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Inferno über Geonide - Akt I [Adeptus Mechanicus]

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Inferno über Geonide - Akt I [Adeptus Mechanicus]

Beitragvon Dorn » Do 2. Mai 2013, 12:08

Geonide brennt... Wie konnte dies nur geschehen? Dies ist eine Geschichte um Misstrauen, Furcht und Verrat. Sie beleuchtet wie die Apokalypse über die imperiale Forschungswelt Geonide hereinbrach...

Diese Geschichte wird in 3 Akte unterteilt werden. Hier veröffentliche ich den Prolog und den ersten Akt. Viel Spaß beim Lesen...

Anbei noch ein Lexicanum Artikel über das Inferno:
[Nur für Registrierte Mitglieder]

Noch eine Anmerkung: Die folgende Geschichte ist eine von mir erdachte Erweiterung des Fluffs und nicht offiziell von GW anerkannt.

Inferno über Geonide

Prolog – Arkane Ruinen

Geonide, Jesreel Ebene

Orangebrauner Staub wurde von den Triebwerken des niedersetzenden Aquila Landers aufgewirbelt. Das stählerne Fahrwerk des kleinen hochmobilen Fliegers bohrte sich in den zerfurchten Boden der Ausgrabungsstätte. Abrupt schwellte das Heulen der Triebwerke ab, während sich scharenweise Grabungsarbeiter um den kleinen Transportflieger sammelten. Zischend senkte sich die Personenkabine ab, um einen ebenerdigen Ausstieg zu ermöglichen. Die Luke öffnete sich und vier schwer bewaffnete Protektoren in dunkelroten Sturmmänteln traten ins Freie. Sie sicherten augenblicklich die Ausstiegsstelle und drängten die Arbeiter, welche sie abwerten Menials nannten, zurück.
Eine weitere Person trat durch die Luke. Zeíra war ihr Name und sie gehörte zu den bedeutendsten Adepten der Welt X31C33, welche auch Geonide genannt wurde. Sie trug eine bronzene Rüstung, welche die Körperkonturen einer Frau idealistisch nachbildete. Von den hohen zarten Schultern fiel ein blutroter ornamentierter Umhang herab. Ihr Gesicht war von einer auf Hochglanz polierten bronzenen Helmmaske verdeckt, welche von einer altterranischen Sagengestalt inspiriert war. Das Gesicht war das einer Rachegöttin und anstelle von Haaren wuchsen bedrohliche bronzene Schlangen aus ihrem Schädel. Die alten Völker vom antiken Europa nannten diese Wesen Medusen und glaubten, dass allein der Blick eines solchen Wesens einen Menschen in Stein verwandeln konnte. Genau diesen Effekt schien ihr Anblick auf die Menials zu haben, die augenblicklich verstummten und ehrfurchtsvoll zurückwichen.
Der hehren Gestalt der Adeptin folgte eine kleine gebückte Gestalt. Ihre dreckige zerschlissene dunkelrote Robe schleifte über den staubigen Boden. Die Kapuze verbarg das Gesicht jenes Wesens in einem dunklen Schatten. Das materialistische gotische Rückenmodul, aus dem eine Vielzahl vielfarbiger Kabel heraus hangen, drückte die seltsame Gestalt nur noch weiter hinunter.
Die Adeptin schritt selbstsicher mit der gebückten Gestalt im Schlepptau auf die Arbeitermenge zu, welche augenblicklich eine Gasse für ihre hehre Gestalt freimachten. Die Protektoren flankierten die Adeptin und schirmten sie von den unwürdigen Menials ab.
Am Ende der neu gebildeten Menschengasse stand der Aufseher der Ausgrabungen. Unter seiner bescheidenen und doch eleganten roten Robe blickte eine perlmuttfarbene Schädelmaske hervor, aus der sich Kabelschlangen heraus schlängelten und zu der Versorgungseinheit auf seinem Rücken führten. Seine unter dicken Panzerhandschuhen verborgenen Finger waren in einander verschlungen, so dass seine Hände zwei in einander greifenden Zahnrädern ähnelten.
Als Zeíra und der Aufseher nun gegenüberstanden, begannen beide auf eine absonderliche Weise zu kommunizieren. Binäre Klänge rauschten aus ihren Lautsprechern, ein Gewirr aus langen und kurzen Piepstönen, welche komplexe Codebausteine ergaben. Jene ehrwürdige Geheimsprache wurde nur von den Mitgliedern des Cult Mechanicus und den heiligen Maschinen und Cogitatoren gesprochen.
Nachdem die allgemeinen Begrüßungsformalitäten ausgetauscht waren und der Aufseher, dessen Name übrigens Charon war, seinen ewigen Treueschwur gegenüber der Adeptin wiederholt hatte, wandte sich Zeíra um und wies mit ihrer Hand auf das krumme Wesen hinter ihr.
„Dies ist der ehrenwerte Adept Akro von Illur“, Zeíras binärer Code war sehr erhaben, aus ihm sprach eine gebieterische Sicherheit: „Er wird uns helfen, hier einen Durchbruch zu erzielen.“
Aus der Akros Kapuze rauschten einige zerrissene krumme Begrüßungscodes hervor. Charon hatte bereits von Akro gehört. Einst lebte dieser Adept in der Makropole Illur am Südkontinent Askea, dort wurde er aufgrund von Techhäresie gesucht.
Wie konnte Zeíra sich mit einem solchen Ketzer einlassen? Wusste sie nicht, dass die Ausgrabungen schon allein gefährlich nahe an die Techhäresie grenzten und nun sollte auch noch ein solcher Apostat hier mitarbeiten? Es gefiel Charon gar nicht in welche Richtung sich diese Unternehmung entwickelte.

