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Gefahr aus dem Warp [Imperium]

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Gefahr aus dem Warp [Imperium]

Beitragvon Gondrino » So 2. Dez 2012, 21:34

Gefahr aus dem Warp

Seit Tagen gleitet das Raumschiff durch den Warp. Alle Runen zeigen grün und der Maschinengeist murmelt leise vor sich hin. Brutus Rubicon sitzt an den Steuerkontrollen des Freihandelsschiffs „Treu und Glauben“, einem ehemaligen Panzerkreuzer der Exorcist-Klasse der Imperialen Flotte, und langweilt sich. Auf dem Kommandothron hinter ihm sitzt sein „Kapitän“ Lucius de la Marcheval-Theodorus. Brutus war auf einem Raumschiff geboren und hatte die meiste Zeit seines Lebens auf Raumschiffen verbracht. Für ihn als Kind der Leere kam der Kapitän eines Schiffes gleich hinter dem Gott-Imperator. Doch hier war es was anderes. Sie waren vor 4 Jahren mit Deckidentitäten an Bord gekommen. Der Lord-Kapitän war in Wirklichkeit Vater Rufinus, ein Interrogator der Inquisition, was an Bord keine zehn Leute wussten. Das Unternehmen war sorgfältig von ihrer Inquisitorin vorbereitet worden. Sie hatten den Auftrag den kalten Handel zu infiltrieren. Das erforderte äußerste Geheimhaltung, Todesmut und vor allem einen langen Atem. Ihr aktuelles Reiseziel, das Meridus-System am Rande des Calixis-Sektors, hatte mit diesem Auftrag vordergründig nichts zu tun. Brutus war sich jedoch nicht sicher, ob er über alle notwendigen Informationen verfügte. Die Inquisition konnte noch geheimniskrämerischer sein als der Adeptus Mechanicus, und das sollte was heißen.

Brutus konnte Rufinus als Interrogator durchaus anerkennen und ihm Respekt zollen, mit ihm als Kapitän hatte er da manchmal Schwierigkeiten. Allerdings konnte er diese gut für sich behalten. Als 1. Offizier und Schiffspräfekt steuerte er die alltäglichen Aufgaben auf der Brücke und im Schiff und konnte so Rufinus den Rücken frei halten. Doch manchmal zeigte der junge Kapitän allzu tollkühnes Draufgängertum. Das war um so überraschender, da er Rufinus eher als verschlossenen und zurückhaltenden Mann kennen gelernt hatte. Im Kampf gab es jedoch für ihn kein Halten und so führte er auch das Schiff in brenzligen Situationen. Bis jetzt hielt der Gott-Imperator seine schützende Hand über seinen Diener und alle, die ihm folgten

Plötzlich schreit das Schiff wie von Schmerz auf und sein metallener Rumpf ächzt unter dem Druck des Warp jenseits des Gellerfelds. Der Navigator Atellus Wel ´Seer löst Alarm aus und reißt das Schiff zurück in den Realraum. Alarmsirenen gellen, viele Systeme wechseln von grün auf gelb und rot, ohrenbetäubendes Krachen fährt durchs ganze Schiff. Das ganze Schiff wird durchgeschüttelt, es stöhnt und ächzt. Besatzungsmitglieder und lose Gegenstände werden durcheinander geschleudert. Panzerplatten und Schotte fliegen davon. Verletzte schreien. Vor den gotischen Fenstern der Brücke erscheint ein riesiges Objekt, auf das das Schiff zurast. Der Kollisionsalarm übertönt alles andere.

Brutus greift in die Kontrollen und versucht das Schiff hochzureißen. Die vorderen Manövertriebwerke brüllen auf und die „Treu und Glauben“ beginnt langsam, zu langsam, ihren Bug zu heben. Immer noch erfüllt das riesige Objekt die hohen Frontfenster. Brutus sieht mehrere verkeilte Schiffswracks und Asteroiden, ein Space Hulk! ‚Gott-Imperator, steh uns bei!‘ denkt er und da hört er den Kapitän auch schon laut beten. `Nicht das Schlechteste, in dieser Situation,` schießt Brutus durch den Kopf. Schweiß steht auf seiner Stirn und die Knöchel seiner Finger treten weiß hervor, so zerrt er an den Kontrollen. „Mehr Schub auf die vorderen Manövertriebwerke!“ schreit er dem Schiffsmagos zu. Dieser erwidert mit monotoner, ruhiger Stimme: „Schon geschehen, Kollisonswahrscheinlichkeit 70 %.“ `Sehr beruhigend` denkt Brutus. Er könnte den Schiffsmagos in solchen Situationen einfach erwürgen, aber er hatte gerade alle Hände voll zu tun. Plötzlich sinkt der „Horizont“ des Space Hulks nach unten weg. Das Objekt hatte sich überraschend gedreht. `Verdammt, vielleicht hilft beten doch` sinniert Brutus und zieht den Kreuzer haarscharf über den Space Hulk hinweg. Durch ein Seitenfenster sieht er die Fregatte „Gnadenstoß“ und den Zerstörer „Sternengold“. Sie haben es ebenfalls geschafft, doch wo war ihr zweiter Zerstörer, die „Sucker Punch“? Er schaute zur Holovid-Projektion. In der Mitte schwebte der riesige Space Hulk. Er sah auch die Symbole der anderen zwei Schiffe, doch von der „Sucker Punch“ keine Spur. Vielleicht war sie im Warp geblieben? Doch die Hoffnung erstarb, als er durch das große gotische Steuerbordfenster der Brücke das ersterbende Feuer und die herumfliegenden Trümmerteile von der Seite des Space Hulks sah. Augenzeugen berichteten später, dass die „Sucker Punch“ mit Brücke und Heck gegen die Unterseite des Hulk krachte, das Heck riss ab und explodierte.

Der Mittelteil und Bug des Zerstörers trieben nun energielos unter dem Hulk. Der Lord-Kapitän befahl sofort allen Schiffen, die Beiboote zum Wrack der „Sucker Punch“ zu schicken und nach Überlebenden zu suchen. Danach sollten Tech-Crews das Wrack ausschlachten. Man wolle dann den Flug fortsetzen.

Der Schiffsmagos meldete den Ausfall des Warpantriebs und des Gellerfelds. Geschätzte Reparaturzeit 48 Stunden. Die anderen Schiffe meldeten ähnliche Schäden. Resignierend die Hände hebend, sprach der Lord-Kapitän: „Dann soll es so sein. Die Bergungscrews haben 48 Stunden Zeit. Die Reparatur der Schiffe hat absolute Priorität.“ Brutus wusste, dass solche Befehle Rufinus verhasst waren. Er hätte lieber der Rettungsaktion oberste Priorität eingeräumt. Aber sie hingen hier irgendwo im Nirgendwo, weitab von befahrenen Warprouten und besiedelten Planeten. Wenn sie ihren Warpantrieb nicht mehr flott kriegten, wären sie auf Jahrhunderte im Realraum gestrandet. Brutus lief es bei diesem Gedanken eiskalt den Rücken runter. Selbst für ein Kind der Leere war diese Vorstellung einfach nur entsetzlich.

Der Navigator Wel `Seer wurde gerade von seinem Navigatorstuhl befreit. Techs und Pfleger entfernen Anschlüsse aus seinem Körper, reinigen und salben ihn. Als sie ihn auf eine bequeme Liege heben und in sein Quartier schieben wollen, unterbricht er sie mit schwacher Stimme. „Wartet, ich muss erst dem Lord-Kapitän berichten.“ flüstert er zittrig. Der Lord-Kapitän verlässt seinen Kommandothron und tritt zu dem Navigator. Wel `Seer überprüft mit fahrigen Bewegungen den richtigen Sitz seines Augenbandes und richtet sich auf. Der Lord-Kapitän bedeutet ihm, sitzen zu bleiben. Der tagelange Warpflug und das abrupte Rücksturzmanöver haben den Navigator sichtlich gezeichnet. Eingefallene, wächserne Gesichtszüge, völlig erschöpfte Augen, die den Lord-Kapitän anblicken. „Das Objekt ist plötzlich im Warp aufgetaucht. Ich konnte nicht mehr ausweichen. Ich musste einen Notaustritt einleiten. Sonst wären wir ein Teil des Hulks geworden. Ich hoffe, die anderen haben es rechtzeitig geschafft. Die Trennung zwischen Realraum und Warp ist hier nur dünn. Es kann sein, dass der Hulk hier auftaucht…. Gefahr …müssen weg.“ Die letzten Worte hauchte der Navigator nur noch, dann flatterten seine Augen und er glitt in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Der Medtech schaute den Lord-Kapitän an. „Sir, soll ich ihn noch mal wecken, Sir?“ „Auf keinen Fall noch mehr Medikamente! Spülen Sie die Drogen aus seinem Körper und sorgen Sie dafür, dass er ausreichend erholsamen Schlaf findet.“ Der Lord-Kapitän brauchte dem Medtech nicht zu sagen, wie ungeheuer wertvoll der Navigator für das Schiff war. Er war der einzige an Bord, der das dritte Auge besaß, mit dem er ungeschützt in den Warp schauen konnte. Alle anderen würden unverzüglich verrückt werden, wenn sie das versuchen würden. Also ohne Navigator waren Warpreisen nahezu unmöglich.

Die Shuttles flogen so schnell wie möglich zwischen dem Wrack der „Sucker Punch“ und den anderen Schiffen hin und her. Vollgeladen mit geretteten Besatzungsmitgliedern, manche waren ernstlich verletzt. Doch viele Bereiche des havarierten Schiffes waren bereits luftleer. Die Rettungskräfte fanden oft nurmehr schockgefrorene Leichen.

