Grotkostüm juckte schrecklich. Er hockte sich vor das, immer noch gespante, Bein von Thraka und streckte seinen Hintern entgegen. Er verharrte kurz in dieser Position, bis die Stimme wieder zu hören war. „Licht, Kamera und AKTION!“ Wie eine Pistolenkugel schoss Thrakas Fuß nach vorne und schleuderte den ehemaligen Waaaghboss weit über das Feld und man konnte nur noch die, leiser werdende Schreie hören. „ICH HASSA DIESN FILM!!!!!“.
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » Do 5. Mär 2015, 06:58

Ich erinnere an den Schlusstermin und hoffe ihr seid fleissig an lesen :ugly: :ugly:
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » Fr 6. Mär 2015, 04:37

So jetzt noch eine Tasse Kaffee bevor es auf Arbeit geht und noch schnell ein bis zwei Absätze einer Geschichte gelesen. Und das Voten nicht vergessen liebe freunde ;) ;)
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » Mo 9. Mär 2015, 06:38

Ein schönen Start in die neue Woche und viel spaß beim Lesen. Ich weiße darauf hin ihr habt noch ca 14 Tage zeit ;)
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » Fr 13. Mär 2015, 10:56

Auf gehts Leute noch eine knappe Woche Zeit zum lesen und zum VOTEN!!!!
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Re: Geschichtenwettbewerb 2015 Die Geschichten

Beitragvon Alex_McLee » Sa 14. Mär 2015, 21:43

Leute noch eine Woche und gerade mal 2 Stimmabgaben dass kann man doch noch steigern oder? :ugly: :ugly:
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