Charons Zelt stand ein wenig abseits auf einer Anhöhe von der man die Ausgrabungsstätte gut überblicken konnte. Während der raue Wüstenwind an den braunen groben Zeltplanen zerrte, versuchte Charon im Inneren des Zeltes der Adeptin seine Bedenken gegenüber Akros Anwesenheit zu verdeutlichen.
„Eure Einwände sind natürlich begründet“, summte Zeíras erhabener Code aus den fein abgestimmten Lautsprechern unter ihrer Helmmaske: „Doch ihr müsst bedenken, dass die Grabungsarbeiten nun seit 64 Rotationen praktisch stillstehen. Ihr müsst einsehen, dass wir die Hilfe von Akro benötigen.“
„Der Manufactor Principalis duldet unsere Unternehmung nur. Was wird er wohl sagen wenn er erfährt, dass ein Techketzer an den Grabungsarbeiten in der verbotenen Jesreel Ebene teilnimmt?“
„Wenn er es erfährt…“, die Adeptin machte eine Kunstpause: „Er muss es nicht wissen. Ja, er darf es sogar nicht wissen“
Zeíras Antwort traf Charon zutiefst. Geheimhaltung… Versteckspiel… Verrat… Das alles kam ihm so falsch vor.
„Aber wäre dieses unehrliche Verhalten nicht Häresie gegenüber dem Manufactor Principalis? Oder sogar eine Häresie gegenüber dem gesamten Mechanicus?“, eine starke Unsicherheit schwang in Charons Code mit.
Zeíra schüttelte den Kopf: „Unter unseren Füßen liegt heilige Technologie seit zehntausend Jahren begraben. Es wäre Häresie dieses Geschenk des Maschinengottes an seine frommen Diener nicht zu nützen.“

Charon führte Zeíra und ihren krummen Beleiter zum freigeschaufelten Eingangsportal der alten Industrieanlage. Stets wachsam folgten die vier Protektoren der Adeptin. Beeindruckt machte Zeíra vor dem Portal halt. Obgleich sie es schon viele Male seit Beginn der Ausgrabungen gesehen hatte, war die imposante Wirkung des Torbogens nicht verblasst. Zehn Meter ragte der schwarze Schlund aus dem Sand der Abfallwüste heraus. Die goldene Farbe war schon lange von den Lettern über dem Portal abgefallen, doch man konnte noch die Gravierung lesen: „Gloria in excelsis Deo Apparatus ad Mechanicum“
Mechanicum… allein dieses Wort zeugte vom unglaublichen Alter dieser arkanen Ruinen, denn so wurde das Adeptus Mechanicus vor dem großen Bürgerkrieg genannt. Charon trat als erster durch das Portal in die Finsternis eines längst vergangenen Zeitalters.

Einundzwanzig Ebenen stiegen sie hinab in ein lange vergessenes Reich. Uralte Technologie fand sich hier, geschmiedet von den alten Meistern des Mechanicums mit denen sich heute niemand mehr messen konnte. Doch der Verfall der Zeit hatte auch hier nicht halt gemacht und viel war zerstört und verloren gegangen.
Dort unten auf der einundzwanzigsten Ebene machten sie halt. Ein von einem Zahnrad umfasster Schädel grinste ihnen entgegen, zur einen Hälfte glich er einer Maschine und zur anderen dem eines Menschen. Auf dem Zahnrad stand in goldene unverwitterte Lettern: „Dies ist das Gewölbe des Nerimus – Versiegelt durch die Meister des Mechanicums im Jahre 369.M31“
Die verzerrte Codes aus den minderwertigen Lautsprechern Akros brachen die Stille: „Ist dies das Siegel welches ich brechen soll?“
Das Siegel brechen. Schon allein bei dem Gedanken so mit heiliger Mechanicum Technologie umzugehen, drohten Charons Sicherungen durchzubrennen. Das war Blasphemie…
„Ja, dies ist das Siegel, welches uns zu schaffen macht“, wie immer wirkte Zeíras Code erhaben: „Brecht es!“
Allein diese zwei Wörter gaben Charon einen Stich in seine Prozessoren. Brecht es! Was dachte sich Zeíra nur.
„Herrin, dürfte ich euch unter vier Augen sprechen“, Charon bebte, als der Code durch seine Lautsprecher rauschte.
„Was gibt es, Charon?“, Zeíra bewegte sich mit Charon eine Kammer weiter, während Akro mehrere Kabel aus seinem Rückenmodul an die Konsole neben dem Siegel anschloss.
Charon drehte die Lautstärke herunter, sodass sein Code fast unhörbar war: „Dieses Siegel ist so außergewöhnlich stark. Die alten Meister müssen gewusst haben warum sie es so stark verschlüsseln, oder?“
Ohne dieselbe Maßnahme wie Charon zu treffen antwortete Zeíra: „Natürlich haben sie es stark verschlüsselt. Hinter diesem Siegel liegen unschätzbare Technologien. Nicht jeder sollte so einfach Zugang zu dieser Technologie haben. Nur wir, die Auserwählten des Omnissiah sind dazu bestimmt.“
„Und doch…“, rauschten Charons Lautsprecher leise: „…frage ich mich immer wieder. Was wenn die alten Meister nicht wollten, dass diese Tür je wieder geöffnet wird? Dieses Siegel ist eine Warnung…“

Schon kurze Zeit später stieg Rauch aus der Konsole des Siegels auf. Kleine Flammen loderten heraus, während sich das Zahnrad welches den Schädel umfasste zu drehen begann. Mit einem schrillen Kreischen schraubte sich die gut drei Meter dicke Tür aus der Wand heraus, während Zeíra und Charon mit schnellem Schritt wieder zu dem Siegel zurückkehrten. Keiner hätte erwartet, dass Akro das Siegel so schnell brechen würde. Wie in einer alten terranischen Sage rollte der Fels vor der Grabkammer zur Seite und gab den Blick in das Innere der Kammer frei. Keiner von ihnen war darauf vorbereitet was hinter dem Portal auf sie wartete.