Im abgeschirmten Konferenzraum der Brücke berieten sich die Offiziere mit dem Lord-Kapitän. Der Schiffsmagos war mit seinen Techcrews nun schon seit Stunden bei der Arbeit. Seine per Vox übermittelten Zwischenberichte klangen wie immer sehr technisch und waren voller Verweise auf den Omnisiah. Nicht nur Warpantrieb und Gellerfeld waren beschädigt, alle Sektionen meldeten teilweise ernstzunehmende Strukturschäden. Der Schiffsmagos empfahl dringend den Aufenthalt in einer Raumwerft. Dabei war das Schiff erst vor 6 Monaten für Abermillionen Shekel generalüberholt worden. Zumindest blieb er bei seiner zeitlichen Einschätzung.

Der riesige Space Hulk lag nur wenige 1000 km von den Schiffen entfernt. Er war so riesig, dass er einen Großteil der Sterne verdeckte. Sigurd Marcheval, Leibwächter des Lord-Kapitäns und sanktionierter Psioniker, berichtete, dass hier der Warp die Psi-Wahrnehmung stark stört und er sich nicht sicher ist, ob auf dem Hulk intelligentes Leben vorhanden ist. Er warnt auf jeden Fall vor einem zu langem Aufenthalt auf dem Hulk, falls er betreten werden sollte. „Warum sollten wir das tun?“ entfuhr es Brutus. Daraufhin erwiderte der Seneschall Dorian Grey: „“Wir empfangen ein imperiales Notsignal aus dem Hulk. Es scheint aus einem imperialen Raumklipper zu kommen der bugüber in dem Hulk steckt. Er hat wohl auch sein Heck verloren.“ Einige verzogen schmerzhaft das Gesicht, stand das Unglück der „Sucker Punch“ allen noch deutlich vor Augen. „Sobald ein Shuttle verfügbar ist, sollte eine Rettungscrew in den Hulk gehen,“ schlug Rufinus vor. Hier unter den Akolythen der Inquisition musste er nicht den unnahbaren Lord-Kapitän spielen. „Ich melde mich freiwillig“, rief Lucie, Prinzessin von Bucephalon und Auserwählte der Heiligen Jymer, sofort, die als Freihändlerin Lady Uxor den Zerstörer „Sternengold“ kommandierte. Schnell war eine Crew zusammengestellt und als nach 38 Stunden die Schiffssysteme wieder voll funktionsfähig waren, begleitete auch der Schiffsmagos die Rettungs- und Erkundungscrew.

Der sichtlich erholte Navigator erschien wieder auf der Brücke, erschrak sichtlich als er den riesigen Space Hulk sah, noch mehr als er von der bevorstehenden Rettungsaktion hörte. Er warnte noch einmal vor der Instabilität des Realraums hier. Der Space Hulk könne jederzeit wieder verschwinden und die Rettungscrew mit sich nehmen. Er werde den Warpraum um den Space Hulk beobachten und einen entsprechende Warnung geben. Dann müsse die Crew so schnell wie möglich zurückkehren.

Der Guncutter brach mit 6 Besatzungsmitgliedern und einem Geschütz-Servitor zum Space Hulk auf. Man hatte sich zu einer Annäherung mittschiffs geeinigt. Das Heck des havarierten Raumklippers zeigte deutlich erhöhte Strahlenwerte und die beiden angrenzenden Schiffe machten noch einen halbwegs soliden Eindruck, obwohl eins davon erkennbar ein Xenos-Schiff war.

Brutus war froh, auf der „Treu und Glauben“ bleiben zu können. Hier war noch eine ganze Menge zu organisieren. Die geretteten Besatzungsmitglieder mussten auf die Schiffe verteilt werden. Jedes Schiff hatte durch den Notaustritt Leute verloren. Die Überlebenden würden kaum ausreichen, die Ausfälle zu ersetzen. 2514 Besatzungsmitglieder der „Sucker Punch“ konnten gerettet werden. Insgesamt verlor die Flotte über 14000 Personen. Viele der Besatzungsmitglieder waren erst vor einem Jahr angeworben worden. Ihre Hoffnungen, dem trostlosen, mühevollen Leben auf einer Makropolwelt zu entgehen, waren mit ihnen gestorben. Doch viele wichtige Posten auf dem neuen Schiff waren von Veteranen der anderen Schiffe besetzt worden. Es hatte Beförderungen gegeben, Glückwünsche. Viele hatten Freunde verloren. Nachdem der Schock verarbeitet, die Reparaturen weitgehend abgeschlossen, würde sich Trauer auf den Schiffen breit machen. Sie hatten noch eine lange Warp-Reise vor sich. Da hatten die Leute Zeit zum Nachdenken. Und der Warp machte viele labiler. Die Kapitäne würden was unternehmen müssen. Als wäre es Gedankenübertragung gewesen, sprach der Lord-Kapitän ihn an. „Wenn wir wieder im Warp sind, schicken Sie Octus zu mir.“ Octus Primater war der Schiffsseelsorger.

Klar dachte Rufinus daran. Er war schließlich ein Priester des Gott-Imperators. Seine Gesichtszüge wirkten noch verkniffener als sonst. Die Verantwortung lastete schwer auf ihn. Was, wenn die Rettungscrew nicht zurückkäme? Die meisten waren seine Akolythen. Die Mission wäre gefährdet. Aber ein imperiales Rettungssignal ignorieren? Nachdem so viele gestorben waren? Das hätte er nicht gekonnt. Am liebsten wäre er selbst gegangen. Doch das wäre unverantwortlich gewesen. In solchen Momenten fragte er sich ernsthaft, ob er die moralische Stärke für das Amt des Inquisitors hatte. Er konnte sich nur eingestehen, noch nicht. Aber bis zu seiner Erhebung würden noch etliche Jahre vergehen. Jahre, in denen er seine Seele stählen und seinen Glauben vertiefen konnte. Jetzt lag alles in den Händen des Gott-Imperators, wie immer. Er betete kurz und fand seine innere Ruhe wieder.

Die Rettungscrew schlug sich durch einen geplünderten imperialen Truppentransporter mit Tausenden gefrorenen Leichen. Bald schon fanden sie eindeutige Hinweise auf Orks, dann trafen sie auf die Grünlinge selbst. Der Kampf war nur kurz und bald waren Gang und Wände mit grünem Schleim bespritzt. Sie kamen dann auf das Xenos-Schiff. Auch hier grüner Schleim, aber keine Orks. Sie erfuhren bald warum. Fliegende scheibenähnliche Objekte mit jeweils zwei unbekannten Strahlenwaffen griffen sie an und es gab mehrere Verletzte. Die Crew konnte mehrere Xenos-Waffen und Artefakte bergen bis sie zum Raumklipper kamen. Auch hier war ein riesiges Loch in der Bordwand, über das man das Schiff nach etwas Kletterei leicht betreten konnte.

Sie trafen vermehrt auf Ork-Spuren und grünen Schleim vor einer Stellung mit stationären, automatischen, schweren Boltern, die von seltsam wirkenden Servitoren bedient wurden. Ein hochentwickelter Kommunikationsservitor brachte sie dann zur Brücke. Dort trafen sie auf einen Mann in leichter Sicherheitsrüstung und zwei Frauen in engen Bodysuits, alle schwer bewaffnet. Der Mann begrüßte sie freundlich, während die Frauen wachsam ihre schweren Waffen auf die Crew gerichtet ließen. Der Gestrandete stellte sich als Jovian Krull vor und gab sich zunächst als einfacher Securitator 3. Klasse des Raumklippers Excelsior unter Kapitänin Devona Caffarel aus, der verschiedenartige, wertvolle Schnellfracht transportierte. Das Schiff befände sich nach erfülltem Auftrag auf dem Rückflug nach Malfi. Obwohl alle Logbücher gelöscht waren, konnte der Schiffsmagos Tyros Wingrove doch feststellen, dass die Angaben des Mannes nicht stimmten. So tauchte in gelöschten Datenfragmenten öfters der Name „Likedeeler“ auf. Später fand der Archivar der „Treu und Glauben“, Adept Cambridge, heraus, dass es sich bei der „Likedeeler“ um ein berüchtigtes Freihändlerschiff unter Kapitän Lino Capinpin handelte. Diesem Capinpin wird von den imperialen Behörden Schmuggel, Piraterie und Betrug im großen Stil vorgeworfen. Seit 5 Jahren gilt er als verschollen.

Krull erklärte, nachdem er das aktuelle Datum erfahren hatte, dass sie wohl vor 5 Jahren im Warp des Calixis-Sektors mit dem Space Hulk zusammengestoßen waren. Die Zeit im Warp ist deutlich schneller abgelaufen. Für ihn waren erst ca. 11 Monate vergangen. Die Besatzung, die zum größten Teil aus Servtoren bestand, wurde bei dem Aufprall weitestgehend getötet bzw. zerstört. Den Rest besorgten die Orks. Er bat um eine Passage zu einer bewohnten Welt für sich. Dies wurde ihm unter Vorbehalt gewährt.

Unterdessen warteten die Männer auf der Brücke der „Treu und Glauben“ auf Nachrichten vom Rettungsteam. Der Funkkontakt war erwartungsgemäß nach kurzer Zeit immer schlechter geworden und dann abgebrochen. Nurmehr Rauschen und Störgeräusche kamen aus den Voxlautsprechern. Erst nach einiger Zeit meldete sich Techpriester Allen Hjimar, der als Vertreter des Schiffsmagos auf die Brücke gekommen war. „Das sind nicht alles Störgeräusche, Sir, das ist Maschinensprache.“ Tyros Wingrove sendete in diesem Code, da er wusste, dass diese Binärcodes leichter zu übermitteln waren als gesprochene Wörter. Hjimar übersetzte: „Feuergefecht mit… …Orks… Drohne… Artefakte…keine Verluste….Überlebende….seltsam….“. Der Lord-Kapitän und der Schiffspräfekt atmeten spürbar auf, als sie erfuhren, dass alle Mitglieder der Rettungscrew wohlauf waren.