Akt 1 – Schwindendes Licht

Kapitel 1 – Misstrauen

Geonide, Makropole Arius
34 Rotationen nach dem Verschwinden der Adeptin Zeíra

Dunkle Wolken brauten sich am Horizont zusammen. Immer wieder brachen grelle Blitze aus der finsteren Wolkenphalanx hervor und das Grollen des Donners war weithin zu hören. Hohe Wellen pflügten durch das Säuremeer des Calypsogolfes und warfen die gewaltigen Schiffe hin und her. Kleiner Schiffe wären bei einem solchen Wellengang schon untergegangen, doch selbst für die stählernen Leviathane des Adeptus Mechanicus schien die ungewohnte Rauheit der See eine Gefahr darzustellen.
Der Wind zerrte wütend an den roten Drachenbannern der Schiffe. An Deck wuselten unzählige Besatzungsmitglieder umher und versuchten die Ladung zu sichern. Mit mäßigem Erfolg, denn immer wieder schwappten Wellen über die Reling und spülten sowohl Frachtcontainer als auch Menschen mit von Bord.
Markus beobachtete gespannt das tödliche Schauspiel von der Spitze des Makropolturmes Arius Beta lag. Hier oben in der Diplomatenloge war er vor den Naturgewalten sicher. Die großen Schiffe wirken von hier oben wie Spielzeuge und die hektischen Menschen an Deck wie die terranische Ameisen. Markus vermisste Terra, schon seit er von dort aufgebrochen war. Denn das heilige Terra war nicht nur seine Heimat, sondern auch der einzige Ort des Heils in der Dunkelheit der Galaxie.
Doch seine heilige Pflicht hatte ihm geboten die Wiege der Menschheit zu verlassen und an das andere Ende der Galaxis zu reisen, nach Geonide. Dort sollte er das Adeptus Terra vertreten und die Wünsche dieses Werkzeuges des Imperators durchsetzten. Doch diese Aufgabe gestaltete sich schwieriger als er erwartet hatte.
Schon die Begrüßung bei seiner Ankunft vor sechs Stunden an den Aquila Raumdocks war außerordentlich kühl gewesen. Magos Thelian, der diplomatische Vertreter des Manufactor Principlais Geonidis, hatte ihm gezeigt, dass er hier auf Geonide unerwünscht war.
Geonide gehörte dem Adeptus Mechanicus und die Priesterschaft des Mars war nicht bereit ihre Geheimnisse mit Terra zu teilen. Seit den Tagen des Imperators herrschte zwischen Mars und Terra ein Zweckbündnis: Der Vertrag von Olympus.
Die Legionen Terras hatten sich verpflichtet die Einrichtungen des Adeptus Mechanicus zu schützen und die Techpriester würden die Legionen Terras im Gegenzug mit Technologie und Waffen versorgen. Die Herstellung dieser Kriegsmaschinen war und ist bis heute die Machtbasis des Adeptus Mechanicus. Deshalb würden die Techpriester des Mars niemals ihre Geheimnisse Terra preisgeben. Ein grundsätzliches Misstrauen war grundgelegt.
Seit dem Vertrag von Olympus waren zehntausend Jahren vergangen. Unzählige Glaubenskriege zwischen den Vertretern von Terra und Mars hatten das Bündnis erschüttert und die Gräben des Misstrauens waren weit aufgerissen. Doch Terra brauchte den Mars und der Mars brauchte Terra, aus einem banalen und doch alles bestimmenden Grund: Um in der Finsternis zwischen den Sternen zu überleben.
Im Vertrag von Ceres hatten sich die Vertreter von Terra und Mars über die Streitigkeiten hinweg gesetzt und erneut den alten Pakt bekräftigt. Nicht zuletzt dadurch konnten große Gebiete wieder zurückerobert werden und die Menschheit ihren Fuß sogar auf neue Welten am Rande der Galaxis setzten.
Heute bröckelt auch Ceres, die alten Eroberungen sind durch Häresien verloren gegangen und erneut wächst das Misstrauen.
Misstreuen… Genau das hat sich Markus heute am Aquila Raumhafen gespürt. Doch Markus war entschlossen nicht so leicht aufzugeben. Er würde die Gräben des Misstrauens überspringen und sie zuschütten.

Magos Thelian eilte durch die hohen Säulengänge des Martian Palais. Ehrfürchtig neigte die jüngeren Mitglieder des Cult Mechanicus den Kopf als er sie passierte. Er war die rechte Hand von Erzmagos Chrovus, dem Manufactor Principalis Geonidis. Was Thelian befahl geschah. Thelian genoss seine Macht.
Doch heute war alles anders als sonst. Binärer Ärger rauschte durch seine kühlen präzisen Rechensysteme, welche seine unscharfen Gefühle vor mehr als sieben Dekaden abgelöst hatten. Er konnte seine Macht heute nicht genießen, denn eine neue Partei war auf Geonide aufgetreten und ihre Anwesenheit verhieß nichts Gutes.
Der Abgesandte von Terra mischte sich in Belange ein, welche ihn nichts angingen. Schlimmer jedoch war, dass Chorvus die bloße Anwesenheit dieses "Menschen" tolerierte. Abscheu erfüllte die Datenbahnen Thelians, wenn er auch nur an den Abgesandten aus Terra dachte.
Thelian selbst zählte sich nicht mehr zu jenem schwachen Geschlecht von Terra, denn der Maschinengott des Mars hatte ihn erlöst. Nach und nach war er mit bionischen Verbesserungen gesegnet worden, welche das schwache unpräzise Fleisch ersetzt hatten. Er war kein Mensch mehr sondern ein perfekter Übermensch.
Thelian verließ den sandsteinfarbenen Palastes des Manufactor Principalis durch das Leonstor und betrat die Via Mechanica. Die Via Mechanica war die Hauptstaße von Arius Alpha, dem größten und ältesten der drei Makropoltürme von Arius. Über sie wachte ein Titan der Warlord-Klasse, welcher starr vor dem Martian Palais stand. Bei dem Anblick dieses Avatars des Maschinengottes hätte Thelian Ehrfurcht und Bewunderung empfunden, doch aufgrund seines maschinellen Wesens blieben nur die kalten Berrechnungen seiner internen Cogitatoren.
Langsam wandte Thelian seinen Blick vom Warlord ab und schritt die Straße hinab, dann gewichtigere Aufgaben warteten bereits auf ihn. Der Hüter des Wissens Magos Arson erwartete ihn bereits im Forschungskomplex XC113Y. Arson hatte ihm eine bemerkenswerte Entdeckung versprochen.

"Euer Misstrauen beleidigt mich, Abgesandter", die optischen Sensoren hinter Chorvus goldener Schädelmaske musterten Markus genau: "Ihr wisst selbst das wir die Gräben des Misstrauens überwinden müssen."
Markus nickte zaghaft, beim Anblick des uralten ehrwürdigen Priester der Technologie. Seit mehr als siebenhundert Jahren regierte Chorvus über Geonide und leitete die Forschung auf dieser wichtigen Welt des Imperiums. Während im Imperium der Menschheit die Forschung stangnierte, sie sogar als Gefahr angesehen und deshalb verboten wurde, hatte sich der Manufactor Principalis immer darum gesorgt, dass man hier weiter forschte durfte.
Deshalb war Markus nach Geonide beordert worden. Das Adeptus Terra misstraute dem scheinbaren Fortschritt auf Geonide. Sie vermuteten, dass die Adepten von Geonide zu weit geforscht hatten und sich mit den Mächten der Verderbnis eingelassen hatten. Der hohe Senat verdächtigte sie der Häresie und diesen schwerwiegenden Verdacht galt es zu ergründen. Besonders die Meldungen über das kürzliche Verschwinden der, bereits von der Inquisition im Geheimen überwachten, Adeptin Zeíra hatte Grund zu großer Besorgnis gegeben. Natürlich waren dieser Verdacht und die Untersuchungen der heiligen Inquisition streng geheim. Markus war offiziell aus einem ganz anderen harmlosen Grund auf Geonide.
"Ich weiß was ihr denkt, Abgesandter", die in Chorvus Maske verbauten Lautsprecher gaben die Wörter in einer geradezu unheimlichen Perfektion wieder: "Ihr fragt euch wie weit wir auf Geonide geforscht haben? Ob wir uns zu Tief in die alles verderbenden Mächte des Warps verstrickt haben? Ihr habt vom Verschwinden der Adeptin Zeíra gehört und seid nun zutiefst besorgt."
Woher wusste Chorvus von Markus wirklichem Auftrag? Die Astropathen hatten dem Erzmagos nur übermittelt, dass Markus nur zur Anpassung der Tributraten an Terra gekommen war. Der Abgesandte wurde zunehmend unruhiger.
"Ein Sturm zieht über Geonide auf. Ich sehe es so gut wie Ihr, Abgesandter. Wir können diesen Sturm nur bewältigen wenn wir zusammenarbeiten im Geiste von Ceres, im Geiste von Olympus."
Markus nickte. Was sollte er darauf sagen? Chorvus sprach ganz offen mit ihm, ohne jegliches Misstrauen. Der Maschinenpriester sprach das aus was Markus Herz erfüllte. Die Gräben überwinden… Zusammenarbeit… Und dennoch war das Herz des Abgesandten von Misstrauen, Furcht und Argwohn erfüllt.
"Ihr redet weise, Erzmagos...", Markus schluckte und setzte dann unruhig fort: "Ihr habt recht wir sollten offen zusammenarbeiten."
Markus Gesicht spiegelte sich in Chorvus goldener Maske wieder. Die mechanische Hand des Manufactors bewegte sich langsam hinauf, die Finger umschlossen den goldenen Schädel und zogen die Maske herab. Dem terranischen Abgesandten offenbarte sich Chorvus Inneres, ein Gewirr aus Drähten, Kabeln und Röhren aus denen zwei optische Sensoren herausragten. Es war ein für Markus ungewohnter wie abstoßenden unmenschlicher Anblick.
"Erlaubt mir eine Frage, Abgesandter", Chorvus Stimme hatte einen bedrohlichen Tonfall angenommen.
Markus nickte eingeschüchtert, als Chorvus Lautsprecher erneut erklangen: "Wenn Ihr für eine offene Zusammenarbeit seid, warum operiert dann die heilige Inquisition des Gottimperators zu Terra auf Geonide im Glauben es bliebe mir verborgen?"