Plötzlich meldete der Navigator eine Zunahme der Instabilität des Realraums um den Space Hulk. Gleichzeitig schlugen die Schiffsensoren Alarm: Ansteigende Energiesignaturen im Space Hulk. Der Lord-Kapitän befahl sofort der Flotte klar Schiff zum Gefecht. „Schiffspräfekt, rufen Sie die Rettungscrew sofort zurück und bringen Sie das Schiff von diesem Hulk weg!“ „Aye, aye, Käptn“ antwortete Brutus, „Steuermann, halber Schub, halbe Wende nach Steuerbord… jetzt!“ Sirenen heulten durch das Schiff als alle Besatzungsmitglieder auf ihre Gefechtsstationen eilten. Der Panzerkreuzer nahm Fahrt auf und wendete seine Backbordseite dem Hulk zu, Abstand 25000 km. Die Fregatte und der Zerstörer nahmen am Heck der „Treu und Glauben ihre Positionen ein, die Bugsektionen auf den Hulk ausgerichtet. Rufinus betrachtete intensiv das Manöver im Holotank. `Hatten sich die monatelangen Flottenmanöver im Scintilla-System und vor allem die Beratung durch einen Taktikoffizier der Flotte, den Admiral Baldur dankenswerterweise zu ihnen für 5 Monate abgestellt hatte, gelohnt.` dachte er zufrieden. „Hulk eröffnet das Feuer“ meldete der Ortungsoffizier, „mindestens 5 Makrokanonenbatterien!“ ´Das könnte gefährlich werden,‘ schoss Brutus durch den Kopf, auf diese Entfernung konnten nicht mal die Orks daneben schießen. Dieser massive Beschuss könnte leicht die Dreifach-Deflektor-Schilde überlasten.‘ Die „Treu und Glauben“ war ein jahrhundertealtes Schiff und hatte einige technische Komponenten aus Zeiten, als das Technologieniveau des Imperiums deutlich höher war als heute. Dreifach-Deflektor-Schilde konnte heute keine Fabrikwelt des Imperiums mehr herstellen. Niemand verstand mehr diese komplizierte Technik vollständig.

Und da schlugen auch schon Serien von Geschossen in die Schilde der „Treu und Glauben“ ein. Doch es waren deutlich weniger Treffer als erwartet. Die Orks schafften es also doch auf diese kurze Entfernung daneben zu schießen. Die Deflektorschilde brachen kurzzeitig zusammen, um dann sich sofort wieder zu stabilisieren. Sie hatten alle Geschosse abgehalten. Der Lord-Kapitän befahl: „An die Flotte, Feuer frei auf die Makrobatterien, dabei aber auf unseren Gun-Cutter achten!“ Brutus befahl daraufhin den Waffenoffizieren: „Alle Batterien, Feuerzusammenfassung, enger Streukreis, Feuer!“ Die beiden Sonnenfeuer-Turbolaserbatterien und die Backbord-Plasmabatterie schossen gleichzeitig. Die Energiewaffen zerschmolzen große Teile der Wracks und Felsen zu Schlacke. Der Chef-Waffenoffizier meldete, „Wirkungstreffer, mindestens 2 Batterien ausgeschaltet.“ Die Brückencrew jubelte. Auch die „Gnadenstoß“ und die „Sternengold“ hatten das Feuer eröffnet und weitere Verwüstungen angerichtet. Der Ortungsoffizier meldete mehrere wegfliegende große Trümmer. Brutus betrachtete den Holotank. ‚Das sind keine gewöhnlichen Trümmer.‘ begann er zu ahnen. „Weiterfeuern!“ befahl der Lord-Kapitän, da rief Brutus dazwischen. „Die Trümmer bewegen sich auf uns zu! Das könnten Ork-Landungsschiffe sein.“ Der Lord-Kapitän machte ein besorgtes Gesicht. „Abwehrbatterien, Sie haben Feuererlaubnis auf anfliegende Trümmerstücke. Sektionen und Regiment Enterabwehrstationen besetzen!“ Die „Treu und Glauben“ war die Heimat des 1. Marcheval-Regiments, ein mechanisierter Kampfverband von 5000 Mann Stärke. Natürlich nutzten jetzt die meisten Fahrzeuge nichts, aber zu dem Regiment gehörte auch ein Elite-Sturmbataillon von 600 Mann mit vorzüglicher Ausrüstung. Alles geliefert vom Munitorum auf Grund der guten Beziehungen des Lord-Kapitäns. Rufinus war ziemlich stolz drauf, dass sie diese Kontakte als Freihändler selbst hergestellt hatten und nicht ihre Verbindungen zur Inquisition nutzen mussten. Je weniger Kontakt sie zur Inquisition hatten, desto besser ließ sich die Operation „Kalter Handel“ durchführen. Die Soldaten des Sturmbataillons verfügten ausnahmslos über leichte Sicherheitsrüstungen und die seltenen und viel effektiveren Hochenergie-Lasergewehre. Nur ausgesuchte Veteranen taten hier Dienst und wurden ständig gedrillt.

Die Rettungs-Crew und die Geretteten kämpften sich währenddessen gemeinsam durch Horden von Orks zu ihrem Gun-Cutter zurück und starteten sofort. Lucie funkte die „Treu und Glauben“ an „Treu und Glauben, hier Honigbiene, sind auf dem Rückflug, erbitte Anflugvektor“ Der Geschütz-Servitor des Gun-Cutters meldete mit tonloser Stimme: „Feindobjekt auf 6 Uhr, Frage Feuererlaubnis?“ Lucie erwiderte: “Feuererlaubnis erteilt.“ Da antwortete schon der Panzerkreuzer. „Hier Treu und Glauben, Anflugvektor Gamma Kappa 4,“ krächste es aus den Voxlautsprechern „bleiben Sie unbedingt nahe am Vektor, Treu und Glauben feuert, Achtung, feindliche Angriffsschiffe im Anflug, Klären Sie Ihren Vektor!“ ‚Na toll‘, dachte Lucie, slippte die Maschine über die Steuerbordseite und klemmte sich hinter einen Schrottbrocken. Die Autokanonen des Gun-Cutters ratterten los und schossen das Ork-Schiff aus der Bahn. Das verfolgende Ork-Schiff, ein besonders großer, hässlicher Felsbrocken mit allerlei wirren Anbauten, ließ sich nicht so leicht abschütteln. Treffer um Treffer schlugen in das Shuttle und Splitter pfiffen durch das Passagierabteil. Der Geschütz-Servitor hämmerte mit den beiden Turm-Autokanonen auf den Verfolger ein, doch der ließ nicht locker. Sie näherten sich schnell dem Panzerkreuzer. Plötzlich eröffneten die Abwehrbatterien der „Treu und Glauben“ das Feuer auf die Ork-Angriffsschiffe. Tausende von Vulcan-Boltgeschossen schwirrten durchs All und rissen die plumpen und langsamen Ork-Schiffe in Fetzen. Lucie durchflog das Abwehrfeuer des Panzerkreuzers und raste in den zugewiesenen Hangar, dicht gefolgt von dem Ork-Schiff. Trotz vollem Gegenschub schlitterte das Shuttle quer durch den Hangar und kam in einem Stapel Vorratskisten zum Stehen. Der Felsbrocken schaffte es hinter dem Gun-Cutter auf dem Landungsdeck der „Treu und Glauben“ einzuschlagen und aberhunderte Orks quollen aufs Deck.

„Enteralarm in Hangardeck A,“ schrie aufgeregt ein junger Brückenoffizier, „Orks in unbekannter Stärke, vermutlich deutlich über 100!“ „Alle Stationen auf Enterabwehr, Gebiet abriegeln, Einsatz des 1. Marcheval. Schickt die Sturmtruppen rein und stationiert die Schwere-Waffenteams an kritischen Punkten.“ befahl der Lord-Kapitän sofort. Brutus Rubicon gab dem Regiments-kommandeur über Vox seine Einsatzbefehle und die Truppen setzten sich in Marsch. Der Lord-Kapitän sprach über Vox zur Besatzung: „Männer und Frauen der „Treu und Glauben“, die widerlichen Xenos sind in unsere heilige Heimat eingedrungen, alle zu den Waffen, riegelt Eure Sektionen ab, lasst die Truppen schnell passieren. Möge der Gott-Imperator mit Euch sein!“ Ein Aufschrei ging durch alle Sektionen des Schiffs, die Besatzung griff zu den Waffen und besetzte ihre Abwehrstationen.

Eine unüberschaubare Menge Orks quoll aus dem zerstörten Landegefährt und fiel über die Besatzungsmitglieder im Hangarbereich her. Die Leute wehrten sich mit Schrotflinten, Entermessern und Laserpistolen, doch hatten sie gegen die wild angreifenden grünen Monstermassen keine reelle Chance. Die Autokanonen und schweren Bolter des Gun-Cutters röhrten im Dauerfeuer in die Orkhorden, doch sie strömten aus dem Landungsfelsbrocken wie eine Springflut. Die zerschossene Heckklappe des Guncutters öffnete sich knirschend und quietschend. Das Rettungsteam und die Gestrandeten sprangen aus dem Fahrzeug und fuhren zwischen die Grünhäute wie der heilige Zorn des Imperators. Lucie schnitt und hackte sich mit ihren beiden Klingen durch grüne Haut, Sehnen, Muskeln und Knochen, Seneschall Grey hatte beide Boltpstolen gezückt und ließ reihenweise Orkköpfe platzen. Der Gerettete und seine beiden Begleiterinnen mähten die Orks zu Dutzenden nieder. Auch die anderen schossen mit ihren Waffen und die Orks fielen vor ihnen wie Ähren vor dem Schnitter. Trotzdem bildeten sie bald eine Insel inmitten der grünen Flut. Der Boden war übersät mit günem Schleim und leergeschossenen Magazinen. Gerade noch rechtzeitig trafen die gut gerüsteten Sturmtruppen, unterstützt durch drei Leman Russ Kampfpanzer, ein und schlugen einen Korridor zu den Kämpfenden. Rauch und Qualm zogen durch die riesige Halle. Irgendwo waren kleine Brände ausgebrochen. Doch langsam verebbte der Ansturm der Orks und die überlebenden Grünhäute wurden zwischen mehreren Angriffstrupps eingekeilt und aufgerieben.