Kapitel 2 – Häresie

Geonide, Makropole Arius
34 Rotationen nach dem Verschwinden der Adeptin Zeíra

Arius Gamma war der zweithöchste Makropolturm von Arius. Doch schon in wenigen Dekaden könnte er, würde er mit derselben Geschwindigkeit weiter wachsen, selbst den Palast des Manufactor Principalis an der Spitze von Arius Alpha überragen. In Inneren des gewaltigen Turmes befanden sich im Gegensatz zu Arius Alpha jedoch keine arkanen Fabriken oder ehrwürdige Paläste, sondern unendlich viele heruntergekommen Wohnräume in denen die Arbeiterklasse von Arius zusammengepfercht lebten.
Abwertend nannten die Behörden des Mechanicus die Arbeiter Menials. In den Registern waren jeder von ihnen mit nichts mehr als einer Nummer verzeichnet und dennoch füllten die Aufzeichnungen gewaltige Archive, über die man längst jeglichen Überblick verloren hatte.
Die Menials standen kaum über den hirnlosen Servitoren. Sie waren das Blutopfer, mit dem die ewigen Fabriken am Laufen gehalten wurden. Geonide war der Opferaltar auf dem sie ihr Leben hingaben, zum Wohle eines weit entfernten Imperiums zwischen den Sternen.
Doch nicht alle fanden sich mit ihrem Schicksal ab. Mancher wandten sich dem scheinbaren Ausweg der Häresie und Kriminalität zu. Organisierte Kulte kontrollierten die Unterwelt von Arius Gamma. In die dunklen Tiefen des Makropolturmes trauten sich sogar die Protektoren und Skitarii des Mechanicus nicht mehr hinab. Es waren ein verdorbener Bereiche und eine Säuberung würde ganze Dekaden, vielleicht sogar Jahrhunderte, dauern und im Endeffekt nur eine Verschiebung der Machtverhältnisse bedeuten.
Doch würde einer den seichten Spuren der Häresie folgen, so könnte man womöglich die Hintermänner hinter den Kulten finden. Jene verdorbenen Aristokraten, deren Häresie viel bedeutsamer und gefährlicher ist, könnten über diesen sowohl riskanten als auch schwierigen Weg zur Strecke gebracht werden. Doch gab es nur wenige die einen solchen Weg gehen konnten. Nur wenige waren berufen die Akolythen des Chaos zu jagen und zu vernichten: Die Diener der heiligen Inquisition seiner Majestät des Gottimperators am goldenen Thron zu Terra.

Finster blickten die Wasserspeier hinab in die tiefen Straßenschluchten von Arius Gamma. Es waren seltsame Kreaturen, zur einen Hälfte Maschinen, zur anderen Hälfte legendäre Drachen aus der Mythologie des antiken Terra. Sie waren das Sinnbild des Vertrages von Olympus und die Wappentiere von Geonide.
Auf einem von ihnen saß eine finstere Gestalt. Holofelder verschleierten ihre Umrisse und machten sie zu einem unsichtbaren Schatten. Von hier oben überwachte der Schatten die Joyre Marcan Straße und sein Blick ruhte niemals. Denn seine Beute war geschickt und höchst gefährlich. Nur ein Moment der Unachtsamkeit...
Aus dem Kidrontal klangen die Gesänge der Reinigung hinauf nach Arius Beta. Es waren unverständliche Silben einer kryptischen Codesprache, welche nichts mit dem terranischen Gotisch zu tun hatte. Die Techpriester hatten ihre unnatürlichen Gebetslaute von Sprache der Maschinengeister des Mars übernommen.
Die Reinigungsliturgie der Fabriken im Tal fand immer zugleich mit dem Schichtwechsel statt und mit dem Erklang der Gesänge traten tausende Menschen aus den Wohnungen hervor. Ein Meer aus rot-braune Uniformen wogte durch die Straße. Langsam bewegten sich die Massen in Richtung der Drahtseilbahnen, welche hinab in das Kidrontal führten.
Die Blicke der Menschen waren starr und leer. Sie hatten keine Wünsche und Sehnsüchte, denn sie wussten, dass diese nur enttäuscht wurden. Dennoch klammerten sie sich mit all ihrer Kraft an ihre jämmerliche Existenz und hatten einen bemerkenswerten Überlebenswillen.
Ein rosaroter Laserstrahl zuckte durch die Luft weit über den Arbeitermassen. Nur knapp verfehlte er den Mann auf dem Wasserspeier und brannte ein schwarzes Loch in die Plastbetonwand.
Nur ein kleiner Moment der Unachsamkeit hätte dem schattenhaften Mann fast das Leben gekostet. Doch nun war er am Zug. Dem Scharfschützen auf der anderen Seite der Straßenschlucht sollte nicht viel Zeit bleiben.

Slyte fluchte, während er durch das Fenster der engen ein Zimmer Wohnung blickte. Der verdammte Schatten hatte sich weggeduckt und war von seiner Position am Wasserspeier verschwunden. Noch einmal fluchte Slyte derb und hob dann sein Präzisionshochenergielasergewehr vom staubigen weiß-grün gefliesten Boden auf.
Der Innenraum war dunkel. Nur das Licht aus dem eingeschlagenen Fenster zeigte wie heruntergekommen der Raum eigentlich war. Die alte Habiatswohnung stand schon lange leer, ihre einstigen Bewohner waren bei einem Arbeitsunfall ums Leben gekommen. Den Behörden war dies nicht aufgefallen und so wurde die Wohnung niemals nach besetzt.
Slyte spähte noch einmal durch das Fenster hinüber zu den Wasserspeiern. Wo war dieser Dämon nun? Mit dem vierfach vergrößerten Visier seiner Waffe suchte er die Mauerfassade ab. Er hatte ihn verloren. Wie hatte das passieren können?
Auf jeden Fall musste er hier weg. Weder dieser Schatten noch die Behörden von Geonide durften ihn hier erwischen. Slyte schulterte seine Waffe und lief zu der eisernen Wohnungstür. Er wollte seine Hand gerade nach der groben Türklinge ausstrecken, als die Tür mit einem ohrenbetäubenden Knall aus der Verankerung gerissen wurde. Die Druckwelle der Detonation riss ihn zu Boden. Eine jähe Dunkelheit legte sich über seine Sinne, als er auf dem harten Fließenboden aufschlug.
Slyte kämpfte gegen die Ohnmacht an, als er den schattenhaften Dämon eintreten sah. Er spuckte Blut und versuchte aufzustehen. Ein brennender Schmerz durchfuhr ihn, als er versuchte seine zertrümmerten Beine unter der schweren Eisentür hervor zu ziehen. Zitternd blieb er am Boden liegen und sah die seltsame Kreatur näher kommen.
"Wer bist du, Dämon?", presste Slyte schmerzhaft hervor. Denn er hatte gehört, dass der wahre Name des Dämons ihm Macht über ihn geben könnte.
Das Wesen stieß einen höllischen Lacher aus: "Ich? Ein Dämon? Nein!"
"Was bist du dann?", Slyte zitterte. War es eine Xenos Kreatur? Ein Mutant? Oder...
"Ich bin Demian Loken, Interrogator der Inquisition. Beantworte meine Fragen und ich werde dir ein schnelles Ende bereiten."
"Bitte nicht! Gnade! Ich bin doch nur..."
Der Interrogator warf Slyte einen finsteren Blick zu: "Mich interessiert nicht wer du bist Wurm. Wer hat dich geschickt? Sag es! Sonst wird es dir sehr Leid tun."
Slytes Hand griff nach seiner Laserpistole am Gürtel. Er zitterte, er fürchtete seinen Gegner. Doch dies war seine einzige Chance hier leben heraus zu kommen. Er umfasste den Griff, zog sie heraus...
"Lass die Waffe fallen", brüllte der Interrogator mit einer solchen Autorität, das Slyte seine Pistole aus der Hand glitt. Mit einem schnellen Tritt verfrachtete der Interrogator die Waffe, auf die andere Seite des Raumes.
Slyte fluchte fürchterlich, als seine letzte Hoffnung den heutigen Tag zu überleben gegen die hintere Wand des Zimmers knallte. Warum hatte er seine Waffe fallen gelassen? Der Befehl des Interrogators war von solcher Macht gewesen, dass er jetzt noch immer in Slytes Hinterkopf widerhallte. Wer vermochte es mit solcher Macht zu sprechen? Slyte blieb keine Zeit über diese Frage weiter nachzudenken.
Die Augen des Interrogators funkelten Slyte bösartig an: "Bist du jetzt bereit mir deinen Auftraggeber zu sagen? Oder muss ich..."
"Bitte nicht! Nein!", weinte Slyte: "Ich sage alles."