Die Flotte hatte bereits Fahrt aufgenommen und sprang nach wenigen Stunden in den Warp. Rufinus dachte, dass sie damit die ärgsten Bedrohungen aus dem Space Hulk hinter sich gelassen hätten. Er sollte sich gründlich täuschen.
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Re: Gefahr aus dem Warp [Imperium]

Beitragvon Gondrino » Sa 23. Mär 2013, 20:35

Wieder auf die Füße gefallen…



Jovian Krull hatte es wieder einmal geschafft. Buchstäblich in letzter Minute war er von diesem verdammten Space Hulk gerettet worden. Seit 11 Monaten, die in Wirklichkeit 5 Jahre waren, war er dort festgehalten worden. Jeder seiner Kameraden war schon viel früher gestorben oder total durchgedreht. Ihm hatte der Warp nichts gemacht. Vielleicht lag es an der vielen Cyberware und bionischen Verbesserungen, die er seinem Körper zugemutet hatte. Es war wie eine Sucht. Immer mehr einbauen, immer bessere Komponenten entwickeln lassen und ausprobieren. Jetzt war er stark wie ein Orkboss, konnte nachts besser sehen als eine Eule und sein implantiertes Sensorsystem ersetzte sogar den Türspion. Aber das waren alles nur Spielereien. Seine wahre Stärke waren seine Verbindungen. Er kannte die meisten wichtigen dubiosen Geschäftemacher im Calixis-Sektor. Er verhandelte mit wichtigen Handelshäusern, sektorweiten Spionageringen und Untergrundorganisationen. Sein Motto war. „Es muss sich für alle lohnen!“ Natürlich dachte er dabei auch, eigentlich vor allem, an sich. In den letzten Jahrzehnten hatte er ein beträchtliches Vermögen verdient. Die Verbindung mit dem Freihandelskapitän Lino Capinpin war äußerst lukrativ gewesen. Capinpin war absolut skrupellos und hatte mit allem gehandelt, wenn es nur höchste Profite versprach. Jeder konnte ihn kaufen, wenn er nur genügend Shekel hatte. Und es gab für solche Leute mit einem schnellen Schiff viel zu tun im Sektor. Die Likedeeler war ein schneller Raumklipper mit einer Besatzung, die weitgehend aus Servitoren bestand. Da konnte keiner was ausplaudern oder blöde Fragen stellen. Die Menschen an Bord waren Capinpin entweder treu ergeben oder wichtige Geschäftspartner, so wie er. Er vermittelte lukrative Geschäfte, führte die Verhandlungen und holte so viel wie möglich raus. Capinpin sorgte dann dafür, dass sicher und pünktlich geliefert wurde, was es auch sei. Bis auf die letzte Lieferung. Verdammtes Pech. Das Schiff stieß im Warp mit einem Space Hulk zusammen. Die ganze Maschinenkathedrale explodierte. Die meisten wurden durch den wuchtigen Aufschlag sofort getötet. Er hatte nur überlebt wegen seiner bionischen Einbauten und weil er sich im Bett angeschnallt hatte. Das war so eine Marotte von ihm. Immer, wenn sie im Raum waren, schnallte er sich an, wenn er sich schlafen legte. Vielleicht eine Art Raumphobie. Er musste zugeben, dass er sich auf der festen Oberfläche von Planeten sicherer fühlte. Und dann 11 Monate im Warp verschollen, ein Horror. Er hatte es sich auf der Brücke bequem eingerichtet. Sie war der am besten geschützte Teil, weil sie tief im Hulk steckte und es nur einen großen Zugang gab. Den versperrte er mit automatischen Boltergeschützen und Flammenwerfern, die von ihm modifizierte Servitoren warteten und vor allem wieder aufluden. Boltermunition und Flammöl waren in großen Mengen vorhanden. Am Anfang hatten er und ein paar Überlebende den Hulk noch durchstreift und Jagd auf die Orks gemacht. Doch diese vermehrten sich rasend schnell und ein Kamerad nach dem anderen kam um oder wurde wahnsinnig. Da musste er sich auf die Brückensektion zurückziehen, alle Wartungsgänge verschließen und auf Hilfe hoffen. Man darf halt nicht aufgeben, sagte er zu sich, obwohl er natürlich wusste, was für ein Glück er hatte.

Dieser Freihändler Marcheval kam ihm seltsam vor. Er hatte sich bei der Befragung zurückgehalten und ihn die meiste Zeit mit verkniffenem Gesicht angestarrt. Er hatte seinem Seneschall das Reden überlassen, Der war mehr ein Mann nach seinem Geschmack. Jemand, der Gelegenheiten erkannte und beim Schopfe packte. Jovian glaubte, in dessen Augen etwas gesehen zu haben, dass er schon bei vielen Freihändlern gesehen hatte. So einen Ausdruck von absoluter Skrupellosigkeit und ungehemmter Gier, der diese Leute gnadenlos antrieb. Der wäre ihm als Freihändler lieber gewesen. Er hatte so ein Gefühl, dass dieser Caven Gray nicht lange der Seneschall dieses Schiffes bleiben würde. Entweder machte er irgendwann seinen eigenen Laden auf oder der Freihandelskapitän würde einen bedauerlichen, aber nichtsdestotrotz tödlichen Unfall erleiden. Völlig undurchsichtig, wie üblich, war dieser Techpriester. Er hatte ihn und seine beiden Begleiterinnen geröntgt. Jovian glaubte zwar nicht, dass ein einfacher Techpriester des Mechanicus das Wissen hatte, die Techhäesie zu erkennen, die er da geröntgt hatte, aber sicher konnte er nicht sein. Vielleicht hatte er dem Lord-Kapitän auch seine Erkenntnisse berichtet und deshalb hatte dieser ihn so verkniffen angestarrt. Aber nein, wenn das der Fall gewesen wäre, hätte ihn der Kapitän sofort durch die Luftschleuse geschickt oder ihm die beiden Begleiterinnen abgenommen. In den richtigen Kreisen waren sie nahezu unbezahlbar. Nein, diese Narren hatten überhaupt keine Ahnung. Trotzdem beschloss er wachsam zu bleiben. Hier konnte man niemandem trauen, nicht mal nach seinen Verhältnissen.

Auf jeden Fall hatte er mit dem Seneschall im Beisein des Lord-Kapitäns eine Übereinkunft getroffen. Sie würden ihn bis zum nächsten imperialen Planeten bringen und er hatte versprochen, bei seinen Auftraggebern ein gutes Wort für sie einzulegen. Im Grunde hatte er sich damit zu nichts verpflichtet. Er hatte auch keinerlei Informationen preisgegeben. Zufrieden lächelte er in sich hinein. Sein Verhandlungs-geschick hatte sich mal wieder bewährt. Es gehörte schon mehr dazu, Jovian Krull über den Tisch zu ziehen, als was ein durchschnittlicher Freihändler so zu bieten hatte. Auf jeden Fall hatte er vor, wenn er das Schiff erst einmal verlassen hatte, sich ein ruhiges Plätzchen zu suchen und erst mal die Lage zu sondieren. Man konnte nie wissen, ob seine Handelspartner sauer auf ihn waren, weil die heikle Lieferung nie angekommen ist. Zwar war Capinpin für den Transport allein verantwortlich, aber man wusste ja nie, was enttäuschten Auftraggebern alles so einfallen konnte. Also erst mal abtauchen und die Füße still halten. Auf ein paar Monate mehr oder weniger kam es jetzt auch nicht mehr an.
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Re: Gefahr aus dem Warp [Imperium]

Beitragvon Alex_McLee » Di 26. Mär 2013, 10:16

So ich möchte ehrlich sein, du verschwendest viel zu viel Potential deiner Geschichte. Die Storythematik finde ich sehr interessant ein Inquisitor auf Undercovermission ist ein schönes Thema für eine Geschichte. Doch dein Problem ist du rast durch die Handlung und springst in 7 Meilenschritten durch die Geschichte.

Bei dir geht es Schlag auf Schlag und bleibt dabei doch immer nur an der Äußersten Schicht der Oberfläche. Es gibt keinerlei Beschreibungen der Situation, der Räumlichkeiten und noch schlimmer der Personen. Alles was man über deine Charaktere in der Regel weiß ist ihr Name und Geschlecht. Sonst gibt es keinerlei Beschreibungen ihres Aussehens. Ihre Hintergründe bleiben zum großen Teil im Verborgenen und lässt eine Identifikation mit ihnen schwer bis unmöglich werden.

Das gleiche mit der Handlung, du vergeudest viel zu viel, weil du einfach zu schnell durch rennst und keinerlei Beschreibung der Umgebung lieferst. Gerade die Rettungscrew im Hulk hätte mit einer ausführlicheren Beschreibung und weniger schnelleren Handlung ein enormen Spannungsbogen aufbauen können. Unheimliche Spuren und Geräusche über mehrere Zeilen, bevor man von den Orks überrascht wurde und die Geschichte wieder mehr an Fahr gewinnt, in dem man sich Kämpfend zum verlorenen Schiff durch kämpft.

Viele Situationen blieben unverständlich. Warum haben die automatischen Servitoren nicht auf die Menschen reagiert und geschossen? Was ist da passiert und was hat die Crew mit den Schiffsbrüchigen besprochen und was geschah auf den Schiff, als sie wieder zurück sind. Hier überspringst du regelrecht entscheidende Punkte der Handlung, ohne die man dir kaum folgen kann.

Du springst so schnell von Szene zu Szene, dass die Handlung schwer zu begreifen ist und einfach nur oberflächlich bleibt. Wie gesagt das Thema ist sehr sehr gut, aber du hastest so schnell durch die Handlung, dass sie viel an ihren Charm verliert.