Kapitel 3 – Schwindendes Licht

Geonide, Makropole Arius
34 Rotationen nach dem Verschwinden der Adeptin Zeíra

Demian verließ die Talstation der Drahtseilbahn durch das große Hauptportal. Der Wind fegte durch das Kidrontal und riss wild an seinem Staubmantel. Die Sonne stand tief am Horizont und ihr Licht fiel durch die Wolkenfetzen über dem Kidrontal.
Von den Einheimischen wurde das jenes Tal auch Tal der Höllenfeuer genannt. Stets stiegen Rauch und Flammen aus den Fabriken des Tals hinauf in die verpestete Atmosphäre Geonides. Es war der Weihrauch, mit dem der Gott des Mechanicus, in der großen nie endenden Liturgie der Maschinen, geheiligt wurde. Normalerweise verdeckte eine durchgängige Smogschicht das Tal und machte jeden Blick zum Himmel hinauf geradezu unmöglich. Heute war dem nicht so. Der starke Wind verwehte den Smog und die neu entstanden großen Löcher gaben einen Blick auf den in blutrotes Licht getauchten Himmel frei. Während das Licht der Sonne schwand, kamen vom Horizont die pechschwarzen Wolkentürme immer näher. Der letzte Kampf des Lichts gegen die Finsternis der Nacht war ein bedrohlicher Anblick.
Die Straßen waren zu dieser Zeit wie leer gefegt. Die Menschen arbeiteten in den hermetisch abgeriegelten Fabriken. Sie opferten ihr Leben für das Imperium, in seinem Kampf gegen die Dunkelheit der Galaxis.
Demian beschleunigte seinen Schritt. Er musste sich beeilen, denn was er von dem Scharfschützen erfahren hatte war äußerst beunruhigend. In der Fabrikhalle XC113Y schienen sich seltsame Rituale abzuspielen und bei einer von diesen verdorbenen Liturgien, war auch der gedungene Mörder angeworben worden. Auch wenn er nicht die Namen der Hintermänner gewusst hatte, die Beschreibung deutete auf mächtige Magi des Mechanicus hin.
Ebenso deutete das hochwertige Präzisionsgewehr auf finanzell starke Auftraggeber hin. Wer auch immer Demian töten wollte, er wusste von der Gefahr die von dem Interrogator ausging. Also musste ihr Plan auch besonders wichtig und so durch besonders gefährlich für das Imperium der Menschheit sein. Demian durfte heute also nicht versagen, er musste seine Gegner zur Strecke bringen.

Die Luft in der Habiatwohnung C39X40 des Noricum Wohnturmes war schwül und stickig. Noch dazu war vor einigen Stunden auch noch der Deckenventilator ausgefallen. Jarrius hüstelte als er die abgestandene Luft einatmete und verfluchte den stehen gebliebenen Ventilator. Borskii hätte ihn reparieren sollen. Aber dieser unfähige Idiot hatte ihn durch seine Reparaturversuche nur noch mehr beschädigt. Nun war nichts mehr zu machen.
Jarrius warf einen verzweifelten Blick hinauf zum Ventilator, den Borskii noch vor kurzen mit einem Hammer traktiert hatte. Der Maschienengeist, der dem verbeulte Blech innewohnte, würde sich jetzt wohl nicht mehr zum funktionieren überreden lassen.
Ein leiser Piepston riss Jarrius aus seinen Gedanken. Die kleine gelb blinkende Lampe am Voxempfänger zeigte ihm an, dass gerade eine neue Nachricht hereingekommen war. Sofort war der alle Ärger über Borskii und den Ventilator wie weggeschwemmt. Jarrius machte sich an die Arbeit. Nur kaum eine Minute später rief er nach seinem Herren: "Inquisitor Sleeve! Wir haben gerade eine verschlüsselte Nachricht von Interrogator Demian Loken bekommen."

Der Fabrikkomplex XC113Y liegt am nördlichen Ende des Kidrontales, an den Ausläufen des Makropolturmes Arius Alpha. Rechts neben dem Komplex ragt der große Staudamm, die Kyronwehr hinauf. 48% Prozent des Stomhaushaltes von Arius kommen aus den Turbinen des Wasserkraftwerkes, durch die der Kidronfluss fließt.
Magos Arson stand auf einer der Terassen und bestaunte den Damm, seinen Damm. Er war ein Wunderwerk des Mechanicus, ein perfektes Meisterwerk. Beim diesem Anblick hätte Arson immer wieder in Tränen ausbrechen können, doch sowohl seine Tränendrüsen als auch seine Augen waren schon vor einer Dekade durch optische Sensoren ersetzt worden. Diese Sensoren verbesserten seine Sehleistung um das dreißigfach. Es war ein guter Tausch gewesen.
Dank dieser Sensoren konnte er auch den Schatten ausmachen, der geschickt an der Außenmauer der Fabrik hinaufkletterte. Arson wusste wer sich hinter den Holofeldern verbarg. Es war ein Spion Terras, ein Diener der Inquisition. Er war von seinem Freund bereits vor der Präsenz der Inquisition auf Geonide gewarnt worden. Arson beschloss diese Warnung ernst zu nehmen. Er beschloss, sich des Problems sofort persönlich annehmen.

Eine bedrückende Finsternis umspannte das Innere der großen Fabrikhalle. Durch den düsteren Raum hallte nicht wie gewöhnlich das Donnern der Maschinen. Die großen heiligen Ungetüme lagen gerade im Schlaf. An ihrer statt war ein seltsames Summen zu hören. Der Ursprung der unmelodischen Klänge lag in den internen Lautsprechern dreier schwarz-rot gekleideter Techpriester. Wie Motten hatten sie sich um ein von Kerzenlicht erleuchtetes Buch versammelt. Die Flammen der Kerzen zuckten unnatürlich bei den seltsamen Gesängen, die wie eine pervertierte Form des Maschinencodes klangen.
Einer von ihnen durchbrach das Summen er schritt zum Buch und seine Hand erfasste das vergilbte Pergament. Schwarze Flammen schlugen aus dem Buch hervor und brannten einen achtzackigen Stern auf die Hand des Adepten.
Die anderen beiden erhöhten die Lautstärke ihrer unnatürlichen Maschinenstimmen. Ihre pervertierte Sprache war ein Gräuel, eine dunkle Häresie aus längst vergangenen Tagen des Imperiums.
Der gezeichnete Adept sackte kraftlos zusammen. Dann erhob er sich langsam und aus seinem Mund kamen verdorbene Worte: "Der Gottimperator ist nicht unser Omnissiah sondern ein Verräter und Betrüger! Hört die Worte des dunklen Propheten: Das Licht schwindet! Feuerstürme kommen! Sie brennen und zerstören! Nichts soll heil bleiben, nur das Zeichen des Chaos soll bleiben! Es kommt die Blutzeit, die Zeit von Axt und Schwert, von Bolter und Plasma! Diese Welt soll brennen und mit ihr das Imperium des falschen Omnis..."
Ein Boltgeschoss zerfetzte den Schädel des Adepten. Ein blutiger Nebel legte sich über seine beiden Mitbrüder. Vier weitere Boltgeschosse schossen aus dem Schatte hervor und das Mündungsfeuer der Boltpistole beleuchte Demians zorniges Gesicht. Diese Häresie durfte nicht existieren. Er musste sie vernichten und tilgen.

Ein blutiger See hatte sich rund um das häretische Buch gebildet. Die drei verdorbenen Techpriester des Mars lagen tot am Boden, ihre Körper waren von den Boltgeschossen zerfetzt worden.
Demian eilte durch die Blutlache zu dem Buch. Unter seinen Schritten spritzte das Blut zur Seite. Er umfasste den Ambo auf dem es lag und blickte tief in die häretische Tiefe jenes Werkes. Buchstaben flogen über das Pergament. Sie setzten sich immer wieder neu zusammen und ergaben unsinnige Wörter und seltsamen verdorbenen Maschinencode. Dieses Artefakt war eindeutig aus dem Warp und die Kraft, die darin lag, konnte ganze Welten vernichten. Also musste Demian das Buch vernichten. Er legte eine gesegnete mit heiligen Texten beschriebene Boltpatrone ein, richtete die Pistole auf das verdorbene Schriftstück und drückte ab. Die Waffe ruckte in seinen Händen, das Projektil verließ den Lauf. Eine feuriger Blitz verschlang das Buch. Brennende Pergamentfetzen segelten durch die Luft. Die Häresie war vernichtet, das Buch verbrannt, der Komplex XC113Y war mit Blut und heiligen Feuer gereinigt worden. Geonide war gerettet, dachte Demian zumindest.
Ein grausiges Lachen hallte im Gewölbe der Halle wieder. Ein weiterer Techadept kam auf Demian zu. Riesige Servoarme ragten aus seinem Rücken hervor. Er trug einen spiegelglatten Parierschild und eine Hellebarde aufgesetzten Flammenwerfer, aus dessen Mündung Flammen loderten. Aus der Schädelmaske, die aus der roten Kapuze hervorblickte, ragten wilde Hörner heraus. Der Mund der Maske war zu einem grausigen Grinsen verzogen.
"Du denkst du hättest gewonnen, Interrogator? Höre die Worte des dunklen Propheten: Das Licht schwindet! Feuerstürme kommen! Sie brennen und zerstören! Nichts soll heil bleiben, nur das Zeichen des Chaos soll bleiben! Es kommte die Blutzeit, die Zeit von Axt und..."
"Ihr werdet nicht siegen schwarzer Adept. Geonide wird nicht fallen. Das Imperium der Menschheit wird nicht fallen. Ihr seid nur ein einfacher Ketzer. Schon viele von euch sind durch meine Hand gefallen sind. Ich werde euch töten und aufhalten", Demian ließ sich von der erschreckenden Erscheinung des Adepten nicht einschüchtern.
"Ich bin viel mehr als ein einfacher Ketzer. Ich bin Magos Arson, der Hüter des Wissens, ein Adept des Mechanicums und Diener des achtzackigen Sterns. Ihr könnt mich nicht aufhalten, denn Ihr seid bereits zu spät. Geonide wird brennen."
"Das lasse ich nicht zu!", brüllte der Interrogator und richtete seine Boltpistole auf den Verdorbenen. Zwei bedrohliche rote Optiksensoren starrten dem Interrogator aus der pervertierten Schädelmaske entgegen.
"Ich bedaure euch mitteilen zu müssen, dass Ihr das Inferno nicht mehr miterleben werdet. Denn heute sterbt Ihr und morgen stirbt Geonide."