Ich hoffe die Kritik verschreckt dich nicht, dass währe sehr traurig. Denn deine Geschichte kann noch sehr stark werden, wenn du dir mehr Zeit mit der Handlung lässt und deine Charaktere nicht so durch jagst. Derzeit ließt sich das wie eine lieblose Zusammenfassung eines Buches, aber nicht wie die eigentliche Geschichte.
Und was lernen wir daraus?

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Re: Gefahr aus dem Warp [Imperium]

Beitragvon Gondrino » Do 9. Mai 2013, 21:25

Vielen Dank für die Kritik. Kann sie auch gut nachvollziehen. Werde etwas an den Auschmückungen arbeiten...
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Re: Gefahr aus dem Warp [Imperium]

Beitragvon Gondrino » Mo 20. Mai 2013, 09:31

Hier der überarbeitete Text. Bin an Kritik sehr interessiert:

Gefahr aus dem Warp

Seit Tagen gleitet das Raumschiff durch den Warp. Alle Runen zeigen grün und der Maschinengeist murmelt leise vor sich hin. Brutus Rubicon sitzt an den Steuerkontrollen des Freihandelsschiffs „Treu und Glauben“, einem ehemaligen Panzerkreuzer der Exorcist-Klasse der Imperialen Flotte, und langweilt sich. Sein Blick streift durch die kathedralenähnliche Kommandobrücke. In der Mitte stand der riesige Holotank. Er zeigte nur eine Projektion ihrer Flugroute, da die Sensorsysteme des Schiffes im Warp offline waren. Darum platzierten sich die Techaltäre der verschiedenen Brückenfunktionen, besetzt durch eine Vielzahl von fähigen Brückenoffizieren und ihren Untergebenen. Es war natürlich eine besondere Ehre hier Dienst tun zu dürfen und die Männer und Frauen waren mit Recht stolz darauf. Die „Treu und Glauben“ war in ihren „früheren“ Leben mal ein stolzes Schiff der imperialen Flotte gewesen. Vor Hunderten von Jahren in den Werften des Mechanicus auf Cypra Mundi hergestellt, diente sie als Flaggschiff einer Sektorflotte im Norden des Imperiums und nahm auch am Angevin-Kreuzzug teil. Ihre ruhmreiche Karriere endete wie die so vieler Schiffe. Eines Tages war sie nicht mehr aus dem Warp aufgetaucht. Viele Jahrhunderte später entdeckte sie der Freihändler Bracel Theodorus in einem riesigen SpaceHulk. Er verwendete sein beträchtliches Vermögen, um das Schiff zu bergen und zu restaurieren. Kurz vor Vollendung des Schiffes starb er jedoch und vererbte das Schiff seiner zweiten Frau, Lady Marcheval. Nun kommandierte ihr Sohn, Lucius de la Marcheval-Theodorus das Schiff. Zumindest war das die offizielle Geschichte.

Brutus blickte zu den zahlreichen Altären der Waffenbatterien. Das Schiff war im imperialen Dienst ein Trägerschiff gewesen. Es beherbergte einige Geschwader raumtauglicher Jäger, Bomber und Enterboote. Diese Hangars waren jetzt riesige Frachträume. Das Schiff konnte nun eine beträchtliche Menge Güter laden. Trotzdem verfügte es noch über eine beeindruckende Bewaffnung. Zwei Turbolaserbatterien, jeweils eine an Topp und eine an der Kielsektion sowie je eine altehrwürdige Plasmabatterie in den Breitseiten. Damit konnte sich das Schiff mit den meisten anderen Schiffen in diesem Raumsektor anlegen. Man hatte auch schon gegen die hinterhältigen Eldar eine Raumschlacht bestanden und den schweren Kreuzer eines Freihandelskonkurrenten vernichtet. Brutus blickte zu den großen gotischen Fenstern der Kommandobrücke, die sonst einen erhabenen Ausblick auf das Schiff und die es umgebenden Sterne ermöglichte. Jetzt im Warp waren sie natürlich durch Panzerjalousien verschlossen.

Routinemeldungen flackern über die Schirme. Die Männer und Frauen der Brückenbesatzung reden nur wenig und wenn dann nur leise. Brutus spürt die eigenartige, bedrückte Stimmung, die typisch ist, wenn sich ein Schiff durch den gefährlichen Warpraum bewegt. Keinen der knapp 120 000 Besatzungsmitglieder ließen diese Reisen kalt. Besonders Sensitive wurden regelrecht krank, meistens schwermütig und alle Vorgesetzten auf dem Schiff achteten auf erste Anzeichen von „Warpkrankheit“. Brutus rieb sich kurz über sein hageres Gesicht, um die Müdigkeit etwas zu vertreiben. Seine Wache endete in wenigen Minuten. Er freute sich schon auf ein Glas Amasec. Auf dem Kommandothron hinter ihm hatte schon sein „Kapitän“ Lucius de la Marcheval-Theodorus Platz genommen. Brutus war auf einem Raumschiff geboren und hatte die meiste Zeit seines Lebens auf Raumschiffen verbracht. Für ihn als Kind der Leere kam der Kapitän eines Schiffes gleich hinter dem Gott-Imperator. Doch hier war es was anderes. Sie waren vor 4 Jahren mit Deckidentitäten an Bord gekommen. Der Lord-Kapitän war in Wirklichkeit Vater Rufinus, ein Interrogator der Inquisition, was an Bord keine zehn Leute wussten. Das Unternehmen war sorgfältig von ihrer Inquisitorin, eben jener Lady Marcheval, vorbereitet worden. Sie hatten den Auftrag den kalten Handel zu infiltrieren. Das erforderte äußerste Geheimhaltung, Todesmut und vor allem einen langen Atem. Ihr aktuelles Reiseziel, das Meridus-System am Rande des Calixis-Sektors, hatte mit diesem Auftrag vordergründig nichts zu tun. Brutus war sich jedoch nicht sicher, ob er über alle notwendigen Informationen verfügte. Die Inquisition konnte noch geheimniskrämerischer sein als der Adeptus Mechanicus, und das sollte was heißen.

Brutus konnte Rufinus als Interrogator durchaus anerkennen und ihm Respekt zollen, mit ihm als Kapitän hatte er da manchmal Schwierigkeiten. Allerdings konnte er diese gut für sich behalten. Als 1. Offizier und Schiffspräfekt steuerte er die alltäglichen Aufgaben auf der Brücke und im Schiff und konnte so Rufinus den Rücken frei halten. Doch manchmal zeigte der junge Kapitän allzu tollkühnes Draufgängertum. Das war um so überraschender, da er Rufinus eher als verschlossenen und zurückhaltenden Mann kennen gelernt hatte. Im Kampf gab es jedoch für ihn kein Halten und so führte er auch das Schiff in brenzligen Situationen. Bis jetzt hielt der Gott-Imperator seine schützende Hand über seinen Diener und alle, die ihm folgten

Plötzlich schreit das Schiff wie von Schmerz auf und sein metallener Rumpf ächzt unter dem Druck des Warp jenseits des Gellerfelds. Der Navigator des Schiffes, Atellus Wel ´Seer, löst Alarm aus und reißt das Schiff zurück in den Realraum. Alarmsirenen gellen, viele Systeme wechseln von grün auf gelb und rot, ohrenbetäubendes Krachen dröhnt durchs ganze Schiff. Das Schiff wird durchgeschüttelt, es stöhnt und ächzt. Besatzungsmitglieder und lose Gegenstände werden durcheinander geschleudert. Abgerissene Kabel sprühen Funken und irgendwo bricht ein kleines Feuer aus. Panzerplatten und Schotte fliegen davon. Verletzte schreien. Vor den gotischen Fenstern der Brücke erscheint ein riesiges Objekt, auf das das Schiff zurast. Der Kollisionsalarm übertönt alles andere.

Brutus greift in die Kontrollen und versucht das Schiff hochzureißen. Die vorderen Manöver-triebwerke brüllen auf und die „Treu und Glauben“ beginnt langsam, zu langsam, ihren Bug zu heben. Immer noch erfüllt das riesige Objekt die hohen Frontfenster. Brutus sieht mehrere verkeilte Schiffswracks und Asteroiden, ein Space Hulk! ‚Gott-Imperator, steh uns bei!‘ denkt er und da hört er den Kapitän auch schon laut beten. `Nicht das Schlechteste, in dieser Situation,` schießt Brutus durch den Kopf. Schweiß steht auf seiner Stirn und die Knöchel seiner Finger treten weiß hervor, so zerrt er an den Kontrollen. „Mehr Schub auf die vorderen Manövertriebwerke!“ schreit er dem Schiffsmagos zu. Dieser erwidert mit monotoner, ruhiger Stimme: „Schon geschehen, Kollisonswahrscheinlichkeit 70 %.“ `Sehr beruhigend` denkt Brutus. Er könnte den Schiffsmagos in solchen Situationen einfach erwürgen, aber er hatte gerade alle Hände voll zu tun. Plötzlich sinkt der „Horizont“ des Space Hulks nach unten weg. Das Objekt hatte sich überraschend gedreht. `Verdammt, vielleicht hilft beten doch` sinniert Brutus und zieht den Kreuzer haarscharf über den Space Hulk hinweg. Durch ein Seitenfenster sieht er die Fregatte „Gnadenstoß“ und den Zerstörer „Sternengold“. Sie haben es ebenfalls geschafft, doch wo war ihr zweiter Zerstörer, die „Sucker Punch“? Er schaute zur Holovid-Projektion. In der Mitte schwebte der riesige Space Hulk. Er sah auch die Symbole der anderen zwei Schiffe, doch von der „Sucker Punch“ keine Spur. Vielleicht war sie im Warp geblieben? Doch die Hoffnung erstarb, als er durch das große gotische Steuerbordfenster der Brücke das ersterbende Feuer und die herumfliegenden Trümmerteile von der Seite des Space Hulks sah. Augenzeugen berichteten später, dass die „Sucker Punch“ mit Brücke und Heck gegen die Unterseite des Hulk krachte, das Heck riss ab und explodierte.