Die Tür öffnete sich rasch und ein junger Adept trat ein. In der Mitte des kleinen Büroraumes saß der Lord Lexicatus der Fabrik an einem massigen Eisentisch. Langsam näherte sich der junge Adept dem schwer beschäftigten Lord Lexicatus, welcher ihm keine Beachtung schenkte.
"Das hier haben wir bei einem der Menials gefunden, Lord Lexicatus", der Adept neigte das Haupt vor dem alten Techpriester.
Erst jetzt blickte der Lord Lexicatus auf und streckte seine mechanische Hand nach dem Flugblatt aus. Klickend umschlossen seine stählernen Finger das Papier. Er benötigte nur kurz um den verdorbenen Inhalt des Blattes zu erkennen. Es war eine Häresie. Der Autor jenes Werkes behauptete, dass der Imperator der falsche Omnissiah sei und dass seine Schergen Geonide zerstören würden.
"Wer hat dieses Flugblatt gedruckt? Hab Ihr den Arbeiter schon befragt?"
"Wir hielten es für besser ihn sofort zu exekutieren. Die Verderbnis... ist nach außen gedrungen."
Der Lord Lexicatus hielt inne. So etwas hatte es noch nie in seinem Fabrikkomplex gegeben, so etwas hatte es noch nie auf ganz Geonide gegeben. Eine solch starke Präsenz der Kräfte des Warps war ein unheilvolles Omen. Erst jetzt bemerkte der Alte, das starke zittern des jungen Adepten. Erst jetzt sah er die blanke Angst in den noch organischen Augen dieses relativ neuen Mitglieds des Cult Mechanicus.
"Ihr habt richtig gehandelt, Adept. Macht euch keine Sorgen", noch während der Lord Lexicatus sprach, drangen bedrohliche Schreie durch die dünnen Plastbetonwände des Büros. Kampflärm schwoll in der großen Fabrikhalle an. Schüsse bohrten sich durch die dünnen Wände und schleuderten den jungen Adepten zu Boden. Rund um ihn breitete sich eine blutrote Lache aus. Der Lord Lexicatus sprang auf, um seinem Diener zu helfen. Doch jede Hilfe kam bereits zu spät. Was beim heiligen Omnissiah war in seiner Fabrik los?
Eine laute herrische Stimme übertönte das Chaos in der Fabrikhalle. Die verdorbenen Worte drangen bis in das Büro des Lord Lexicatus: "Der Gottimperator ist nicht unser Omnissiah sondern ein Verräter und Betrüger! Hört die Worte des dunklen Propheten: Das Licht schwindet! Feuerstürme kommen! Sie brennen und zerstören..."

Flammen loderten im ganzen Tal der Höllenfeuer auf. Doch es war nicht das Feuer das tagtäglich die großen Maschinen antrieb und den Maschinengott verherrlichte. Nein… Es war ein Feuer des Aufruhrs, der Zerstörung, des Chaos. Die Arbeiter, welche seit Generationen ihr Schicksal schweigend erduldeten, waren aufgestanden. Sie zerstörten altehrwürdige Artefaktmaschinen. Sie brandschatzten ganze Fabrikkomplexe. Nichts war ihnen mehr heilig, alles wurde Opfer ihres Zornes.
Erzmagos Chrovus betrachtete das Schauspiel von der Spitze seines Palastes. Hoch über dem Kirdrontal, in den obersten Ebenen von Arius Alpha, brach der Manufactor Principalis Geonidis vor Trauer in sich zusammen. Warum prüfte der Maschinengott ihn so hart? Warum ließ sein Gott die Zerstörung der heiligen Maschinen zu?
Chorvus Lebenswerk, das Lebenswerk seiner Vorgänger… Es wurde zerstört. Es war seine Schuld… Während Chorvus gegen die Selbstzweifel kämpfte, tauchte hinter ihm eine Gestalt aus dem Schatten auf. Es war ein mythisches Wesen und nur wenige die es mit eigenen Augen gesehen hatten, leben noch. Es war eine Kreatur des Mordes, geschaffen in gewaltigen Genlaboren auf fremden Welten. Es war ein Assassine…

Ich danke für das Lesen und bitte um Kommentare und Kritik. Ich hoffe Ihr seid auf den nächsten Akt gespannt...
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Re: Inferno über Geonide - Akt I [Adeptus Mechanicus]

Beitragvon csb » Do 2. Mai 2013, 21:15

Ein solider Start. Eigener Stil und und jeder Bruch/Erweiterung von/mit dem GW-Fluff ist mittlerweile ja zu bewillkommnen.
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Re: Inferno über Geonide - Akt I [Adeptus Mechanicus]

Beitragvon Dorn » Do 2. Mai 2013, 23:07

Danke für das Lob :) Ich hoffe es hat gefallen.

Die Arbeiten am 2.Akt laufen bereits.
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Re: Inferno über Geonide - Akt I [Adeptus Mechanicus]

Beitragvon Hime » Mo 24. Jun 2013, 20:29

Die Geschichte gefällt auch mir sehr gut. Als einzigen kleinen Kritikpunkt könnte man nennen, dass die Erzählwechsel zwischen den Protagonisten sehr schnell geschehen was gelegentlich zu Verwirrung sorgt. Man könnte es aber auch als Stilmittel sehen (wenn ich so drüber nachdenk gefällts mir doch eigentlich recht gut :roll: ).
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