Der Mittelteil und Bug des Zerstörers trieben nun energielos unter dem Hulk. Der Lord-Kapitän befahl sofort allen Schiffen, die Beiboote zum Wrack der „Sucker Punch“ zu schicken und nach Überlebenden zu suchen. Danach sollten Tech-Crews das Wrack ausschlachten. Man wolle dann den Flug fortsetzen.

Der Schiffsmagos meldete den Ausfall des Warpantriebs und des Gellerfelds. Geschätzte Reparaturzeit 48 Stunden. Die anderen Schiffe meldeten ähnliche Schäden. Resignierend die Hände hebend, sprach der Lord-Kapitän: „Dann soll es so sein. Die Bergungscrews haben 48 Stunden Zeit. Die Reparatur der Schiffe hat absolute Priorität.“ Brutus wusste, dass solche Befehle Rufinus verhasst waren. Er hätte lieber der Rettungsaktion oberste Priorität eingeräumt. Aber sie hingen hier irgendwo im Nirgendwo, weitab von befahrenen Warprouten und besiedelten Planeten. Wenn sie ihren Warpantrieb nicht mehr flott kriegten, wären sie auf Jahrhunderte im Realraum gestrandet. Brutus lief es bei diesem Gedanken eiskalt den Rücken runter. Selbst für ein Kind der Leere war diese Vorstellung einfach nur entsetzlich.

Der Navigator Wel `Seer wurde gerade von seinem Navigatorstuhl befreit. Techs und Pfleger entfernen Anschlüsse aus seinem Körper, reinigen seinen Körper und salben ihn. Als sie ihn auf eine bequeme Liege heben und in sein Quartier schieben wollen, unterbricht er sie mit schwacher Stimme. „Wartet, ich muss erst dem Lord-Kapitän berichten.“ flüstert er zittrig. Der Lord-Kapitän verlässt seinen Kommandothron und tritt zu dem Navigator. Wel `Seer überprüft mit fahrigen Bewegungen den richtigen Sitz seines Augenbandes und richtet sich auf. Der Lord-Kapitän bedeutet ihm, sitzen zu bleiben. Der tagelange Warpflug und das abrupte Rücksturzmanöver haben den Navigator sichtlich gezeichnet. Eingefallene, wächserne Gesichtszüge, völlig erschöpfte Augen, die den Lord-Kapitän anblicken. „Das Objekt ist plötzlich im Warp aufgetaucht. Ich konnte nicht mehr ausweichen. Ich musste einen Notaustritt einleiten. Sonst wären wir ein Teil des Hulks geworden. Ich hoffe, die anderen haben es rechtzeitig geschafft. Die Trennung zwischen Realraum und Warp ist hier nur dünn. Es kann sein, dass der Hulk hier auftaucht…. Gefahr …müssen weg.“ Die letzten Worte hauchte der Navigator nur noch, dann flatterten seine Augen und er glitt in eine tiefe Bewusstlosigkeit. Der Medtech schaute den Lord-Kapitän an. „Sir, soll ich ihn noch mal wecken, Sir?“ „Auf keinen Fall noch mehr Medikamente! Spülen Sie die Drogen aus seinem Körper und sorgen Sie dafür, dass er ausreichend erholsamen Schlaf findet.“ Der Lord-Kapitän brauchte dem Medtech nicht zu sagen, wie ungeheuer wertvoll der Navigator für das Schiff war. Er war der einzige an Bord, der das dritte Auge besaß, mit dem er ungeschützt in den Warp schauen konnte. Alle anderen würden unverzüglich verrückt werden, wenn sie das versuchen würden. Also ohne Navigator waren Warpreisen nahezu unmöglich.

Die Shuttles flogen so schnell wie möglich zwischen dem Wrack der „Sucker Punch“ und den anderen Schiffen hin und her. Vollgeladen mit geretteten Besatzungsmitgliedern, manche waren ernstlich verletzt. Doch viele Bereiche des havarierten Schiffes waren bereits luftleer. Die Rettungskräfte fanden oft nurmehr schockgefrorene Leichen.

Im abgeschirmten Konferenzraum der Brücke berieten sich die Offiziere mit dem Lord-Kapitän. Der Schiffsmagos war mit seinen Techcrews nun schon seit Stunden bei der Arbeit. Seine per Vox übermittelten Zwischenberichte klangen wie immer sehr technisch und waren voller Verweise auf den Omnissiah. Nicht nur Warpantrieb und Gellerfeld waren beschädigt, alle Sektionen meldeten teilweise ernstzunehmende Strukturschäden. Der Schiffsmagos empfahl dringend den Aufenthalt in einer Raumwerft. Dabei war das Schiff erst vor 6 Monaten für Abermillionen Shekel generalüberholt worden. Zumindest blieb er bei seiner zeitlichen Einschätzung.

Der riesige Space Hulk lag nur wenige 1000 km von den Schiffen entfernt. Er war so riesig, dass er einen Großteil der Sterne verdeckte. Sigurd Marcheval, Leibwächter des Lord-Kapitäns und sanktionierter Psioniker, berichtete, dass hier der Warp die Psi-Wahrnehmung stark stört und er sich nicht sicher ist, ob auf dem Hulk intelligentes Leben vorhanden ist. Er warnt auf jeden Fall vor einem zu langem Aufenthalt auf dem Hulk, falls er betreten werden sollte. „Warum sollten wir das tun?“ entfuhr es Brutus. Daraufhin erwiderte der Seneschall, ein vierschrötiger, bulliger Schlägertyp, der sich nun Dorian Grey nannte: „“Wir empfangen ein imperiales Notsignal aus dem Hulk. Es scheint aus einem imperialen Raumklipper zu kommen der bugüber in dem Hulk steckt. Er hat wohl auch sein Heck verloren.“ Einige verzogen schmerzhaft das Gesicht, stand das Unglück der „Sucker Punch“ allen noch deutlich vor Augen. „Sobald ein Shuttle verfügbar ist, sollte eine Rettungscrew in den Hulk gehen,“ schlug Rufinus vor. Hier unter den Akolythen der Inquisition musste er nicht den unnahbaren Lord-Kapitän spielen. „Ich melde mich freiwillig“, rief Lucie, Prinzessin von Bucephalon und Auserwählte der Heiligen Jymer, sofort, die als Freihändlerin Lady Uxor den Zerstörer „Sternengold“ kommandierte. Schnell war eine Crew zusammengestellt und als nach 38 Stunden die Schiffssysteme wieder voll funktionsfähig waren, begleitete auch der Schiffsmagos die Rettungs- und Erkundungscrew.

Der sichtlich erholte Navigator erschien wieder auf der Brücke, erschrak sichtlich als er den riesigen Space Hulk sah, noch mehr als er von der bevorstehenden Rettungsaktion hörte. Er warnte noch einmal vor der Instabilität des Realraums hier. Der Space Hulk könne jederzeit wieder verschwinden und die Rettungscrew mit sich nehmen. Er werde den Warpraum um den Space Hulk beobachten und einen entsprechende Warnung geben. Dann müsse die Crew so schnell wie möglich zurückkehren.

Die Männer und die Frau schlossen schnell ihre Vorbereitungen ab. Alle trugen die etwas klobigen gepanzerten Raumanzüge vom Typ Laurent IV, altehrwürdige Modelle mit deutlichen Gebrauchsspuren, aber in technisch einwandfreien Zustand, wie ihnen, Tyros Wingrove, der Schiffsmagos versicherte. Sein Modell war erheblich modifiziert, so dass er seine Mechandriten auch im luftleeren Raum einsetzen konnte. Wie immer reagierte er auf die scherzhaften Bemerkungen der anderen nicht. Sein Verständnis für Ironie war eher eingeschränkt. „Achten Sie bei Ihrer Bewaffnung darauf, dass sie auch in luftleeren Umgebungen funktioniert.“ belehrte er die Crew. Er überprüfte sein erheblich modifiziertes Lasergewehr und die relativ neuwertige Plasmapistole, die er an einer Magnetplatte seines Raumanzugs befestigte. Sein Blick fiel auf seinen Techbruder von der „Sternengold“, der sich als Keren Loic vorgestellt hatte. Dieser trug ganz offen eine Xenos-Waffe, eine Shurikenpistole der Eldar. Wingrove schüttelte mißbilligend den Kopf. Dass das Freihändlerpack es mit den Schemata des Mechanicus nicht so genau nahm, war schon schlimm genug, aber so eine demonstrative Verletzung der imperialen Gesetze hatte er bei einem Diener des Mechanicus noch nie gesehen. Es konnte sich also nur um einen der verachtenswerten Tech-Häreteks handeln. Und der war der verantwortliche Techpriester auf dem Zerstörer von Lady Lucie. Da wollte er gar nicht darüber nachdenken, was an dem Schiff alles „modifiziert“ war. Lady Lucie, schaffte es sogar irgendwie im Raumanzug ihre tadellose Figur zur Geltung zu bringen. Sie hatte ihre Psi-Klingen auf den Rücken geschnallt und trug an der Hüfte eine Laserpistole. Der Seneschall Dorian Gray verließ sich wie immer auf seine beiden Boltpistolen. An seinem Gürtel hingen eine erhebliche Anzahl Ersatzmagazine. Wie immer rechnete er mit dem Schlimmsten und als Stahlstädter Revolverheld wusste er, dass man die meisten brenzligen Situationen meistern konnte, wenn man nur genügend Munition dabei hatte. Der Lord-Kapitän hatte der Crew noch seinen persönlichen Leibwächter, Sigurd Marcheval, mitgegeben. Er trug als Bewaffnung einzig sein Psi-Schwert. Der letzte in der Runde war Adept Cambridge, der Archivar des Schiffes. Niemand in der Crew wunderte sich über seine Teilnahme. Der durchaus trainierte „Bücherwurm“ kam von der Todeswelt Dämmer und ließ kaum eine Gelegenheit aus, sich in den „Außendienst“ zu stürzen. Stoisch lud er seinen Angelus-Bolter mit Astartes-Boltgeschossen.

Der Guncutter brach mit den Besatzungsmitgliedern und einem Geschütz-Servitor zum Space Hulk auf. Lady Lucie flog das Schiff. Man hatte sich zu einer Annäherung mittschiffs geeinigt. Das Heck des havarierten Raumklippers zeigte deutlich erhöhte Strahlenwerte und die beiden angrenzenden Schiffe machten noch einen halbwegs soliden Eindruck, obwohl eins davon erkennbar ein Xenos-Schiff war.

Brutus war froh, auf der „Treu und Glauben“ bleiben zu können. Hier war noch eine ganze Menge zu organisieren. Die geretteten Besatzungsmitglieder mussten auf die Schiffe verteilt werden. Jedes Schiff hatte durch den Notaustritt Leute verloren. Die Überlebenden würden kaum ausreichen, die Ausfälle zu ersetzen. 2514 Besatzungsmitglieder der „Sucker Punch“ konnten gerettet werden. Insgesamt verlor die Flotte durch den Space Hulk über 14000 Personen. Viele der Besatzungsmitglieder waren erst vor einem Jahr angeworben worden. Ihre Hoffnungen, dem trostlosen, mühevollen Leben auf einer Makropolwelt zu entgehen, waren mit ihnen gestorben. Doch viele wichtige Posten auf dem neuen Schiff waren von Veteranen der anderen Schiffe besetzt worden. Es hatte Beförderungen gegeben, Glückwünsche. Viele hatten Freunde verloren. Nachdem der Schock verarbeitet, die Reparaturen weitgehend abgeschlossen, würde sich Trauer auf den Schiffen breit machen. Sie hatten noch eine lange Warp-Reise vor sich. Da hatten die Leute Zeit zum Nachdenken. Und der Warp machte viele labiler. Die Kapitäne würden was unternehmen müssen. Als wäre es Gedankenübertragung gewesen, sprach der Lord-Kapitän ihn an. „Wenn wir wieder im Warp sind, schicken Sie Octus zu mir.“ Octus Primater war der Schiffsseelsorger.

Klar dachte Rufinus daran. Er war schließlich ein Priester des Gott-Imperators. Seine Gesichtszüge wirkten noch verkniffener als sonst. Die Verantwortung lastete schwer auf ihn. Was, wenn die Rettungscrew nicht zurückkäme? Die meisten waren seine Akolythen. Die Mission wäre gefährdet. Aber ein imperiales Rettungssignal ignorieren? Nachdem so viele gestorben waren? Das hätte er nicht gekonnt. Am liebsten wäre er selbst gegangen. Doch das wäre unverantwortlich gewesen. In solchen Momenten fragte er sich ernsthaft, ob er die moralische Stärke für das Amt des Inquisitors hatte. Er konnte sich nur eingestehen, noch nicht. Aber bis zu seiner Erhebung würden noch etliche Jahre vergehen. Jahre, in denen er seine Seele stählen und seinen Glauben vertiefen konnte. Jetzt lag alles in den Händen des Gott-Imperators, wie immer. Er betete kurz und fand seine innere Ruhe wieder.

Die Rettungscrew schlug sich durch einen imperialen Truppentransporter mit Tausenden gefrorenen Leichen. Die Frachträume standen voller imperialer Gefechtsfahrzeuge und Versorgungscontainern der imperialen Armee. Viele der Container waren aufgebrochen, der Inhalt verstreut und schon seit Jahrhunderten verdorben. Doch von den Tätern keine Spur. Die Akolythen vermuteten, dass die Plünderer wahrscheinlich schon lange tot seien. Doch sie sollten sich täuschen. Bald schon fanden sie eindeutige Hinweise auf Orks, dann trafen sie auf die Grünlinge selbst. Die meisten waren Grotz-Sklaven, die sofort die Flucht ergreifen wollten. So war der Kampf nur kurz und bald waren Gang und Wände mit grünem Schleim bespritzt. Nun deutlich vorsichtiger gingen sie weiter. Dabei verloren sie jedes Zeitgefühl. Die Cronos waren allesamt stehen geblieben oder liefen rückwärts. Auch die Vox-Verbindung zur Flotte war bestensfalls bruchstückhaft und von verstörenden Fremdgeräuschen überlagert. Im Licht ihrer Helmscheinwerfer sahen sie die erheblichen Zerstörungen in dem Wrack, den die Kollision vor langer Zeit angerichtet hatte. Sie kletterten über zusammengefallene eiserne Stege, schweißten verklemmte Luken auf und hangelten sich über endlos tiefe Schächte. Viele Bereiche des Schiffes waren luftleer, andere hatten keinerlei Schwerkraft mehr. Einige der Akolythen rissen sich Löcher in ihre Raumanzüge, die aber schnell wieder geflickt wurden.

Nach scheinbar endloser Anstrengung kamen sie dann auf das Xenos-Schiff. Die Gänge machten einen fast aufgeräumten Eindruck. Alle Wände waren verkleidet, keine sichtbar verlaufenden Kabelstränge, keine Verzierungen an den glatten Panelen, nur fremdartige Schriftzeichen. Auch hier grüner Schleim, aber keine Orks. Sie erfuhren bald warum. Fliegende scheibenähnliche Objekte mit jeweils zwei unbekannten Strahlenwaffen griffen sie an und es gab mehrere Verletzte. Besonders die Techs waren begierig auf die unbekannte Xenos-Tech und bargen mehrere Xenos-Waffen und Artefakte. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten sie das andere Ende des Schiffes. Auch hier war ein riesiges Loch in der Bordwand, über das man das Schiff nach etwas Kletterei leicht betreten konnte.

Sie trafen vermehrt auf Ork-Spuren und grünen Schleim vor einer Stellung mit stationären, automatischen, schweren Boltern, die von seltsam wirkenden Servitoren bedient wurden. Die Zielerfassungssysteme waren hochwertig, so dass sie sich der Stellung nähern konnten ohne beschossen zu werden. Ein hochentwickelter Kommunikationsservitor brachte sie dann zur Brücke. Dort trafen sie auf einen Mann in leichter Sicherheitsrüstung und zwei Frauen in engen Bodysuits, alle schwer bewaffnet. Der Mann begrüßte sie freundlich, während die Frauen wachsam ihre schweren Waffen auf die Crew gerichtet ließen. Der Gestrandete stellte sich als Jovian Krull vor und gab sich zunächst als einfacher Securitator 3. Klasse des Raumklippers „Excelsior“ unter Kapitänin Devona Caffarel aus, der verschiedenartige, wertvolle Schnellfracht transportierte. Das Schiff befände sich nach erfülltem Auftrag auf dem Rückflug nach Malfi. Krull erklärte, nachdem er das aktuelle Datum erfahren hatte, dass sie wohl vor 5 Jahren im Warp des Calixis-Sektors mit dem Space Hulk zusammengestoßen waren. Die Zeit im Warp ist deutlich schneller abgelaufen. Für ihn waren erst ca. 11 Monate vergangen. Die Besatzung, die zum größten Teil aus Servitoren bestand, wurde bei dem Aufprall weitestgehend getötet bzw. zerstört. Den Rest besorgten die Orks. Er bat um eine Passage zu einer bewohnten Welt für sich. Dies wurde ihm unter Vorbehalt gewährt.

Obwohl alle Logbücher gelöscht waren, konnte der Schiffsmagos Tyros Wingrove doch feststellen, dass die Angaben des Mannes nicht stimmten. So tauchte in gelöschten Datenfragmenten öfters der Name „Likedeeler“ auf. Später fand Adept Cambridge, heraus, dass es sich bei der „Likedeeler“ um ein berüchtigtes Freihändlerschiff unter Kapitän Lino Capinpin handelte. Diesem Capinpin wird von den imperialen Behörden Schmuggel, Piraterie und Betrug im großen Stil vorgeworfen. Seit 5 Jahren gilt er als verschollen

Unterdessen warteten die Männer auf der Brücke der „Treu und Glauben“ auf Nachrichten vom Rettungsteam. Der Funkkontakt war erwartungsgemäß nach kurzer Zeit immer schlechter geworden und dann abgebrochen. Nurmehr Rauschen und Störgeräusche kamen aus den Voxlautsprechern. Erst nach einiger Zeit meldete sich Techpriester Allen Hjimar, der als Vertreter des Schiffsmagos auf die Brücke gekommen war. „Das sind nicht alles Störgeräusche, Sir, das ist Maschinensprache.“ Tyros Wingrove sendete in diesem Code, da er wusste, dass diese Binärcodes leichter zu übermitteln waren als gesprochene Wörter. Hjimar übersetzte: „Feuergefecht mit… …Orks… Drohne… Artefakte…keine Verluste….Überlebende….seltsam….“. Der Lord-Kapitän und der Schiffspräfekt atmeten spürbar auf, als sie erfuhren, dass alle Mitglieder der Rettungscrew wohlauf waren.

Plötzlich meldete der Navigator eine Zunahme der Instabilität des Realraums um den Space Hulk. Gleichzeitig schlugen die Schiffsensoren Alarm: Ansteigende Energiesignaturen im Space Hulk. Der Lord-Kapitän befahl sofort der Flotte klar Schiff zum Gefecht. „Schiffspräfekt, rufen Sie die Rettungscrew sofort zurück und bringen Sie das Schiff von diesem Hulk weg!“ „Aye, aye, Käptn“ antwortete Brutus, „Steuermann, halber Schub, halbe Wende nach Steuerbord… jetzt!“ Sirenen heulten durch das Schiff als alle Besatzungsmitglieder auf ihre Gefechtsstationen eilten. Der Panzerkreuzer nahm Fahrt auf und wendete seine Backbordseite dem Hulk zu, Abstand 25000 km. Kernschussweite für die Plasmabatterien. Die Fregatte und der Zerstörer nahmen am Heck der „Treu und Glauben ihre Positionen ein, die Bugsektionen auf den Hulk ausgerichtet. Rufinus betrachtete intensiv das Manöver im Holotank. `Hatten sich die monatelangen Flottenmanöver im Scintilla-System und vor allem die Beratung durch einen Taktikoffizier der Flotte, den Admiral Baldur dankenswerterweise zu ihnen für 5 Monate abgestellt hatte, gelohnt.` dachte er zufrieden. „Hulk eröffnet das Feuer“ meldete der Ortungsoffizier, „mindestens 5 Makrokanonenbatterien!“ ´Das könnte gefährlich werden,‘ schoss Brutus durch den Kopf, ‚auf diese Entfernung konnten nicht mal die Orks daneben schießen. Dieser massive Beschuss könnte leicht die Dreifach-Deflektor-Schilde überlasten.‘ Die „Treu und Glauben“ war ein jahrhundertealtes Schiff und hatte einige technische Komponenten aus Zeiten, als das Technologieniveau des Imperiums deutlich höher war als heute. Dreifach-Deflektor-Schilde konnte heute keine Fabrikwelt des Imperiums mehr herstellen. Niemand verstand mehr diese komplizierte Technik vollständig.

Und da schlugen auch schon Serien von Geschossen in die Schilde der „Treu und Glauben“ ein. Doch es waren deutlich weniger Treffer als erwartet. Die Orks schafften es also doch auf diese kurze Entfernung daneben zu schießen. Die Deflektorschilde brachen kurzzeitig zusammen, um dann sich sofort wieder zu stabilisieren. Sie hatten alle Geschosse abgehalten. Der Lord-Kapitän befahl: „An die Flotte, Feuer frei auf die Makrobatterien, dabei aber auf unseren Gun-Cutter achten!“ Brutus befahl daraufhin den Waffenoffizieren: „Alle Batterien, Feuerzusammenfassung, enger Streukreis, Feuer!“ Die beiden Sonnenfeuer-Turbolaserbatterien und die Backbord-Plasmabatterie schossen gleichzeitig. Die Energiewaffen zerschmolzen große Teile der Wracks und Felsen zu Schlacke. Der Chef-Waffenoffizier meldete, „Wirkungstreffer, mindestens 2 Batterien ausgeschaltet.“ Die Brückencrew jubelte. Auch die „Gnadenstoß“ und die „Sternengold“ hatten das Feuer eröffnet und weitere Verwüstungen angerichtet. Der Ortungsoffizier meldete mehrere wegfliegende große Trümmer. Brutus betrachtete den Holotank. ‚Das sind keine gewöhnlichen Trümmer.‘ begann er zu ahnen. „Weiterfeuern!“ befahl der Lord-Kapitän, da rief Brutus dazwischen. „Die Trümmer bewegen sich auf uns zu! Das könnten Ork-Landungsschiffe oder primitive Raumtorpedos sein.“ Der Lord-Kapitän machte ein besorgtes Gesicht. „Abwehrbatterien, Sie haben Feuererlaubnis auf anfliegende Trümmerstücke. Schiffssektionen und Regiment Enterabwehrstationen besetzen!“ Die „Treu und Glauben“ war die Heimat des 1. Marcheval-Regiments, ein mechanisierter Kampfverband von 5000 Mann Stärke. Natürlich nutzten jetzt die meisten Fahrzeuge nichts, aber zu dem Regiment gehörte auch ein Elite-Sturmbataillon von 600 Mann mit vorzüglicher Ausrüstung. Alles geliefert vom Munitorum auf Grund der guten Beziehungen des Lord-Kapitäns. Rufinus war ziemlich stolz drauf, dass sie diese Kontakte als Freihändler selbst hergestellt hatten und nicht ihre Verbindungen zur Inquisition nutzen mussten. Je weniger Kontakt sie zur Inquisition hatten, desto besser ließ sich die Operation „Kalter Handel“ durchführen. Die Soldaten des Sturmbataillons verfügten ausnahmslos über leichte Sicherheitsrüstungen und die seltenen und viel effektiveren Hochenergie-Lasergewehre. Nur ausgesuchte Veteranen taten hier Dienst und wurden ständig gedrillt.

Die Rettungs-Crew und die Geretteten kämpften sich währenddessen gemeinsam durch immer wieder angreifende Horden von Orks zu ihrem Gun-Cutter zurück und starteten sofort. Lucie funkte die „Treu und Glauben“ an „Treu und Glauben, hier Honigbiene, sind auf dem Rückflug, erbitte Anflugvektor“ Der Geschütz-Servitor des Gun-Cutters meldete mit tonloser Stimme: „Feindobjekt auf 6 Uhr, Frage Feuererlaubnis?“ Lucie erwiderte: “Feuererlaubnis erteilt.“ Da antwortete schon der Panzerkreuzer. „Hier Treu und Glauben, Anflugvektor Gamma Kappa 4,“ krächzte es aus den Voxlautsprechern „bleiben Sie unbedingt nahe am Vektor, Treu und Glauben feuert, Achtung, feindliche Angriffsschiffe im Anflug, Klären Sie Ihren Vektor!“ ‚Na toll‘, dachte Lucie, slippte die Maschine über die Steuerbordseite und klemmte sich hinter einen Schrottbrocken. Die Autokanonen des Gun-Cutters ratterten los und schossen das Ork-Schiff aus der Bahn. Das verfolgende Ork-Schiff, ein besonders großer, hässlicher Felsbrocken mit allerlei wirren Anbauten, ließ sich nicht so leicht abschütteln. Große Wummen verteilten großzügig Geschosse im Raum. Treffer um Treffer schlugen in das Shuttle und Splitter pfiffen durch das Passagierabteil. Der Geschütz-Servitor hämmerte mit den beiden Turm-Autokanonen auf den Verfolger ein, doch der ließ nicht locker. Sie näherten sich schnell dem Panzerkreuzer. Plötzlich eröffneten die Abwehrbatterien der „Treu und Glauben“ das Feuer auf die Ork-Angriffsschiffe. Tausende von Vulcan-Boltgeschossen schwirrten durchs All und rissen die plumpen und langsamen Ork-Schiffe in Fetzen. Lucie durchflog das Abwehrfeuer des Panzerkreuzers und raste in den zugewiesenen Hangar, dicht gefolgt von dem Ork-Schiff. Trotz vollem Gegenschub schlitterte das Shuttle quer durch den Hangar und kam in einem Stapel Vorratskisten zum Stehen. Der Felsbrocken schaffte es hinter dem Gun-Cutter auf dem Landungsdeck der „Treu und Glauben“ einzuschlagen und aberhunderte Orks quollen aufs Deck.

„Enteralarm in Hangardeck A,“ schrie aufgeregt ein junger Brückenoffizier, „Orks in unbekannter Stärke, vermutlich deutlich über 100!“ „Alle Stationen auf Enterabwehr, Gebiet abriegeln, Einsatz des 1. Marcheval. Schickt die Sturmtruppen rein und stationiert die Schwere-Waffenteams an kritischen Punkten.“ befahl der Lord-Kapitän sofort. Brutus Rubicon gab dem Regiments-kommandeur über Vox seine Einsatzbefehle und die Truppen setzten sich in Marsch. Der Lord-Kapitän sprach über Vox zur Besatzung: „Männer und Frauen der „Treu und Glauben“, die widerlichen Xenos sind in unsere heilige Heimat eingedrungen, alle zu den Waffen, riegelt Eure Sektionen ab, aber lasst unsere Truppen schnell passieren. Möge der Gott-Imperator mit Euch sein!“ Ein Aufschrei ging durch alle Sektionen des Schiffs, die Besatzung griff zu den Waffen und besetzte ihre Abwehrstationen.

Eine unüberschaubare Menge Orks quoll aus dem zerstörten Landegefährt und fiel über die Besatzungsmitglieder im Hangarbereich her. Die Leute wehrten sich mit Schrotflinten, Entermessern und Laserpistolen, doch hatten sie gegen die wild angreifenden grünen Monstermassen keine reelle Chance. Die Autokanonen und schweren Bolter des Gun-Cutters röhrten im Dauerfeuer in die Orkhorden, doch sie strömten aus dem Landungsfelsbrocken wie eine Springflut. Die zerschossene Heckklappe des Guncutters öffnete sich knirschend und quietschend. Das Rettungsteam und die Gestrandeten sprangen aus dem Fahrzeug und fuhren zwischen die Grünhäute wie der heilige Zorn des Imperators. Lucie schnitt und hackte sich mit ihren beiden Klingen durch grüne Haut, Sehnen, Muskeln und Knochen, Seneschall Grey hatte beide Boltpistolen gezückt und ließ reihenweise Orkköpfe platzen. Der Gerettete und seine beiden Begleiterinnen mähten die Orks zu Dutzenden nieder. Auch die anderen schossen oder hackten mit ihren Waffen und die Orks fielen vor ihnen wie Ähren vor dem Schnitter. Trotzdem bildeten sie bald eine Insel inmitten der grünen Flut. Der Boden war übersät mit grünem Schleim und leergeschossenen Magazinen. Gerade noch rechtzeitig trafen die gut gerüsteten Sturmtruppen, unterstützt durch drei Leman Russ Kampfpanzer, ein und schlugen einen Korridor zu den Kämpfenden. Rauch und Qualm zogen durch die riesige Halle. Irgendwo waren kleine Brände ausgebrochen. Doch langsam verebbte der Ansturm der Orks und die überlebenden Grünhäute wurden zwischen mehreren Angriffstrupps eingekeilt und aufgerieben. Plötzlich trat eine fast unnatürliche Stille ein. Das Orkgebrüll und der Kampflärm waren verstummt. Zurück blieben traumatisierte Verwundete und ein halb zerstörtes Hangardeck, übersäht von Trümmern und Leichen und glitschig von grünem Orkschleim.

Die Flotte hatte bereits Fahrt aufgenommen und sprang nach wenigen Stunden in den Warp. Rufinus dachte, dass sie damit die ärgsten Bedrohungen aus dem Space Hulk hinter sich gelassen hätten. Er sollte sich gründlich täuschen.
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